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Freuen sich auf ihr Kochduell: die ehemaligen Heideköniginnen Jana Rörup, Michaela Stelter, Kerstin Petersen-Rörup (links, von vorn) sowie die ehemaligen Heideböcke Moritz Schmidt, Carsten Stelter und 2. Adjutant Falko Gardlo (rechts, von vorn). Foto: bau

Königinnen kontra Böcke

Amelinghausen. Die Männer suchen das Risiko, wollen improvisieren. Die Frauen bauen auf Erfahrung und Können. Die Voraussetzungen für das zweite Live-Kochduell in Grätsch‘s Gasthaus Niedersachsen in Amelinghausen am Freitag, 13. April, ab 19 Uhr könnten unterschiedlicher kaum sein. Zur „Kitchenbattle 2.0“ bereit stehen die ehemaligen Heideköniginnen Kerstin Petersen-Rörup, Michaela Stelter und Jana Rörup. Ihre Kontrahenten sind die Ex-Heideböcke Carsten Stelter und Moritz Schmidt sowie der amtierende 2. Adjutant Falko Gardlo.

Letzterer ist mit 21 Jahren der Jüngste und kurzfristig ins Heidebock-Team gerückt, da der als Teilnehmer angefragte ehemalige Heidebock Johannes Rörup abgewunken hat. Für dessen Frau Jana keine Überraschung: „Wenn Johannes etwas nicht mag, dann Kochen und Rampenlicht“, sagt die 27-Jährige. Der zusätzliche Reiz eines Familienduells an der Herdplatte fällt für sie damit aus.

Männliche Hobby-Köche gegen sich selbstbewusst

Im Gegensatz zu Michaela Stelter. Die 45-Jährige ist darüber sogar „heilfroh“. Warum? „Ich hatte bei der Anfrage in unserer Königinnen-Whats-App-Gruppe spontan zugesagt und erst beim Nachdenken registriert, was da auf mich zukommt.“

Doch Aussteigen ging mangels weiterer Interessenten aus dem Kreis der ehemaligen Majestäten nicht mehr. „Einige wollten nicht, weil sie nur noch mit dem Thermomix kochen“, sagt Michaela Stelter und ergänzt lachend: „Seit ich aber weiß, dass mein Mann ohne mir bekannte Kochkünste mitmacht, und ich Kerstin und Jana an meiner Seite habe, bin ich wieder entspannt.“

„Einfache Zusammenrühren aller essbaren Komponenten“

Ihr Mann „Duffy“ kann das gar nicht nachvollziehen. Und da Klappern bekanntlich zum Handwerk gehört, präsentieren sich die männlichen Hobby-Köche beim ersten (verbalen) Schlagabtausch beim Inspizieren der Lokalität selbstbewusst. „Ich habe ein gutes Gefühl, wir gewinnen“, sagt Moritz Schmidt. „Denn“, sagt der 32-Jährige mit einem Augenzwinkern, „nur wir Heideböcke beherrschen die Kunst des Spiegeleierbratens“ – Grundnahrungsmittel Nummer 1 eines jeden Vereinsmitglieds. Ob das ausreicht, den Wettkampf gegen die Ex-Königinnen zu gewinnen? „Warum nicht? Darauf können wir aufbauen“, sagt Carsten Stelter. Der 48-Jährige führt aber noch weitere Argumente an. „Ich wollte als Kind immer Fernsehkoch werden.“ Sein Idol: Max Inzinger. Der kochte in den 1970er-Jahren in der ZDF-Sendung „Die Drehscheibe“.

Besonders dessen Satz „Ich habe da schon mal was vorbereitet“ und das aus seiner Sicht „einfache Zusammenrühren aller essbaren Komponenten“ sind bei Stelter haften geblieben. Gardlo ergänzt: „Außerdem viel Knoblauch und Zwiebeln dazugeben, dann schmeckt es immer.“

Jede Menge Spaß für einen guten Zweck

Und so sehen die drei Männer es auch nicht als Nachteil an, dass sie im Alltag selten kochen. „Außerdem haben wir ja noch unseren Coach Carlo Eggeling, der wird uns schon helfen.“ Der Chefreporter der LZ hat tatsächlich „kulinarische Wurzeln“.

Nach seinem Abitur begann der heute 55-Jährige eine Kochlehre, die aber durch den Zivildienst unterbrochen, und später nicht fortgesetzt wurde. Allerdings kellnerte und kochte sich Eggeling während seiner Studienzeit durch diverse Kneipen.

Eines verspricht der Küchenwettstreit neben den kulinarischen Überraschungen auf jeden Fall: jede Menge Spaß für den guten Zweck. Der Erlös geht erneut an das Kinderhospiz Sternenbrücke Hamburg. Die „Hütte“ bei Grätsch ist voll, alle Tickets für die 60 Publikumsplätze sind verkauft. „Die Show kann beginnen“, freuen sich die Organisatoren Ulli und Gesa Grätsch.

Von Marcel Baukloh