Dienstag , 25. September 2018
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Betriebsleiter und Fährleute der „Tanja“ hoffen, dass die Anfang März entdeckte Sandbank am Ostufer der Elbe den Betrieb der Fähre künftig nicht mehr behindert. (Foto: be)

Hoffen auf die Strömung

Neu Darchau. Zuverlässig pendelt die Elbfähre „Tanja“ seit mehr als zwei Wochen wieder Tag für Tag von morgens bis abends zwischen Neu Darchau und Darchau hin und her. Eine Sandbank in der Nähe des Ostufers und die fällige Hauptuntersuchung der Fähre in der Lauenburger Hitzler-Werft hatten den Betrieb im März für zwei Wochen ausfallen lassen.

„So viel mehr Wasser kommt den Strom herunter. Wir hoffen, dass das die Sandbank in Bewegung gebracht hat.“
Ernst-Wilhelm Meihöfer, Betriebsleiter

Die „Tanja“ war am Sonntag, 4. März, mehrfach auf die Sandbank aufgelaufen, konnte sich jeweils aus eigener Kraft wieder frei fahren. Seitdem ist der Wasserstand der Elbe um fast einen Meter angestiegen – von 2,47 Meter auf gestern am Pegel Neu Darchau gemessene 3,26 Meter. „So viel mehr Wasser kommt den Strom herunter. Wir hoffen, dass das die Sandbank in Bewegung gebracht hat“, sagt Ernst-Wilhelm Meihöfer, Betriebsleiter des Eigenbetriebs „Tanja“ der Gemeinde Neu Darchau.

„Tanja“ besteht Hauptuntersuchungen

Ein Peilboot des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Lauenburg hatte die Sandbank vor Darchau Anfang März bestätigt und vermessen. Allerdings wäre das WSA gar nicht für die Entfernung des mehrere Meter langen Hindernisses verantwortlich. „Grundsätzlich sind wir nur zuständig für die durchgehende Schifffahrt, aber nicht für Querverkehre oder Hafeneinfahrten an der Elbe“, hatte Andreas Dohms, kommissarischer Leiter des WSA Lauenburg, auf LZ-Anfrage erklärt.

Ernst-Wilhelm Meihöfer ist zuversichtlich, was den Betrieb der „Tanja“ angeht, zumal für die Elbe weiter steigende Wasserstände prognostiziert sind. Man bleibe aber vorsichtig: „Wir sind mit Firmen im Gespräch, die uns helfen können, wenn die Sandbank durch das steigende Wasser nicht auf natürlichem Weg weggespült worden sein sollte.“

„Mit Bravour“ habe die „Tanja“, die 1959 in den Niederlanden gebaut wurde und seit 1993 die Elbe befährt, die alle fünf Jahre fällige Hauptuntersuchung in Lauenburg überstanden, berichtet Betriebsleiter Meihöfer außerdem.

Ausfall beider Fähren

Mit spezieller Technik sei dabei unter anderem die Materialstärke „geschallt“ worden, auch Überholungs- und Wartungsarbeiten wurden erledigt. Dabei hatten zeitweise auch die Besatzungsmitglieder bei eisigem Wind und Minustemperaturen mit angepackt. Meihöfer ist überzeugt: „Wir können den fünf Jahren bis zur nächsten Hauptuntersuchung gelassen entgegen sehen.“

Fast zeitgleich mit der „Tanja“ zwischen Darchau und Neu Darchau hatte auch die zwischen Bleckede und Neu Bleckede verkehrende Fähre „Amt Neuhaus“ den Betrieb einstellen müssen – wegen Eisgangs.

Von Ingo Petersen