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Insbesondere in der Woche zwischen 15 und 18 Uhr gleicht die Umgebung der Lise-Meitner-Straße einem "Verkehrschaos". Heiko Eggers, seit 23 Jahren aktives Mitglied in der Feuerwehr, hat dann Probleme die Wache zu erreichen. (Foto: A/t&w)

Was braucht die Feuerwehr?

Lüneburg. 13 Minuten nach Ausbruch eines Feuers wollen die Brandbekämpfer vor Ort sein – das gelingt längst nicht allen. Schuld daran ist auch das Verkehrsaufkommen rund um die Wache an der Lise-Meitner-Straße. Heiko Eggers, Brandmeister vom Dienst, hatte jüngst in der LZ die Erreichbarkeit des Standorts kritisiert. Als ehrenamtlicher Feuerwehrmann wird er entweder von zu Hause oder von seinem Arbeitsplatz aus zu Einsätzen gerufen, zwei Mal schon hat er aufgrund des Verkehrs seine wartenden Kollegen an der Wache verpasst. Das Problem wurde jetzt im Ausschuss für Feuerwehr und Gefahrenabwehr des Rates angesprochen, ebenso wie ein Gutachten, das die Stadt im Januar in Auftrag gegeben hat, um den Bedarf der Feuerwehr zu untersuchen.

„Das wird Folgekosten produzieren, und damit meine ich nicht nur eine neue Drehleiter.“
Markus Moßmann, Verkehrsdezernent

Es geht um die Personalstärke, Verfügbarkeit, Lage der Feuerwachen, Material, Ausrüstung und Fahrzeuge. Das Gutachten, dessen Ergebnis in einem halben Jahr vorliegen soll, setzt sich auch mit einer Gefahrenabschätzung, also möglichen „gefährlichen“ Betrieben im Gewerbegebiet auseinander, zudem sollen Mitglieder der Einsatzabteilung bezüglich der Wegebeziehungen zur Wache befragt werden.

Dritte Feuerwache im Osten der Stadt?

20 000 Euro kostet die Untersuchung, für die die Verwaltung die Bonner Forschungs- und Planungsgesellschaft für Rettungswesen, Brand- und Katastrophenschutz, kurz Forplan GmbH, engagiert hat. Das Gutachten steht im Zusammenhang mit dem Feuerwehrkonzept 2025, das die Stadt gemeinsam mit dem Stadtfeuerwehrkommando in einer Arbeitsgruppe entwickelt (siehe Info-Box).

Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck sagt, dass es die Aufgabe des Gutachters sei, die bisherigen Arbeiten und Ergebnisse der Arbeitsgruppe zu überprüfen, stellenweise zu verfeinern und die Untersuchungen auszuweiten, „um auch in der wachsenden Hansestadt künftig eine gut aufgestellte Feuerwehr zu haben, die das Stadtgebiet optimal abdeckt“. Sie weist in dem Zusammenhang auch auf die Überlegungen zu einer dritten Feuerwache im Lüneburger Osten hin.

Verkehrsdezernent Markus Moßmann hatte im Ausschuss angekündigt, dass sich dieser sicherlich noch in finanzieller Hinsicht mit dem Gutachten beschäftigen werde. „Das wird Folgekosten produzieren, und damit meine ich nicht nur eine neue Drehleiter.“ Ein dritter Standort müsse schließlich auch bestückt werden, fügte er hinzu. Für die Einsatzkräfte wäre eine zusätzliche Wache im Osten bekanntlich eine Entlastung, von dort wären sie schnell auf der Ostumgehung, könnten die Gewerbegebiete, Kaltenmoor und den Ebensberg zügiger als bisher erreichen.

Prüfung der Ampelschaltungen

Birte Schellmann (FDP) wollte wissen, was die Stadt nun plant, um der Schwierigkeit des Ausrückens im östlichen Teil der Stadt zu begegnen. „Gibt es eine Möglichkeit, den Kreuzungsverkehr schneller abfließen zu lassen?“ Moßmann sagte, dass die Verwaltung darüber mit dem Gutachter gesprochen habe, dieser sich unter anderem auch damit befassen würde. Gleichwohl gebe es aber verschiedene Ansätze, um kurzfristig Lösungen herbeizuführen.

Auf LZ-Nachfrage heißt es von Suzanne Moenck, dass die Stadt auch unabhängig von der Arbeitsgruppentätigkeit und dem Gutachten nach Gesprächen mit dem Stadtkommando Überlegungen anstelle, wie die Erreichbarkeit der Wache Lüneburg-Mitte für die freiwilligen Feuerwehrleute, die zum Einsatz müssen, verbessert werden könne. „Hier überprüfen wir zunächst kurzfristig, ob sich die Ampelschaltungen an den Kreuzungen rund um die Feuerwache verbessern lassen und der Verkehr auf der Lise-Meitner-Straße damit besser abfließt. Andere Überlegungen beschäftigen sich mit einer Verbesserung der Zufahrtssituation zur Wache von der Lise-Meitner-Straße und der Bockelmannstraße aus.“ Diese Ideen würde im Sinne eines mittel- oder langfristig sinnvollen Konzepts auch der Gutachter in seine Arbeit einbeziehen.

Dritte Wache ist Thema

Eine Arbeitsgruppe, die Mitte vergangenen Jahres eingerichtet wurde, beschäftigt sich mit einem Feuerwehrkonzept bis 2025. Sie orientiert sich an den „Qualitätskriterien für die Bedarfsplanungen von Feuerwehren in Städten“ des Deutschen Städtetages. In Lüneburg geht es unter anderem um eine hauptamtliche Wachbereitschaft und eine dritte Feuerwache im Osten des Stadtgebietes. Wichtig ist das Konzept, weil sich die Stadt gewandelt hat – wachsende Einwohnerzahlen, mehr Gewerbebetriebe, mehr Verkehr.

Von Anna Paarmann