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Ein Roboter soll Bauern bei der Umsetzung des Permakultur-Konzepts helfen. Die Idee hatten die Studenten Vitus Lehner (v.l.), Nele Schnars und Jannika Kösche. Foto: t&w

Zurück in die Freiheit

Lüneburg. Wenn Marty McFly und Doc Brown mit einer Fahrrad-Zeitmaschine in den Libeskind-Bau sausen, dann startet die Konferenzwoche an der Leuphana. Das Thema in diesem Jahr: . „Wir sind hier, um sicherzustellen, dass sich die Freiheit wirklich entfalten kann“, sagte das bekannte Duo aus der Triologie „Zurück in die Zukunft“ vor rund 1500 Studenten. „In unserer Zeit rechtfertigen rechte Regierungen ihre Ungerechtigkeiten mit der Freiheit.“ Berechnungen der beiden hätten ergeben, dass all das im Jahr 2018 noch verhindert werden könnte. „Heute kann der Wendepunkt sein, deshalb sind wir hier.“

Bis Sonntag, 4. März, diskutieren Studenten, die im Oktober in ihr erstes Semester gestartet sind, mit namhaften Gästen aus ganz Deutschland über die gesellschaftliche Verantwortung in Zeiten des Umbruchs. Eröffnet wurde die Woche von Robert Habeck, dem neuen Bundesvorsitzenden der Grünen, musikalisch untermalt vom „Orchester des Wandels“, ein Ensemble der Berliner Staatskapelle.

Eine Welt, in der Roboter über Felder fahren

Die Auseinandersetzung mit den Themen Freiheit und Nachhaltigkeit, die auch in drei ineinander verschachtelten musikalischen Geschichten deutlich wurde, nahm auch Habeck zum Anlass für seine Grußworte. „Freiheit ist ein äußerst populistischer und umstrittener Begriff. Wenn ihr nach dieser Woche ein besseres Gefühl dafür entwickelt habt, was Freiheit auslösen kann, hat diese Konferenz etwas bewirkt.“ Der schleswig-holsteinische Minister, der einige Jahre in Lüneburg gelebt hat, machte auch deutlich, dass Freiheit nichts Feststehendes sei, jeder Student sich überlegen müsse, wie er künftig leben möchte.

Eine Welt, in der Roboter über Felder fahren, auf denen das Konzept der Permakultur gelebt wird, hat Jannika Kösche vor Augen. Gemeinsam mit drei Kommilitonen hat sie im Leuphana-Semester einen Roboter gebaut. „Bei der Permakultur geht es um die natürliche Fruchtfolge auf Anbauflächen, es ist ein Konzept gegen die Überdüngung, Pflanzenschädigung und Ertragseinbußen“, erklärte die Studentin, die ihr Projekt im Hörsaalgang präsentierte. „Unsere Idee ist, dass Roboter die Früchte erkennen, dem Bauern sagen, ob sie schon erntereif sind oder es einen Insektenbefall gibt.“

Insekten als Nahrungsmittel für die Zukunft

Dass diese kleinen Tiere durchaus schmackhaft sein können, haben Christoffer Ehlers (23) und sieben weitere Studenten in den Fokus ihrer Projektarbeit gestellt. Ein Semester lang haben sie sich mit Insekten als Nahrungsmittel für die Zukunft auseinandergesetzt, innerhalb von zwei Monaten in einer Box 300 Mehlwürmer gezüchtet. Die konnten jetzt verkostet werden – mit Schoko-Mantel oder mit würzigem Tapas-Geschmack. Ein Fragebogen hat dem Team Aufschluss darüber gegeben, wie Studenten zu dem Thema stehen. „Es gibt eine generelle Akzeptanz, gerade in Zeiten, in denen Fleischkonsum immer weniger nachhaltig wird. Aber der Ekelfaktor ist bei vielen noch hoch“, sagt der Lehramtsstudent.

Am Freitag, 2. März, erscheint in der LZ ein Interview der Woche mit Robert Habeck.

Von Anna Paarmann