Mittwoch , 26. September 2018
Aktuell
Home | Lokales | Hanseviertel Ost wird startklar gemacht
Wohnkomplexe sollen auch im Bereich südlich der Lübecker Straße entstehen. Foto: be

Hanseviertel Ost wird startklar gemacht

Lüneburg. Mit geplanten 650 Wohneinheiten, davon 210 im geförderten Wohnungsbau, ist das Hanseviertel Ost eines der Eckpfeiler des Wohnungsbauprogramms der Hans estadt Lüneburg. Bereits vor fünf Jahren hatte der Rat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Doch die Verhandlungen des Erschließungsträgers Hanse Immobilien GmbH, Tochter der Sparkasse, mit dem Bund über den Erwerb der Flächen zogen sich hin, sind laut Stadt noch nicht abgeschlossen. Beraten werden jetzt aber im Bauausschuss die Bebauungspläne für die drei Teilbereiche. Das Gremium tagt am Mittwoch, 14. März, von 17 Uhr an im Huldigungssaal des Rathauses. Der Rat befasst sich voraussichtlich im April abschließend mit den Plänen. Damit wäre alles startklar für eine Bebauung, mit der es im kommenden Jahr losgehen soll.

Das Hanseviertel Ost ist die letzte Fläche, die in dem innenstadtnahen Neubaugebiet noch entwickelt werden soll. Sie reicht vom Behördenzentrum Ost bis zur Ostumgehung sowie von der Bleckeder Landstraße bis zur Lübecker Straße. 2015 hatte das Planungsbüro „Elbberg“ für den Geltungsbereich ein Konzept entworfen, das drei Nutzungsbereiche vorsieht. Danach sollen im Bereich südlich der Lübecker Straße bis hin zur Wismarer Straße überwiegend dreigeschossige Wohnkomplexe entstehen, lediglich an der Lübecker Straße werden maximal vier Geschosse ohne zusätzliches Staffelgeschoss festgesetzt als „Pendant zu den gegenüberliegenden Baufeldern an der Tartuer Straße“, wie es in der Vorlage zum Ausschuss heißt.

Entlang der Ostumgehung soll ein Gewerbegebiet entstehen

Zwei Mannschaftsgebäude und Stallungen werden für die Neubauten weichen. Im Bebauungsplan 153 I wird vorrangig allgemeines Wohngebiet festgesetzt. Die Haupterschließung erfolgt in Nord-Süd-Richtung über die Carl-Gottlieb-Scharff-Straße, die an der Bleckeder Straße den Hauptzugang zum Quartier bildet und bis zur Lübecker Straße führt. Festgesetzt sind auch ein Grünzug mit Rad- und Fußwegverbindungen, Baumpflanzungen sowie Dachbegrünungen.

Entlang der Ostumgehung soll ein Gewerbegebiet entstehen (B-Plan 153 II). Im Norden des Gebietes befindet sich bereits ein Blockheizkraftwerk, das das Hanseviertel mit Fernwärme versorgt. Südlich davon sieht die Stadt einen potenziellen Standort für eine neue Dreifeld-Sporthalle, da die bestehende Sporthalle im Bereich des B-Planes 153 I abgerissen werden soll. Die Erschließung soll über die neue Anna-Vogeley-Straße gegenüber der Bunsenstraße erfolgen, die in einen Wendehammer im Gebiet mündet.

Tiefgaragen sollen entstehen

Der Bebauungsplan 153 III umfasst die Gebäude entlang der Bleckeder Landstraße, die ähnlich wie die Lagergebäude im Speicherquartier als Gesamtensemble umgebaut werden sollen. Dachausbauten sollen ermöglicht werden, um mehr Wohnraum zu schaffen. Zwecks Nachverdichtung können an drei Standorten zudem weitere Gebäude entstehen. Damit Grünflächen möglichst erhalten bleiben, sollen Tiefgaragen entstehen.

Zum städtebaulichen Konzept gehört auch, dass im Hanseviertel Ost besondere Wohnformen wie seniorengerechtes Wohnen oder Projekte von Baugruppen- und Bauherrengemeinschaften Platz finden können.

Von Antje Schäfer

Hintergrund

Energiekonzept

Für alle drei Bebauungspläne hat die Stadt auch ein Energiekonzept erstellt. Danach müssen neu errichtete Gebäude den Wärme- und Kälteenergiebedarf anteilig durch erneuerbare Energie decken. Alle Grundstücke sollen an das mit Bioerdgas betriebene Blockheizkraftwerk angeschlossen werden. Auf den Dächern können Photovoltaikanlagen zur Erzeugung elektrischer Energie errichtet werden. Zudem soll im Hausanschlussraum oder einem anderem Raum eine Fläche für Stromspeichermöglichkeiten vorgehalten werden, um so die Voraussetzung für Mieterstromnutzung zu schaffen. Um den solaren Strom auch zur Ladung von elektrisch betriebenen Autos zu nutzen, setzen die Bebauungspläne fest, dass 25 Prozent der Stellplätze mit technischen Maßnahmen so vorbereitet werden, dass Lademöglichkeiten eingerichtet oder nachgerüstet werden können.