Dienstag , 25. September 2018
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Sebastian Hendel hat beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ abgeräumt, er darf sich beim Bundesentscheid mit den Besten des Landes messen. Foto: TU Clausthal

Die siegreichen Solarfilter

Lüneburg. Möchte man die Sonne über einen längeren Zeitraum beobachten, ist es wichtig, das Auge vor der Strahlung zu schützen. Für Teleskope gibt es spezielle Solarfilter zu kaufen, sie schwächen das durchkommende Licht ab. Sebastian Hendel haben diese Folien, die unter anderem auch bei Sonnenfinsternisbrillen Anwendung finden, jetzt den 1. Platz beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ beschert. Der 18-jährige Schüler, der in Lüneburg das Johanneum besucht, hat sich damit ein Ticket für den Bundeswettbewerb gesichert. Das Finale wird vom 24. bis 27. Mai in Darmstadt ausgetragen, dort messen sich die besten Jungforscher des Landes. Die anderen beiden Lüneburger Projekte sind in Clausthal-Zellerfeld ausgeschieden, die Schüler wurden aber mit Sonderpreisen ausgezeichnet.

„Ich bin ziemlich froh, dass das so funktioniert hat“, sagt ein bescheidener Sebastian Hendel direkt nach der Preisverleihung. Doch der Stolz klingt durch, als er von seinem Projekt erzählt. „Durch die Astronomie-AG am Johanneum bin ich in Kontakt mit Solarfiltern gekommen. Ich wollte mir die optischen Eigenschaften ansehen, dabei bin ich auf merkwürdige Peaks aufmerksam geworden.“ Um sich diese sogenannten Indifferenzphänomene zu erklären, stellte der Zwölftklässer ein Modell an und überprüfte es mit einem Experiment. „Mein Modell beschreibt das sowohl qualitativ als auch quantitativ.“

Sehr interessante Gespräche auf Augenhöhe

Zehn Tage hat Sebastian Hendel jetzt Zeit, um nochmal Änderungen an seiner schriftlichen Ausarbeitung vorzunehmen und sie für die nächste und letzte Runde des bekannten Nachwuchswettbewerbs einzureichen. Als hilfreich empfindet er die Fragen, die die Jury bei den Bewertungsrundgängen gestellt haben. „Das waren sehr interessante Gespräche auf Augenhöhe, über die Ansätze lohnt es sich, nachzudenken.“

Nico Arndt (l.) und Joshua Maria Kebbel haben mithilfe von Hefen Zucker in Lebensmitteln analysiert. Dafür wurden sie mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Foto: Werum IT Solutions
Nico Arndt (l.) und Joshua Maria Kebbel haben mithilfe von Hefen Zucker in Lebensmitteln analysiert. Dafür wurden sie mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Foto: Werum IT Solutions

Eigentlich müsste der Lüneburger mit den Gedanken schon bei den Abiturprüfungen sein, Mitte April schreibt er die erste Klausur. Dass er sich in Mathe, Physik und Informatik behaupten muss, liegt nahe. „In der ersten Woche der Osterferien werde ich mich definitiv mal dransetzen“, sagt er und lacht. „Bis zum Bundeswettbewerb bin ich mit dem Abi zum Glück fertig.“

Sonderpreis des Kultusministeriums

Eine ähnliche Einstellung haben auch Chiara Brede (17) und Jonas Wübbenhorst (16). „Wir sollten wahrscheinlich schon angefangen haben zu lernen“, sagt die Schülerin des Gymnasiums Bleckede. Zeit, sich auf das Abitur vorzubereiten, hat das Duo jetzt – beim Landeswettbewerb war nur ein Sonderpreis für „Wasserstoff, Brennstoffzelle und batterieelektrische Antriebe“ zu holen. Von Enttäuschung ist jedoch nichts zu spüren. „Es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht.“

Einen Sonderpreis des Kultusministeriums für eine „besonders kreative Arbeit“ gab es für den 17-jährigen Nico Arndt und Joshua Maria Kebbel (16) vom Bernhard-Riemann-Gymnasium. Die beiden haben mithilfe von Hefen Zucker in Lebensmitteln analysiert. Lob soll es von der Jury bei der Verleihung vor allem für die Idee und die Arbeitsweise gegeben haben. „Sie haben uns zudem ermuntert, an dem Thema dran zu bleiben und noch mehrere Versuche durchzuführen“, sagt der Schüler, der auch nicht unerwähnt lässt, dass die Konkurrenz im Fachbereich Chemie mit insgesamt acht Projekten groß war.

Von Anna Paarmann