Mittwoch , 19. September 2018
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Das Feuerwehrhaus in Rullstorf steht ganz oben auf der Prioriätenliste der Politik. Dass neu gebaut werden soll, ist unumstritten. Die Frage ist nur: Wie? (Foto: t&w)

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Scharnebeck. Kurswechsel bei der Feuerwehrhaus-Planung in der Samtgemeinde Scharnebeck. Mehrheitlich haben SPD, Grüne und FwGUBS/FDP/Jackman n während der jüngsten Bauausschusssitzung die bisherige Vorplanung für die Feuerwehrhäuser in Rullstorf, Boltersen und Lüdersburg vom Tisch gewischt. Ob es tatsächlich dabei bleibt, wird in der kommenden Woche der Samtgemeindeausschuss entscheiden. Geklärt werden muss außerdem: Wie soll es konkret weitergehen?

Rullstorf soll Priorität haben

Geht es nach SPD, Grünen und FwGUBS/FDP/Jackmann, wird zunächst die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Architekturbüro beendet. Alle weiteren Neubauten von Feuerwehrhäusern sollen künftig wie in Artlenburg und Hohnstorf nach der „Modular- bzw. Standardbauweise“ gebaut werden. Verabschieden möchten sich die drei Fraktionen zudem von dem Plan, alle drei Feuerwehrhaus-Projekte parallel auf den Weg zu bringen. „Wir möchten jetzt erstmal Rullstorf in Angriff nehmen und mit allen Beteiligten endlich ein passendes Grundstück für den Neubau finden“, sagt SPD-Chef Andreas Köhlbrandt. „Erst wenn das läuft, wollen wir uns anhand des Feuerwehrbedarfsplans die übrigen acht Feuerwehrhäuser ansehen und entscheiden, was wo gemacht werden muss.“

Anders sah der bisherige Plan aus. Auf den Weg gebracht hatte ihn im April 2017 der Samtgemeindeausschuss. „Damals war mehrheitlich mit den Stimmen der CDU durchgesetzt worden, dass wir ein anderes Architekturbüro als in Artlenburg und Hohnstorf mit den Vorplanungen für einen Neubau in Rullstorf beauftragen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU). Einstimmig sei zudem entschieden worden, dasselbe Büro mit den Vorplanungen für die anderen beiden Feuerwehrhäuser zu beauftragen. In Boltersen sollte an das bestehende Gebäude eine Fahrzeughalle angebaut, in Lüdersburg das Feuerwehrhaus saniert werden.

Mehrheiten haben sich verändert

Einwände gegen die Pläne für das Rullstorfer Feuerwehrhaus hatte SPD-Chef Köhlbrandt schon damals geäußert und beantragt, in Rullstorf dasselbe Architekturbüro wie in Artlenburg und Hohnstorf mit den Vorplanungen zu beauftragen. Doch der Antrag scheiterte.

Nun haben sich die Mehrheiten verändert, ziehen SPD, Grüne und FwGUBS/FDP/Jackmann in der Sache offenbar an einem Strang. „Wir wollen das erfolgreiche Konzept der Feuerwehrhäuser in Artlenburg und Hohnstorf fortsetzen“, sagt Bauausschussmitglied Hans-Ullrich Goebel (FDP). Nur ein Vorteil: „Wir können die dafür bereits erfolgten Planungen nutzen und die Häuser entsprechend anpassen.“ Einen weiteren Vorteil nennt Grünen-Fraktionsvorsitzender Stefan Block. „Sollte es aus irgendeinem Grund eines Tages mal keine Feuerwehr mehr in dem Ort geben, lassen sich diese Gebäude auch als Dorfgemeinschaftshaus oder ähnliches nutzen.“

Auch CDU sieht Diskussionsbedarf

Auch in der CDU waren nicht alle mit der bisherigen Planung einverstanden. In Lüdersburg zum Beispiel würde sich Fraktionschef Harald Heuer eher einen Neubau wünschen, „als dass da nochmal Geld in das marode Gebäude investiert wird“. Kritisch sieht er zudem den geplanten Anbau in Boltersen, gegen den es bereits „nachbarschaftliche Einwendungen“ gibt – der allerdings auch von der Verwaltung selbst im Bauausschuss zur Diskussion gestellt werden sollte. „Es gab also durchaus Gesprächsbedarf zu den bisherigen Planungen“, sagt Heuer. „Und ich hätte mir gewünscht, dass wir uns vor dieser Hauruck-Aktion im Bauausschuss alle gemeinsam zu dem Thema ausgetauscht hätten.“

Dennoch wolle er sich jetzt nicht „in irgendeine Schmollecke“ zurückzuziehen, sondern „konstruktiv“ in der Sache weiterarbeiten. Die Frage sei allerdings: Wie soll es nun weitergehen? Muss die Samtgemeinde einen Architektenwettbewerb ausschreiben? Wann kann in Rullstorf gebaut werden? Und was ist mit dem bisher beauftragten Büro? Äußern möchte sich der betroffene Architekt auf LZ-Nachfrage nicht zu dem Fall. Und auch Gemeindebrandmeister Arne Westphal schweigt vorerst zu der aktuellen Entwicklung. Er will erst die Kommandositzung zum Thema abwarten.

Von Anna Sprockhoff