Dienstag , 18. September 2018
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An sechs Tagen Anfang Dezember fuhr ein Triebwagen wieder zwischen Lüneburg und Bleckede. Foto: bahnfotokiste.de

Preis als Ansporn für regelmäßigen Betrieb

Lüneburg. Für ihren Einsatz zur Reaktivierung der Bahnstrecke Lüneburg-Bleckede hat die „Bleckeder Kleinbahn“ den Landespreis des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ e rhalten. Stellvertretend nahmen der designierte Betriebsleiter Hennig Karger sowie der Neetzer Günther Behrendsen die Auszeichnung beim ProBahn-Bundesverbandstag in Einbeck (Landkreis Northeim) entgegen. Mit Geld ist der Preis aber nicht dotiert. Gleichwohl leistet er der Idee Vortrieb, die Bahnstrecke Lüneburg-Bleckede wieder regelmäßig für den Schienenpersonennahverkehr nutzbar zu machen. „Der Preis zeigt, dass das nicht unsere eigene Meinung ist, sondern auch berufene Leute von außerhalb das so sehen“, sagt Hans Dierken, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg (AVL), zu der die Bleckeder Kleinbahn gehört.

Der Hintergrund: Im Mai sowie im Dezember vergangenen Jahres hatte die Bleckeder Kleinbahn sich einen S-Bahn-Triebwagen der Ascherslebener Verkehrsgesellschaft ausgeliehen und für jeweils rund eine Woche einen regelmäßigen Pendelverkehr auf der Strecke Lüneburg-Bleckede eingerichtet. Im Mai nutzten mehr als 3000 Fahrgäste das Angebot, im Dezember waren es rund 2200.

Alternatives Angebot für Pendler ist das Ziel

Die Ergebnisse des Probebetriebs fließen in eine Studie im Auftrag des Kreises Lüneburg ein. Der will auf lokaler Ebene das Potenzial zur Reaktivierung von Bahnstrecken untersuchen, etwa Lüneburg-Bleckede und Lüneburg-Amelinghausen. Dierken sagt: „Wir möchten ein alternatives Nahverkehrsangebot für Pendler schaffen, das für die Menschen einen nutzbaren Zeitgewinn bedeutet. Im Zug kann man sich entspannen, lesen oder am Laptop arbeiten, besser als im Bus oder Auto.“

Schon 2013 hatte sich der damalige niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies dafür ausgesprochen, brachliegende Bahnstrecken auf den Prüfstand für eine mögliche Reaktivierung zu stellen. Die Strecke Lüneburg-Bleckede kam wie die Strecke Lüneburg-Soltau in die engere Auswahl, schied aber nach der Analyse des Kosten-Nutzen-Verhältnisses aus. Damit die Verbindung Lüneburg-Bleckede bei der nächsten Überprüfung besser abschneidet, plant die Bleckeder Kleinbahn abschnittsweise weitere Streckensanierungen.

Die Streckenkonzession für die Verbindung lässt eine maximale Geschwindigkeit von 60 km/h zu. In weiten Teilen können die Züge der Bleckeder Kleinbahn dieses Tempo aber gar nicht ausfahren, weil es der bauliche Zustand der Strecke nicht hergibt, sagt Dierken. Die Idee ist nun, zunächst das Tempo im Rahmen der Konzessionierung zu ermöglichen.

Millioneninvestition für bessere Schienen

Dierken sagt: „Im Sommer 2019 planen wir für rund eine Million Euro drei Kilometer Schienenstrecke zu sanieren, verteilt auf mehrere Abschnitte.“ Damit das Geld dafür reinkommt, hofft die Bleckeder Kleinbahn auf öffentliche Fördermittel. Ein Hebel dafür könnte die Nutzung der Strecke für gelegentlichen Güterverkehr sein. Mit der schrittweisen Ertüchtigung der Strecke und dem Nutzen für den Güterverkehr könnte die Verbindung Lüneburg-Bleckede bei einer erneuten Kosten-Nutzen-Analyse wesentlich besser abschneiden und somit auch wieder für eine Landesförderung in Betracht kommen, so der Plan der ehrenamtlichen Bahner.

Von Dennis Thomas

Preis für Metronom

Richtige Ansprache

Für ihre „zielführende und ehrliche Information bei Störungen, insbesondere bei den Orkanen“ zeichnete der Fahrgastverband Pro Bahn die Metronom Eisenbahngesellschaft aus Uelzen mit einem Bundespreis aus. Die Auszeichnung nahmen Pressesprecher Björn Pamperin, Geschäftsführer Dr. Lorenz Kasch sowie Wilmut König für seine „deeskalierende Kommunikation mit Fußballfans“ entgegen.