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Polizisten auf dem Grundstück, auf dem Kurt-Werner Wichmann gelebt hat. Die Ermittler vermuten hier Hinweise zu mehreren Mordfällen.

Jeder Stein wird umgedreht

Lüneburg. Mit großem Aufwand hat die Polizei am Mittwochmorgen am Lüneburger Stadtrand begonnen, das Grundstück des mutmaßlichen Serienmörders Kurt-Werner Wichmann abzusuchen. Die Annahme der Ermittler: Auf dem rund 1300 Quadratmeter großen Areal sowie im Haus könnten sich Hinweise zu mehreren Mordfällen verbergen, möglicherweise könnten dort Leichen liegen.

Wichmann, der sich 1993 das Leben nahm, steht im Verdacht für die sogenannten Göhrde-Morde, bei denen im Sommer 1989 im Waldgebiet Göhrde zwei Paare starben, begangen zu haben. Erst jetzt ausgewertete DNA-Spuren legen den Verdacht nahe. Auch für den Tod der seit 1989 vermissten Birgit Meier soll der ehemalige Friedhofsgärtner verantwortlich sein. Ihre Leiche war im vergangenen Herbst auf dem Lüneburger Grundstück gefunden worden. Das war vor allem das Verdienst der Familie Birgit Meiers, die auf eigene Faust in dem Fall weiter ermittelt hatte.

Spürhunde aus Kroatien

Die Polizei hat gestern mit „Aufräumarbeiten“ begonnen. Ein technischer Zug aus Braunschweig nutzt dafür unter anderem einen Radlader sowie drei Überseecontainer. Kommende Woche soll weiter gesucht werden. Dann kommen besondere Spürhunde aus Kroatien zum Einsatz. Sie sind laut Polizeisprecher Mathias Fossenberger in der Lage, quasi Verwesungsgeruch wahrzunehmen. Übliche Leichenspürhunde brächten nichts: „Dafür ist zu viel Zeit vergangen.“

Die Polizei prüft in ihren Ermittlungen aktuell Verbindungen zu 27 ungeklärten Mordfällen. Möglicherweise hatte Wichmann einen Komplizen aus seinem engsten Umfeld. Der Mann ist in den Fokus der Ermittler geraten, allerdings gibt es im Moment keine eindeutigen Belegen für seine Mittäterschaft.

Von Carlo Eggeling