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Nachdem die Bahn eine zeitweise Vollsperrung der Strecke Hamburg-Hannover für die Sanierung der maroden Fußgängerbrücke in Deutsch Evern abgelehnt hat, kommt jetzt die kleine Lösung zum Tragen. Foto: be

Neues Holz für alte Fußgängerbrücke

Deutsch Evern. Am 16. April soll es endlich losgehen mit der Sanierung der Holzbrücke über die Bahnstrecke Hamburg–Hannover in Deutsch Evern. Die ganz große Lös ung wird es nun aber doch nicht werden. Der 130-Tonnen-Autokran, mit dem ursprünglich das Mittelteil der Brückenkonstruktion ausgehoben und zur weiteren Instandsetzung am Seitenrand abgelegt werden sollte, darf also zu Hause bleiben. „Dafür hätten wir eine Genehmigung zur Vollsperrung der Bahnstrecke benötigt. Und die bekommen wir nicht“, bedauert Deutsch Everns Bürgermeisterin Ulrike Walter (CDU). Aber auch so haben Ingenieure und Verwaltung eine Lösung gefunden, die in die Jahre gekommene Holzbrücke wieder auf Vordermann zu bringen.

Sperrung des Bahnverkehrs

Die Arbeiten können weitestgehend während des laufenden Bahnbetriebs durchgeführt werden. „Nur in zwei Nächten wird es für jeweils vier Stunden pro Gleis eine Sperrung des Bahnverkehrs geben“, berichtet Gemeindedirektorin Stephanie Buntrock und fügt hinzu: „Die größte Sorge der Bahn ist, dass während der Bauarbeiten Teile von der Brücke auf die Gleise fallen könnten.“ Erneuert werden alle maroden Bohlen. Die alten Treppenstufen aus Bongossi-Holz werden durch neue ersetzt, die zusätzlich besandet sind. „Als Rutsch-Schutz bei Schnee und Glatteis“, erläutert Buntrock. Insgesamt werden elf Kubikmeter Holz ausgetauscht. Die Gesamtkosten für die Erneuerung der Brücke beziffert die Gemeindedirektorin einschließlich Ingenieur-Leistungen auf rund 165.000 Euro. „Der Neubau einer vergleichbaren Brücke würde mehr als eine Million Euro kosten“, sagt Buntrock.

Lebenszeit der Brücke um wenigstens weitere 20 Jahre verlängert

Mit 50.000 Euro Fördergeld beteiligt sich die „Lokale Aktionsgruppe der LEADER Naturparkregion Lüneburger Heide“ an der Sanierung der Brücke, weitere Fördermittel in Höhe von jeweils 35.000 Euro sind beim Landkreis aus dem Strukturentwicklungsfonds und bei der Samtgemeinde Ilmenau beantragt. „Der Eigenanteil, den die Gemeinde Deutsch Evern zu tragen hat, beträgt somit nur noch 45.000 Euro“, rechnen Gemeindedirektorin Buntrock und Bürgermeisterin Walter vor. „Mit der Sanierung kann die Lebenszeit der 1984 gebauten Brücke um wenigstens weitere 20 Jahre verlängert werden“, freut sich die Gemeindedirektorin. Vor allem Feuchtigkeit hat im Laufe der Jahre der Holzkonstruktion zugesetzt. Doch dieses Problem wird mit der Sanierung der Vergangenheit angehören.

Von Klaus Reschke

Hochbeete im Ort

Blühende Landschaften

Das ausgediente Bongossi-Holz der Fußgängerbrücke soll nicht entsorgt werden, sondern eine neue Verwendung in Deutsch Evern finden: „Wir beteiligen uns als Gemeinde auch an dem Projekt ‚Bienenblütenreich‘, das vom Netzwerk ‚Blühende Landschaften‘ unterstützt wird“, erklärt Gemeindedirektorin Stephanie Buntrock. Aus den alten Bongossi-Bohlen sollen deshalb Hochbeete gebaut werden, die auf vier Flächen in der Gemeinde aufgestellt werden sollen. Für den Hochbeete-Bau werden noch Paten gesucht.

1750 Quadratmeter will die Gemeinde Deutsch Evern insgesamt – verteilt über vier Standorte – mit Blühpflanzen nicht nur Natur- sondern vor allem auch Bienenfreundlich gestalten.
Vorgesehen sind eine 500 Quadratmeter große Fläche am Moorfeld, ein 125 Quadratmeter große Verkehrsinsel in der Dorfstraße/Ecke Im Tale, eine 1000 Quadratmeter große Fläche im Nachtigallenweg und 125 Quadratmeter in der Georg-Soltwedel-Straße vis-à-vis dem Alten- und Pflegeheim. kre