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Oskar Gröning beim Prozess im April 2015 in der Lüneburger Ritterakademie. (Foto: be)
Oskar Gröning beim Prozess im April 2015 in der Lüneburger Ritterakademie. (Foto: be)

Früherer SS-Mann Oskar Gröning ist tot

Lüneburg. Der als „Buchhalter von Auschwitz“ bekannt gewordene frühere SS-Mann Oskar Gröning ist tot. Die Staatsanwaltschaft Hannover und der Anwalt Grönings bestätigten Medienberichte, nach denen der 96-Jährige bereits am Freitag in einer Klinik gestorben ist.

Im Januar hatte die Staatsanwaltschaft Lüneburg ein Gnadengesuch abgelehnt. Das Landgericht Lüneburg hatte Gröning im Jahr 2015 wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der frühere Freiwillige der Waffen-SS hatte zugegeben, in dem Konzentrationslager Geld aus dem Gepäck der Verschleppten gezählt und weitergeleitet zu haben.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte Ende Dezember eine Beschwerde Grönings gegen das Urteil „aus Gesundheitsgründen“ abgelehnt: Schwere Gesundheitsgefahren seien nicht erkennbar, Beeinträchtigungen könne durch medizinische Vorkehrungen im Gefängnis Rechnung getragen werden, hieß es zur Begründung.

Angeblich seit Januar im Krankenhaus

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hatte im Januar mitgeteilt, dass Gröning die Haft zügig in der Justizvollzugsanstalt Uelzen antreten solle. Die JVA ist speziell eingerichtet für die Bedürfnisse älterer Gefangener, etwa bei der pflegerischen und ärztlichen Betreuung.

Nach unbestätigten Medienberichten soll Gröning seit Januar mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus gelegen haben. Er soll in seinem Haus in Schneverdingen (Heidekreis) gestürzt sein, schrieben damals „Bild“ und die „B.Z.“.

Dabei soll Gröning sich das linke Bein zwischen Heizung und bodentiefem Wohnzimmerfenster eingeklemmt haben. Über einen Notrufknopf habe er Hilfe rufen können. Dennoch sollen die Verbrennungen so schwerwiegend gewesen sein, dass ihm angeblich Haut am Oberschenkel transplantiert werden musste. Weder Grönings Anwalt noch die Staatsanwaltschaft wollten damals die Berichte kommentieren. lz/rnd

3 Kommentare

  1. Michael Baudler

    Ich habs von Anfang an gesagt, das es eine lächerliche Farce ist die man da abzieht, und das es klar ist, dass der noch vor Haftantritt bzw so zeitig danach stirbt das es jeglichem Sinn fehlt dieses Posse durchzuziehen

    • Macht doch nichts. Wichtig war,daß die Antifa und dergleichen wieder einmal die „Guten“ sein durften. Auch wenn sie andere mit Steinen bewerfen oder Polizisten (ACAB) anzünden.

  2. magnusausonius

    Wie sagte der gefühlt ewige Bürgermeister? „Wichtig war aber vor allem, dass der Prozess gezeigt hat, wir Deutschen gehen verantwortungsbewusst mit unserer Geschichte um“, so Mädge. Nach siebzig Jahren Untätigkeit hat man sich durch einen Schauprozess noch einmal als Sieger der Geschichte fühlen dürfen. Schön, dass der liebe Gott dieser Selbstgerechtigkeit den letzten Triumph versagt hat.