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Adendorfs Umweltbeauftragter Dennis Volland freut sich über Hunderte von bunten Saatgutmischungen. (Foto: pet)

Für bunte Blumenwiesen

Adendorf. Wilder Majoran, Sumpf-Hornklee, Wegerichblättriger Natternkopf, Moschusmalve, Wiesensalbei – und viele Sorten mehr sind in den Saatgutmischungen enthalten, die sich die Adendorfer ab sofort kostenlos abholen können, um ihre Gärten noch vielfältiger blühen zu lassen. Es ist der „Startschuss“ des Projekts „Adendorf blüht“, das der ehrenamtliche Umweltbeauftragte Dennis Volland Anfang des Jahres auf den Weg gebracht hatte.

Ziel des Projekts „Adendorf blüht“ sei es, „auf kommunaler Ebene Verantwortung für die Artenvielfalt zu übernehmen“, erklärt Dennis Volland. Im vergangene Jahr habe es alarmierende Nachrichten zum Thema Insektensterben gegeben. „Die Insekten verlieren ihre Heimat, sie verlieren ihre Nahrungsgrundlagen“, klagt Volland und nennt auch extreme Folgen: „Ohne Biene auch kein Obst.“

Drei Schwerpunkte

Die Adendorfer Aktion bringt viele Akteure im Dorf zusammen: die Gemeinde Adendorf und den Bauhof, die Oberschule am Katzenberg, die Grundschule, den Bürgerverein, die Kindertagesstätte an der Feuerwehr, den örtlichen Hagebaumarkt und die Bibliothek am Rathausplatz – alle werden mit eigenen Schwerpunkten mitarbeiten, sei es durch das Anlegen eigener Blühflächen, das Aufstellen von Insektenhotels oder den Einstieg in die Imkerei.

Das Adendorfer Projekt gliedert sich in drei Schwerpunkte – der erste beginnt jetzt mit der Ausgabe von Saatgutmischungen, die, wenn das Wetter es zulässt, in die Erde gebracht werden können. Die Adendorfer sind dazu aufgerufen, Blühflächen einzurichten.

Zweiter Schwerpunkt: Die Gemeinde stellt fünf Flächen mit insgesamt 7000 Quadratmetern für Blühflächen zur Verfügung. Der örtliche Bauhof steht in den Startlöchern, wartet auf geeignetes Wetter, um loszulegen. Das Saatgut für diese Flächen stellt der Feuerbestattungsverein Lüneburg zur Verfügung. Auch Landwirt Heiko Hagemann beteiligt sich an „Adendorf blüht“: Neben rund fünf Hektar Blühstreifen, die er schon unterhält, will er weitere 5000 Qua­dratmeter zum Blühen bringen.

„Sensibilität für das Artensterben steigern“

Schließlich wolle man, wie Umweltbeauftragter Volland sagt, „die Sensibilität der Adendorfer Bürger für das Artensterben steigern.“ Dazu soll es Informationsveranstaltungen geben, außerdem hat die Bibliothek bereits ihren Bestand in Bereichen wie Artenvielfalt und Bienenfreundlichkeit erweitert. Der Hagebaumarkt will unter anderem auch Unterstützung beim Bau von Insektenhotels geben.

Die Packungen mit den Saatgutmischungen, die jeweils 50 Gramm für bis zu zehn Quadratmeter Fläche enthalten, sind abzuholen in der Bibliothek am Rathausplatz und beim Hagebaumarkt in Adendorf (Artlenburger Landstraße 55). Es gibt Tipps, wie die Samen erfolgreich zum Blühen gebracht werden können.

Dennis Volland: „Wir wollen gemeinschaftlich die Artenvielfalt in Adendorf fördern. Dabei wollen wir zukunftsorientiert arbeiten. Das soll kein Projekt für ein Jahr sein.“ Bürgermeister Thomas Maack sieht das Adendorfer Projekt auch als „kraftvollen Auftakt“ zum Kampagne „Die Region Lüneburg summt“, an der sich der Landkreis Lüneburg beteiligt.

Von Ingo Petersen