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Stauwahnsinn rund um Lüneburg

Lüneburg. Zwei gute Methoden, dem derzeitigen Stauwahnsinn im nördlichen Lüneburg zu entgehen, sind der Umstieg aufs Fahrrad oder auf die Bahn. Oder man nimmt große Umwege in Kauf. Nachdem nun die Ostumgehung in südlicher Fahrtrichtung zwischen Lüneburg-Nord und Adendorf gesperrt wurde, standen am Montag wieder Tausende Autofahrer im Stau. Dabei verstopfte bereits morgens Verkehr, der aus Norden von der A39 kam, die Lüneburger Innenstadt. Die innerstädtische Umleitung, die weiter südlich wieder zur Ostumgehung führt, wurde für viele zur Staufalle. Autos standen mehrere Kilometer Schlange, sowohl auf der A 39 Richtung Lüneburg als auch von Bardowick kommend. Das Elend für Autofahrer könnte aber früher enden, als gedacht. Sollte die Witterung mitspielen, könnte die Streckensperrung bereits am Donnerstag wieder aufgehoben werden.

„Unsere Mitarbeiter sind dabei, noch mal die Ampelschaltzeiten nachzujustieren, damit wenigstens zum Feierabendverkehr etwas Entspannung eintritt“, sagte Stadtpressesprecherin Ann-Cathrin Behnck. „Ein Problem ist, dass viele die Umleitungsstrecke für den überregionalen Verkehr gar nicht nutzen.“ Ähnlich sieht das Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landesbehörde für Straßenbau und -verkehr. „Wir haben in Richtung Lüneburg extra eine Umleitung ab Winsen-West eingerichtet, damit der überregionale Verkehr nicht in Lüneburg-Nord aufläuft.“ Zumindest am Montag schien sie noch nicht allzu viel Beachtung gefunden zu haben. Dabei soll der Verkehr aus Richtung Hamburg bereits in Höhe Winsen die Autobahn verlassen und dann über Pattensen, Salzhausen und Amelinghausen bis zur B 209 die Stadt weiträumig umfahren.

UMLEITUNG:

Da ein Teil der Ostumgehung gesperrt ist, wird der Verkehr in Richtung Süden von der A39 kommend über die Hamburger Straße und Bockelmannstraße umgeleitet. (Grafik: lz)

Viele Verkehrsteilnehmer laden unterdessen ihren Unmut direkt bei der Landesbehörde ab. In sozialen Netzwerken wurde für Beschwerden die direkte Telefondurchwahl von Behördenleiter Möller veröffentlicht. „Es gibt Anrufe“, sagte Möller, „aber wir erklären den Leuten dann, was wir machen und warum das notwendig ist.“ So werden auf dem Teilstück der Ostumgehung die oberen Asphaltschichten erneuert, acht Zentimeter Binderschicht und darüber drei bis vier Zentimeter Deckschicht. Möller: „Die Fahrbahn hat in dem Bereich erhebliche Schäden aufgewiesen, die durch den Frost der vergangenen Wochen noch verstärkt wurden. Die Maßnahme soll in nur wenigen Tagen umgesetzt werden.“ Am Montag wurde der Belag abgefräst, am Dienstag wurde mit dem Einbau begonnen. Die Fahrbahn könnte bereits im Verlauf des Donnerstagnachmittags wieder freigegeben werden. Möller: „Die Restarbeiten, wie das Herstellen der Fahrbahnmarkierung, erfolgen nach Ostern, dann aber nicht mehr unter Vollsperrung.“

Für Kopfschmerzen sorgte die Umleitungsempfehlung der Stadt, nördlich von Lüneburg über die Elba-Kreuzung zwischen Bardowick und Adendorf auszuweichen. „Da kommt man vom Regen in die Traufe“, sagte Arndt Conrad von der Bardowicker Samtgemeindeverwaltung. „Wir regen immer noch an, dass die Stadt die Bernsteinbrücke offiziell freigibt.“ Dann könnten zumindest Autofahrer zwischen Bardowick und Lüneburg über Ochtmissen ausweichen. Dazu sagt Behnck: „Wir prüfen das.“

FOTOGALERIE:

Lüneburg. Nach der Sperrung ist vor der Sperrung: Am Sonnabend wurde die direkte Fahrverbindung zwischen Lüneburg und Bardowick wieder freigegeben, ebenso die direkte Zufahrt ins Gewerbegebiet Goseburg in Höhe der Autobahnanschluss-Stelle Lüneburg-Nord. Doch in der Nacht zu Montag, 26. März, begann der nächste Bauabschnitt. Dafür wurde die Ostumgehung zwischen Lüneburg/Bardowick und Adendorf in südlicher Fahrtrichtung gesperrt, voraussichtlich bis 4. April. Die Strecke in Fahrtrichtung Hamburg soll hingegen frei bleiben.

  • Freie Fahrt im Kreisel
    Abgeschlossen wurden indes schon am Freitag die Sanierungsarbeiten am Landwehr-Kreisel im Zuge der Hamburger Landstraße (K16) zwischen Bardowick und Lüneburg im Auftrag des Landkreises Lüneburg. Wenn auch die Baustelle auf der nach Lüneburg weiterführenden Hamburger Straße (L216) fertig ist, sollte zumindest zwischen dem Domflecken und der Salzstadt der Verkehr wieder ungehindert fließen können. Ebenso ins Gewerbegebiet Goseburg.
  • Sperrung der Ostumgehung
    In der Nacht auf Montag wurde im Bereich der Anschluss-Stelle Lüneburg-Nord die Auffahrt zur Autobahn 39 beziehungsweise Bundesstraße 4 (Ostumgehung) in Fahrtrichtung Uelzen/Soltau/Braunschweig vollgesperrt. Dann ist sowohl aus Fahrtrichtung Bardowick wie auch aus Lüneburg die Verbindung über die Schnellstraße in Richtung Süden dicht. In Richtung Norden bleibt die Strecke aber frei, sagt Annette Padberg von der Landesbehörde. Die Auffahrten von Bardowick oder Lüneburg-Nord auf die A39 in Richtung Hamburg bleiben ebenso frei. Da die Ostumgehung auf dem Teilstück nur in südlicher Richtung gesperrt wurde, kann man in nördlicher Richtung weiterhin auch wieder in Bardowick und Lüneburg-Nord abfahren.
  • Umleitung im Bereich Lüneburg-Nord
    Für Autofahrer, die von Lüneburg-Nord kommen und weiter südlich wieder auf die Ostumgehung fahren wollen, richtete die Hansestadt Lüneburg ab der Kreuzung Hamburger Straße/Vor dem Bardowicker Tore die Umleitungsstrecke U2 ein. Diese führt über die Kreuzung Am Alten Eisenwerk/Franz-Anker- und die Lise-Meitner-Straße zur Bockelmannstraße und dann hoch zur Anschlussstelle Lüne wieder auf die Ost-Umgehung. Alternativ dazu können Autofahrer auch die Anschluss-Stelle Ebensberg nutzen, rät Stadtsprecherin Suzanne Moenck. „Möglich, aber nicht zu empfehlen ist die Strecke durch die Goseburg.“ Die könnte sogar schon im Laufe des Sonnabends wieder frei sein. „Bei hoher Verkehrsbelastung wiederholt sich aber sonst das Stau-Szenario dieser Woche.“ Auch sollten nach Möglichkeit die nördlichen Anschluss-Stellen der Ostumgehung Lüne/Adendorf und Lüneburg-Nord gemieden werden sowie die Bockelmannstraße.
  • Umleitungsempfehlung innerhalb der Stadt
    Um die Umleitungsstrecke U2 bedienen zu können, sind die Ampeln an den Kreuzungen neu geschaltet worden, damit möglichst viele Autos während der Grünphasen von der Hamburger über die Spange in die Bockelmannstraße (Höhe Kino) kommen. Aber zum Nachteil für die anderen Fahrtrichtungen. Zum Beispiel sollte vom Stadtteil Kreideberg aus lieber die Strecke Hindenburg- / Reichenbachstraße / Am Schifferwall genutzt und dafür der Moldenweg vermieden werden. Ansonsten sollte innerstädtischer Verkehr in Richtung Süden vor allem den westlichen Stadtring nutzen.
  • Umleitung aus Richtung Hamburg/Winsen
    Obwohl die Abfahrt an der Anschluss-Stelle Lüneburg-Nord wieder frei sein wird, wird für den „großräumigen Verkehr der A39“, so Padberg, aus Fahrtrichtung Hamburg kommend eine Umleitungsstrecke (U4) bis zur Hansestadt Lüneburg ausgewiesen, und zwar bereits ab der Anschluss-Stelle Winsen-West: Diese Umleitung führt ab Winsen-West über Pattensen, Toppenstedt, Salzhausen weiter über Oldendorf/Luhe und Amelinghausen zur B209 nach Lüneburg. Entsprechende Fahrempfehlung für den überregionalen Verkehr über die A7 zur B209 in Fahrtrichtung Braunschweig werden bereits im Bereich des Maschener Kreuzes angekündigt, heißt es. Durch die etwas umständliche Umleitung des überörtlichen Verkehrs über die Dörfer soll vermieden werden, dass sich der Verkehr an der freien A39-Abfahrt Lüneburg-Nord staut und auf der Weiterfahrt über die Hamburger Straße zusätzlich die Innenstadt verstopft.
  • Umleitung aus Richtung Handorf/Geesthacht
    Die Stadt Lüneburg rät auch Autofahrern, die von Norden über die B404 kommend Lüneburg anfahren, sich zunächst in Richtung Osten zu orientieren, „also zum Beispiel über Wittorf und Bardowick zur B209 (Elba-Kreuzung) und dann gegebenenfalls weiter zur B4/B209, Anschlussstelle Lüne/Adendorf in Richtung Uelzen“. So soll die Abfahrt Lüneburg-Nord entlastet werden. Allerdings war auch die Situation an der Elba-Kreuzung in den vergangenen Tagen stark angespannt.
  • Perspektive
    Die jetzigen Bauarbeiten rund um die Anschluss-Stelle Lüneburg-Nord und der Ostumgehung sind nur die Vorstufe zu der geplanten Grunderneuerung der A39 zwischen Lüneburg-Nord und der Abfahrt Handorf zur B404 auf rund sechs Kilometern Länge. Derzeit wird dafür die einspurige Betonschutzwand für die spätere Verkehrsführung hergestellt. Zunächst soll die Richtungsfahrbahn Hamburg erneuert werden. Der Verkehr soll dann komplett über die Richtungsfahrbahn Lüneburg geführt werden – einspurig nach Süden, zweispurig nach Norden. Diese Arbeiten sollen vorraussichtlich ab 4. April beginnen und bis September dauern.
  • Weitere Baustelle
    In eine neue Phase sind die Bauarbeiten im Maschener Kreuz übergangen. Bereits seit Mitte Februar läuft dort die Sanierung der Brücke, die die A39 über die A1 führt sowie weitere Instandsetzungsmaßnahmen (LZ berichtete). Seit wenigen Tagen läuft die Erneuerung des südlichen Überbaus. Dafür ist aus Fahrtrichtung Hamburg der direkte Wechsel auf die A39 Richtung Lüneburg nicht mehr möglich. Der Verkehr wird zunächst am Maschener Kreuz vorbei und weiter auf der A1 bis nach Hittfeld umgeleitet. Von dort aus geht es wieder zurück Richtung Hamburg und dann durch die andere Schleife des Maschener Kreuzes auf die A39 Richtung Lüneburg. Das ist ein Umweg von etwas mehr als acht Kilometern. Dieser Bauabschnitt der Brückenerneuerung soll noch bis Juli dauern, die Gesamtmaßnahme bis November.

Von Dennis Thomas

7 Kommentare

  1. Von einem Schildbürgerstreich zu sprechen, wäre eine horrende Beleidigung der Schildbürger.
    Da wird wochenlang 2017 die A39 auf beiden Richtungen einspurig geführt => Staus, ohne Ende. Die Mittelstreifen werden aufgebrochen, um Verschwenkungsmöglichkeiten zu schaffen, die eine, jeweils einspurige, Verkehrsführung in beide Richtungen der A39/B4 ermöglichen, und dann nutzt man sie nicht. Statt dessen wird der Verkehr durch das Stadtgebiet getrieben. Was für Planer sind da am Werk?
    Ist da das Verstand auf der Strecke geblieben?
    Was werden wir Verkehrsteilnehmer noch erdulden müssen, wenn das nur der Anfang ist?
    Mein Vorschlag: Von A39 Handorf jeweils einspurig bis Adendorf und in Gegenrichtung und, wenn die andere Seite dran ist, eben die andere Fahrspur auch jeweils einspurig nutzen.
    Das kann doch nicht so schwer sein.

    • Ich kann Ihnen da nur zustimmen. Wenn man sich hier schon den Plan anguckt, alles von der Autobahn aus Norden kommend, wird durch das Nadelör Lise-Meitner-Straße gedrängt. Das sollte schon jedem normal denkenden Menschen auffallen, dass das nicht funktionieren kann.
      Ich bin in der Goseburg beruftätig, abends irgendwie aus Lüneburg raus zu kommen, ist ein Abenteuer. Und wenn man es irgendwie geschafft hat, steht man in Bardowick Ortsmitte am Stauende, der bis Kreuzung Elba reicht.
      Irgendwas ist da bei der Planung mächtig schief gelaufen. Es kommt einem vor, das eine Planung garnicht stattgefunden hat, sondern einfach die Straße für die Bauarbeiten gesperrt wurde. Und jeder Autofahrer darf zusehen, wie er sich da durchwurschtelt.

  2. Wir sollen uns wahrscheinlich schon mal an Zustände gewöhnen, wie sie uns blühen, wenn die A39 bis Wolfsburg ausgebaut ist. Oder was glaubt man wie es künftig wohl in der Stadt bei einer unfallbedingten Vollsperrung der Autobahn aussieht?

  3. “ Sollte die Witterung mitspielen, könnte die Streckensperrung bereits am Donnerstag wieder aufgehoben werden.“

    Ein Funken Hoffnung. Der jetzige Zustand ist einfach nur eine Katastrophe. An der Kreuzung am Moldenweg herrscht zeitweise regelrecht ein einziges Chaos. Lediglich Stadtauswärts nach Bardowick gibt es keine Probleme. Doch um zurück zu kommen bedarf es weiträumiger Umwege. Auf denen ist man jedoch immer noch weitaus schneller wieder in Lüneburg als wenn man sich in den Stau stellt.
    Hoffentlich verdeutlicht dieser „Notstand“ auch mal den Gegnern von Ostumgehung und Verlängerung der A39 mal wie zwingend notwendig diese Straßen sind. Das Allgemeininteresse sollte gegenüber den Zahlenmäßig wenigen Gegnern, die oft mehr ideologisch als rational ausgerichtet sind, überwiegen. Denn sonst haben wir im weiteren Verlauf der B4 und B209 täglich diesen Zustand. Die Anwohner in den Ortsdurchfahrten werden sich „freuen“. Das wird sich auch nicht ändern wenn alle Fahrzeuge mit Elektromotoren betrieben werden. Es geht hier um die Masse/Anzahl von Fahrzeugen.
    Zum Schluss habe ich noch eine „gute“ wenn auch etwas zu späte Idee. Vielleicht hätte man an der Hamburger Straße diese Woche eine Messstation aufstellen sollen. Ich könnte mir vorstellen dass die Messergebnis für ein Dieselfahrverbot ausreichend sein könnten ;-). Dann würde der Kessel aber explodieren.

  4. Alles Jammerei. Es wird halt gebaut, darauf muss man sich halt einstellen, ein bisschen früher aufstehen, ein bisschen weiter umfahren, ein bisschen mehr Geduld und gut ist es. Es wird auch wieder vorbeigehen. Die Jammerer sollten mal in den Ruhrpott ziehen, da ist so etwas Dauerzustand, da kann man Klagen aber hier doch nicht.

    • Oder, wenn die Arena wirklich an die Lüner Rennbahn gequetscht wird. Dann ist der Verkehrsinfarkt für die Adendorfer Dauerzustand. Wer in direkter Nachbarschaft zum Lüneburger Gewerbegebiet „Vrestorfer Heide“ wohnt, weiß um die schon seit Jahren akute Verkehrs- und Parkplatzproblematik dort. Nun lädt die Gemeinde Adendorf für Montag, 9. April, 19 Uhr, zu einer Einwohnerversammlung zum Thema Arena Lüneburger Land in die Aula der Grundschule am Weinbergsweg ein.

  5. Marlene Aus Wittorf

    Bei allem Verständnis für die längst überfälligen Sanierungsmassnahmen, die zeitliche Parallelen der Baustellen und die damit verbundenen Umleitungen sind dermaßen miserabel durchdacht worden, dass zwischen Winsen und Lüneburg das reinste Verkehrschaos herrscht.
    Manche Schilder sind so blöd aufgestellt worden, dass man sie nicht sieht.
    Zum Beispiel im Landwehr-Kreisel, im Knick der Ausfahrt nach Lüneburg, halb von Bäumen versteckt, ist eine Sackgasse beschildert. Nichts davon, dass nur die Zufahrt zur A39 Richtung Hamburg frei ist. Ich habe dort riskante Wendemanöver von Ortsfremden gesehen. Selbst Ortskundige sehen es zu spät, weichen über Ochtmissen aus. (Der nicht frei gegeben ist!)
    Aus der Goseburg raus, ist erst kurz vor der abknickenden Vorfahrt bei McD./Staples die Sperrung der Kreuzung Aral-Tanke durch ein kleines Sackgasse-Schild ausgewiesen, hinter der Kurve dann die Sperrung. Also fährt man über den Kaufland-Parkplatz zurück.
    Dazu sind auf den Umleitungsstrecken ebenfalls Sperrungen wegen Baustellen, oder die sind unter normalen Umständen schon stark befahrene Strecken, die jetzt kurz vor dem Kollaps sind.