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Nun ist es offiziell: Die Kreuzung Lüneburger Straße/Niendorfer Moorweg/Am Bleckwerk ist ein Unfallschwerpunkt. (Foto: cm)

Eine Kreuzung an der Belastungsgrenze

Bleckede. Bleckeder beklagen die Verkehrssituation schon lange, jetzt gilt die Kreuzung Lüneburger Straße/Niendorfer Moorweg/Am Bleckwerk auch offiziell als Unfallschwerpunkt. Entschieden hat das die Unfallkommission des Landkreises Lüneburg anhand der Unfallbilanz aus den Jahren 2014, 2015 und 2016. Nun steht das Team aus Vertretern von Polizei, Landkreis Lüneburg und Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vor der Frage: Wie lässt sich die Situation an dem Bleckeder Knotenpunkt entschärfen?

„In einem Fall wurde ein 83 Jahre alter Pedelec-Fahrer schwer verletzt.“
Isabell Wesselink, Landkreis Lüneburg

Insgesamt sechs Mal hat es in den drei Jahren auf der Kreuzung gekracht. Das hört sich nicht unbedingt nach einem Unfallschwerpunkt an, doch entscheidend für die Einordnung ist nicht allein die Anzahl, sondern auch die Schwere der Unfälle. „Und weil in Bleckede wiederholt Personen verletzt wurden, gilt die Kreuzung nun als Unfallschwerpunkt“, erklärt Isabel Wesselink aus der Pressestelle des Landkreises Lüneburg.

Zahlreiche Unfälle

2014 gab es einen Unfall. „Dabei wurde ein Fußgänger erfasst und leicht verletzt“, sagt Wesselink. 2015 krachte es dreimal, dabei blieb es in zwei Fällen beim Blechschaden. „In einem Fall wurde ein 83 Jahre alter Pedelec-Fahrer schwer verletzt.“ 2016 gab es zwei Unfälle. Im Mai ist ein Fußgänger bei Grün über die Straße gegangen, von einem Pkw angefahren und schwer verletzt worden. Im Dezember ist ein Kind auf der Kreuzung von einem Auto erfasst und ebenfalls schwer verletzt worden.

Einen Grund für die verschärfte Situation sehen die Experten in dem „erhöhten Verkehrsaufkommen“, „das sicherlich auch daran liegt, dass sich in dem Bereich in den letzten Jahren mehr Einzelhandel angesiedelt hat“, sagt Wesselink. „Der Knotenpunkt ist an seiner Belastungsgrenze.“ Und der Verkehr könnte noch weiter zunehmen, denn die Stadt Bleckede und die Landesstraßenbaubehörde verhandeln aktuell über die Umklassifizierung von zwei Straßen.

Kreisel oder neue Ampelanlage

Konkret soll die Breite Straße – Bleckedes Geschäftsstraße mitten durch die Innenstadt – von der Landesstraße zur Gemeindestraße umgewidmet werden. Im Gegenzug planen die Verantwortlichen, die Straße „Am Bleckwerk“ – eine Art Bleckeder Umgehungsstraße – zur Landesstraße zu machen und damit auch die Hauptverkehrsströme umzulenken. „Das wiederum würde vermutlich für noch mehr Verkehr auf der Kreuzung sorgen“, sagt die stellvertretende Leiterin der Landesbehörde, Annette Padberg.

Damit steht fest: Es muss gehandelt werden. Nur wie? Im Gespräch sind laut Padberg sowohl der Bau eines Kreisels als auch die Installierung einer Ampelanlage, die den gesamten Verkehr auf der Kreuzung lenkt. Aktuell gibt es lediglich eine Fußgängerampel zum Überqueren der Lüneburger Straße. „Aktuell prüfen wir als Unfallkommission, welche Maßnahme am sinnvollsten erscheint“, sagt Padberg. Ein Vor-Ort-Termin ist bereits geplant.

Um kurzfristig etwas zu tun, soll nach Kreisangaben zudem ein gelbes Blinklicht an der Fußgängerampel installiert werden.

Von Anna Sprockhoff