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Noch stehen alle Signale auf Stopp für den Fährbetrieb zwischen Darchau und Neu Darchau (hinten). Doch schon in der kommenden Woche wird die „Tanja“ voraussichtlich den Betrieb wieder aufnehmen. (Foto: t&w)
Noch stehen alle Signale auf Stopp für den Fährbetrieb zwischen Darchau und Neu Darchau (hinten). Doch schon in der kommenden Woche wird die „Tanja“ voraussichtlich den Betrieb wieder aufnehmen. (Foto: t&w)

Das Sandbank-Problem

Neu Darchau/Lauenburg. Trotz widriger Umstände kann die Elbfähre „Tanja“ voraussichtlich im Verlauf der nächsten Woche ihren Betrieb zwischen Neu Darchau und Darchau wieder aufnehmen. Weil zuletzt eine am Ostufer aufgelaufene Sandbank den Fährbetrieb stark eingeschränkt hatte, entschieden sich die Verantwortlichen, die Fähre Tanja anderthalb Wochen früher als geplant zum Schiffs-TÜV in die Lauenburger Hitzler-Werft zu bringen. Die Werft-Arbeiten sollen in Kürze abgeschlossen werden.

Unterdessen hat ein Peilboot des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Lauenburg die Sandbank vor Darchau vermessen und die Rohdaten an den Fährbetrieb zur Auswertung übergeben.

Fähre ist bald wieder einsatzbereit

„Die Werft und alle beteiligten Firmen geben sich eine irrsinnige Mühe, trotz des vorgezogenen Termins die Arbeiten am Schiff so gut und so schnell wie möglich abzuschließen“, sagt Ernst-Wilhelm Meihöfer, Betriebsleiter des Eigenbetriebs „Tanja“ der Gemeinde Neu Darchau. „Wir hoffen, dass die Arbeiten noch am Wochenende beendet werden können.“ Und: „Ich glaube zwar nicht, dass wir bereits am Montag wieder fahren können, aber im Laufe der nächsten Woche.“ Nicht gelöst ist bislang allerdings das Problem mit der Sandbank.

Klar ist: Das WSA ist für die Beseitigung der Sandbank, die dem Fährbetrieb zu schaffen macht, nicht zuständig. Andreas Dohms, kommissarischer Leiter des WSA Lauenburg, sagt: „Grundsätzlich sind wir nur zuständig für die durchgehende Schifffahrt, aber nicht für Querverkehre oder Hafeneinfahrten an der Elbe.“ Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt müsse darauf achten, dass die rund 50 Meter breite Fahrrinne mit einer Wassertiefe von mindestens 1,40 Meter frei bleibt.

Wer ist zuständig?

Die Sandbank befindet sich aber außerhalb des Unterhaltungsbereichs des WSA, bestätigt Tillmann Treber. Er ist Sachbereichsleiter für Schifffahrtswesen, Vermessung, Liegenschaften und Wasserstraßenüberwachung. Dennoch hat ein WSA-Boot die Sandbank nun ausgepeilt und die Ausmaße der mehrere Meter langen Barriere vor dem Ostufer in den Randbereichen vermessen. Die Rohdaten liegen dem Fährbetrieb seit gestern zur Auswertung vor.

Fährbetriebsleiter Meihöfer sagt: „Wir müssen uns das jetzt genauer anschauen und weitere Schritte prüfen.“ Es könnte sogar sein, dass sich angesichts steigender Wasserstände das Problem von selbst erledigt – so wie es Anfang vergangener Woche auch gekommen war. Denn die Elbe trägt ständig Material wie Sand mit sich. Es lagert sich vor allem dort ab, wo die Fließgeschwindigkeit des Stroms relativ gering ist. Tendenziell in Flussinnenkurven oder in Aufweitungen des Flussquerschnitts. So kommen und gehen je nach Wasserstand und Abflussverhältniss auch die Sandbänke. Und auch Meihöfer hofft nun, dass das steigende Wasser das Hindernis hinfortspült.

Von Dennis Thomas