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Schüler Valentin Mühle mit Künstlerin Swantje Crone bei der Gestaltung der Innenräume innerhalb der Bauwochen. (Foto: kg)

Ein Ort der Begegnung

Lüneburg. In zwei Tagen sind die Bauwochen offiziell beendet, in denen rund 100 Handwerker und freiwillige Helfer täglich in der neuen Begegnungsstätte an der Katzenstraße gehämmert und gebohrt haben. Hinter dem Namen „Mosaique – Haus der Kulturen“ verbirgt sich das Anliegen, in Lüneburg einen Ort zu schaffen, der Menschen aller Nationalitäten und Generationen willkommen heißt (LZ berichtete). Initiatorin des Projekts ist Corinna Krome, als Kooperationspartner konnte sie den Verein amikeco-Willkommensinitiative und das Welcome and Learning Center gewinnen. Die beiden Organisationen sind inzwischen in die ehemalige Musikschule eingezogen, Angebote wie eine offene Beratung, Sprachkurse für Geflüchtete und Mathe-Nachhilfe für jedermann laufen schon.

Diebstahl sorgte für kurzfristigen Frust

Jetzt muss das Projekt, das nur aufgrund von ehrenamtlichem Engagement und Spenden ins Rollen gebracht werden konnte, einen Rückschlag verkraften. So sind am Freitag eine Kamera und einige Hundert Euro Bargeld gestohlen worden. Das Team, das mittlerweile Anzeige erstattet hat, machte seinem Ärger darüber bei Facebook Luft: „All die Energie, all die Menschen, die mit angepackt haben, all die schönen Stunden, die wir in den letzten Wochen hier gemeinsam verbrachten, all das erscheint jetzt in einem neuen Licht. Unsere Motivation für unser Haus der Kulturen ist nach wie vor sehr groß, dennoch steigt auch unser Misstrauen.“ Traurig zeigte man sich vor allem über den Verlust der Speicherkarte, die etliche Eindrücke der vergangenen Tage enthält. „Die Momente, festgehalten auf den Fotos, bleiben in unseren Köpfen – wir brauchen die Bilder jedoch auch für Dokumentationen, Projektanträge“, heißt es im Beitrag.

Krome hat diese Aussagen jetzt auf LZ-Nachfrage relativiert, die Aufnahmen hätten Stunden vor dem Diebstahl noch gesichert werden können, sagt sie. Auch habe man das gestohlene Geld durch etliche Veranstaltungen am Wochenende, an denen insgesamt rund 350 Leute teilgenommen hätten, wieder drin. Der 31-Jährigen war es zudem wichtig zu betonen, dass der Tatendrang der Beteiligten ungebrochen sei. „Sowas kann nun mal passieren. Das ist eine kleine Schattenseite.“ Das Mosaique sei ein Ort der Begegnung, „das ist bisher so gewesen und soll auch so bleiben. Hinter uns liegen vier unglaublich tolle Wochen mit ganz viel Vertrauen“.

Einrichtungsgegenstände gesucht

Für Donnerstag, 29. März, lädt das Team zum Abschluss der Bauwochen ein. Die Veranstaltung, bei der unter anderem mehrere Bands spielen, startet um 19 Uhr. Dieses Datum bedeutet jedoch nicht, dass es im Haus der Kulturen nichts mehr zu tun gibt. In den vergangenen Wochen wurden sämtliche Wände gestrichen, Räume verziert und Möbel aufgebaut. Bei der Einrichtung sind Krome und die anderen Aktiven aber noch auf Spenden angewiesen, eine Auflistung der benötigten Gegenstände ist auf der Internetseite zu finden.

Neben dem Wunsch, Initiativen einen Veranstaltungsort zu bieten und Kräfte zu bündeln, sei das Mosaique auch dazu da, Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen. So stehen zwei Wohngemeinschaften, zwei kleinere Apartments und eine Familienwohnung zu Verfügung – Platz für insgesamt 15 Personen. Bewohner aus dem Sudan, Afghanistan, Syrien, Deutschland, dem Iran, China und Kolumbien ziehen am 1. April ein.

Eröffnungsfeier

Am Dienstag, 10. April, ab 19 Uhr findet die Eröffnungsfeier im Haus der Kulturen statt. Dann wird Oberbürgermeister Ulrich Mädge ein Grußwort sprechen. Außerdem erwartet die Gäste Musik und Poesie aus Syrien, ein Chor singt, der Hunger kann an einem internationalen Buffet gestillt werden. Gemeinsam mit diesem offiziellen Eröffnungstag sollen auch feste Öffnungszeiten eingerichtet werden. Geplant ist, dass vormittags angeleitete Kurse und Workshops stattfinden, die offene Begegnungsstätte Raum am Nachmittag hat und abends Veranstaltungen ausgerichtet werden können.

Von Anna Paarmann