Mittwoch , 19. September 2018
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Claudio-Patrik Schrock-Opitz leitet die Lüneburg Marketing GmbH: Der Aufsichtsrat wünscht sich neue Ideen und Konzepte von ihm. (Foto: be)
Claudio-Patrik Schrock-Opitz leitet die Lüneburg Marketing GmbH: Der Aufsichtsrat wünscht sich neue Ideen und Konzepte von ihm. (Foto: be)

Es gibt Verbesserungsbedarf

Lüneburg. Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatte kürzlich mehr Ideen vom Geschäftsführer der Lüneburg Marketing GmbH, Claudio Patrik Schrock-Opitz, gefordert, nachdem die Stadt seinen Etat jährlich um 100 000 Euro aufstockt: „Das ist eine Aufforderung, etwas Vernünftiges mit dem Geld zu machen, Dinge, die uns weiterbringen.“ Ein paar Informationsstelen und eine andere Weihnachtsbeleuchtung meine er nicht damit. Auch der Aufsichtsrat sieht Schrock-Opitz gefordert. Als Gesellschafter waren Kämmerin Gabriele Lukoschek für die Stadt und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert für den Verein der Lüneburger jetzt in den Büros der Marketing an der Wallstraße zu Gast, um ein Stimmungsbild einzuholen und um Vorgaben zu machen. Der Druck auf Schrock-Opitz wächst.

Die Ansage ist klar. Die Kämmerin sagt: „Der Aufsichtsrat ist nicht weit weg von der Meinung des Oberbürgermeisters. In die Stoßrichtung gehen wir mit.“ Gleichwohl betonen beide, man stehe zum Geschäftsführer. Zeinert erklärt nach dem Treffen mit der Belegschaft: „Er hat das Vertrauen des Aufsichtsrates und seiner Mitarbeiter.“ Beide loben: „Die Mitarbeiter stehen mit Herzblut zu ihrer Gesellschaft.“ Allerdings war aus der Mitarbeiterrunde im Anschluss des Treffens zu hören, dass Schrock-Opitz bei dem Gespräch mit den Kollegen im Raum saß.

Gehälter der Mitarbeiter sollen angehoben werden

Gabriele Lukoschek umreißt, im Kern gehe es zunächst um eine Analyse des Ist-Zustandes und dann um Anregungen für neue Konzepte. Dabei blicken die beiden Aufsichtsräte nicht nur auf den Bereich der Veranstaltungen: „Es muss entwickelt werden: Wo wollen wir in fünf oder zehn Jahren sein? Dann kann man eine Zielvereinbarung schließen.“ Eine Zielvereinbarung meint konkrete Vorgaben und Zeitpunkte.

Sie nennen vier Themenfelder, welche die Marketing-Gesellschaft abdecken soll: die klassische Tourist-Information samt Werbung; das touristische Marketing, das gemeinsam mit Partnern betrieben werden solle, um neue Gäste zu gewinnen, das City-Management sowie Veranstaltungen. Bei den letzten drei Punkten macht das Duo Verbesserungsbedarf aus. „Der erste Aufschlag muss aus der Gesellschaft selbst kommen“, sagt die Kämmerin.

Die beiden Aufsichtsräte haben Verständnis, wenn Schrock-Opitz einen Teil des über fünf Jahre angelegten 100 000-Euro-Zuschusses in den allgemeinen Etat fließen lässt, denn seit Jahren hätten die Gesellschafter ihre Zuwendungen nicht erhöht, obwohl die Kosten gestiegen seien. Bei den Gehältern aber wohl überschaubar. Denn das Duo bestätigt, dass es binnen Jahren nur einmal ein Plus von zwei Prozent gegeben habe. Daher solle das Gehaltsniveau angehoben werden – auch um Mitarbeiter zu halten. Bekanntlich haben sich einige von der Gesellschaft verabschiedet, womöglich auch, weil sie anderswo bessere Konditionen finden.

Die Geschäftsführung sei gefragt, Mittel einzuwerben. „Das geht nur über konkrete Konzepte“, sagt Zeinert. Gabriele Lukoschek ergänzt: „So verstehen wir den 100 000-Euro-Zuschuss: als Anschub, um neue Kooperationspartner zu finden, die dann Projekte auch finanziell unterstützen.“ Stichworte seien beispielsweise das Tagungsgeschäft und der Shopping-Tourismus, also Lüneburg entdecken und hier einkaufen. Gäste sollen über das ganze Jahr an die Ilmenau gezogen werden, um schwache Zeiten zu beleben. Dafür könnten auch Hotelkapazitäten moderat wachsen.

Nach Monaten noch immer keine Ideen

Für Schrock-Opitz können die Themen nicht neu sei. Er weiß nach LZ-Informationen seit dem vergangenen Sommer, wohin die Reise gehen soll. Damals gab es entsprechende Signale aus dem Rathaus. Als der Wirtschaftsausschuss des Rates im Dezember 2017 grünes Licht für den höheren Zuschuss gab, erhielt er ähnliche Ansagen. Aus Kreisen der Marketing GmbH und der Gesellschafter heißt es, auch Monate später habe der Chef noch keine Ideen vorgelegt.

Von Carlo Eggeling

6 Kommentare

  1. Andreas Janowitz

    Weder Tagungsgeschäft noch Shopping-Tourismus sind Alleinstellungsmerklmale? Schon gar nicht mit Lüneburg verbunden? Die Wanzen in den Taschen vieler Mitbürger bieten Zugang zum globalen Markt? Für unschlagbar niedrige Kosten?

    Ein Alleinstellungsmerkmal wäre: eine Stadt durch Raubbau an natürlichen Ressourcen in weitest möglichem Umkreis reich geworden würde Kardaschow 1 Infrastruktur, wie CargoCap oder die von AkoTech angebotenen Produkte, aufbauen?
    „Konsum“ hat keinen Wert an sich, sondern ist nettes Beiwerk? Das Schiffshebewerk in Scharnebeck war touristisch nicht interessant, weil man dort Einkaufen konnte? Es war das „Alleinstellungsmerkmal“?!

  2. Außer dass Schrock-Opitz alle Mitarbeiter vergrault, wird dort nichts passieren. Stillstand, seit er da ist. Keine neuen Ideen, keine Konzepte, Lüneburg wird nur verwaltet. Für eine Änderung braucht man keine Budgeterhöhung, sondern einen neuen Chef