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„Mit 2 dabei“ lautet das neue Motto des Biosphaeriums in Bleckede. Das heißt: Der maximale Eintrittspreis pro Person liegt künftig bei 2 statt bisher bei 7 Euro.

Die Eintrittspreis-Offensive

Bleckede. Das Biosphaerium Elbtalaue senkt seine Eintrittspreise – und zwar deutlich. Zahlten Erwachsene bisher 7 Euro, kostet der Eintritt für Ausstellung, Aquarium, Biberbau und Aussichtsturm ab heute, 1. März, nur noch 2 Euro. Die Verantwortlichen hoffen, damit deutlich mehr Besucher als bisher in die Einrichtung zu locken. „Verwaltungsausschuss und Gesellschafterversammlung haben den Schritt einstimmig beschlossen“, betont Bürgermeister Jens Böther.

„Wir mussten uns eingestehen, dass 7 Euro den einen oder anderen doch abschreckt.“
Jens Böther, Bürgermeister

Immer wieder stand das Bio­spherium in den vergangenen Jahren in der Kritik, bemängelte im Stadtrat vor allem die Fraktion der Unabhängigen Wählergruppe Bleckede (UWB), dass die Besucherzahlen hinter den Prognosen geblieben sind (LZ berichtete). „Gemeinsam mit allen Beteiligten sind wir dann in die Analyse gegangen und haben verschiedene Handlungsoptionen diskutiert“, sagt Böther. „Dabei reichten die Varianten von freiem Eintritt bis zur Beibehaltung des Status Quo.“

Einsparungen im Marketing

Von einer Senkung der Eintrittspreise überzeugt hat die Beteiligten unter anderem ein Blick in andere Umweltbildungseinrichtungen an der Elbe. „Die waren fast alle deutlich günstiger“, sagt Böther, „und auch wenn wir mit dem Aquarium und der Biberanlage etwas Besonders haben, mussten wir eingestehen, dass 7 Euro den einen oder anderen doch abschreckt.“

Förderung aus vielen Töpfen

Das Biosphaerium Elbtalaue Bleckede ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Bleckede und zugleich offizielles Informationszentrum für das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Der laufende Betrieb wird bereits unterstützt: 160 000 Euro im Jahr zahlt das Land Niedersachsen, 170 000 Euro steuert die Stadt Bleckede dazu, 50 000 Euro kommen von der Sparkassenstiftung, 5000 Euro vom Verein Naherholung – und nun auch noch 10 000 Euro vom Landkreis Lüneburg.

Bleibt die Besucherzahl konstant – „was wir natürlich nicht hoffen“ (Böther) – führt die Preissenkung zu einem Minus von rund 40 000 Euro. „Das werden wir kompensieren durch Reduzierungen im Marketingbereich in Höhe von rund 30 000 Euro und einen Zuschusses des Landkreises Lüneburg in Höhe von 10 000 Euro pro Jahr“, erklärt der Bürgermeister.

Konkret soll die derzeit offene Stelle eines Marketingspezialisten nicht mehr voll, sondern nur noch halbtags besetzt werden. „Wir haben in den vergangenen Jahren intensiv in Hamburg geworben“, sagt Böther, „doch leider stand die Wirkung nicht in Relation zum Aufwand.“ Inzwischen habe man sich eingestanden, dass es schwer sei als Leuchtturm bis nach Hamburg zu leuchten. „Darauf haben wir reagiert.“ Hinzu kamen erfolgreiche Verhandlungen mit dem Landkreis, der für die nächsten drei Jahre eine Förderung von 10 000 Euro Euro jährlich zugesagt hat.

Ist der Biber ein Besuchermagnet?

Als Grund für die Förderung nennt Kreissprecherin Katrin Holzmann die Bedeutung des Biosphaeriums als „wichtigen Informations- und Lernort im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue“. Gleichzeitig sei das Schloss „ein beliebter Treffpunkt für die Menschen in der Region“. „Außerdem fördern wir auch andere Kultur- und Bildungseinrichtungen in der Region“, erklärt Holzmann, „darunter das Archezentrum Amt Neuhaus, das Archäologische Museum in Oldendorf/Luhe, aber auch das Museum Lüneburg.“

Mehr einheimische Besucher, mehr Radtouristen, mehr Besucher, die der Zufall in den Schlosshof geführt hat – das sind nun die Hoffnungen der Verantwortlichen in Bleckede. Und diesen Hoffnungen schließen sich nun sogar Kritiker wie Martin Gödecke (UWB) an. Die Preissenkung sei richtig, findet er, „auch wenn sie deutlich früher hätte kommen müssen“. Skeptisch bleibt er allerdings in Sachen Biberanlage. „Ich bezweifle nach wie vor, dass der Biber der Magnet ist, der die Menschen in die Einrichtung zieht.“ Sollte es mit der neuen Preisstruktur nicht gelingen, die Besucherzahlen zu steigern, „erwarte ich, dass ernsthaft darüber nachgedacht wird, ob dass das richtige Produkt ist“. Anders ausgedrückt: Die Biberanlage sollte abgeschafft und eine Alternative etabliert werden.

Von Anna Sprockhoff

Lust und Last des Schlossherren

One comment

  1. Zum Thema geschlechterparitätische Ausdrucksweise:

    Frauen und Männer dürfen wegen ihres Geschlechtes nicht diskriminiert werden!
    Aber muss es soweit kommen, dass jeder zweite Wasserhahn in „Wasserhenne“ umbenannt wird?

    Grundlegender wäre hier sicherlich die Einführung allein der sächlichen Form für alles, z.B.:
    Das Frau, das Mann. Feminine und maskuline Formen entfallen zukünftig.

    Dann wären Kapazitäten frei für die Brennpunkte unsereres Landes, z.B.:
    Das Armut, das Gerechtigkeit, das Umwelt, das Klima und das Weltgemeinschaft.

    Mit besten Grüßen