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Seit 1966 sammelt Hans-Georg Poch Briefmarken. Seine Leidenschaft gibt er an Jugendliche weiter. (Foto: t&w)
Seit 1966 sammelt Hans-Georg Poch Briefmarken. Seine Leidenschaft gibt er an Jugendliche weiter. (Foto: t&w)

Die Letzten ihrer Art

Reppenstedt. Ein unangenehmer Geschmack auf der Zunge – der ein oder andere mag höchstens das mit Briefmarken verbinden. Denn bevor es sie auch als selbstklebende Version gab, musste man die kleinen Papiermarken immer ablecken, um sie aufkleben und so die Post frankieren zu können. Für Hans-Georg Poch aus Reppenstedt aber sind Briefmarken nicht bloß Porto, sondern eine richtige Leidenschaft – und seit 1966 sein liebstes Hobby. Das teilt er gerne mit anderen, betreut unter anderem Arbeitsgruppen in Grundschulen und leitet die „Jungen Briefmarkenfreunde Reppenstedt“. Die veranstalten jetzt in der Gellersenhalle eine große Briefmarken-Ausstellung mit jugendlichen Ausstellern aus ganz Deutschland, bei der auch fleißig getauscht werden kann.

Rund eine Million der kleinen Papiermärkchen hat Hans-Georg Poch mittlerweile in den letzten 50 Jahren angesammelt, sie fein säuberlich sortiert und unzählige Ordner damit gefüllt. Ein eher ungewöhnliches Hobby, besonders für Jugendliche in der heutigen Zeit von Smartphone und Co. Deshalb freut es Poch umso mehr, dass es die Jungen Briefmarkenfreunde Reppenstedt gibt. Mit den Kindern und Jugendlichen könne er seine Sammelleidenschaft teilen, ihnen etwas von seiner jahrelangen Erfahrung abgeben. „Sie lernen viel dabei, zum Beispiel über Geografie. Das macht mir Spaß“, sagt der 69-Jährige.

Die fünfte „Rejubria“

An diesem Wochenende veranstaltet Poch zusammen mit den Jungen Briefmarkenfreunden Reppenstedt die „Rejubria“ – die Reppenstedter Jugend Briefmarken-Ausstellung. Diese findet in unregelmäßigen Abständen statt, zuletzt vor fünf Jahren. Für die diesjährige, nunmehr fünfte Rejubria haben sich insgesamt 14 Aussteller im Alter von 12 bis 18 Jahren aus ganz Deutschland angekündigt – und sich jeweils ein bestimmtes Motto überlegt, unter dem sie ihre Sammlung präsentieren. „Ein Aussteller widmet sich zum Beispiel dem Thema ‚Ich musiziere in einem Sinfonieorchester‘, und zeigt Marken, auf denen zum Beispiel Instrumente abgebildet sind“, erklärt Poch.

Eine Jury wird schließlich die Bearbeitung des Themas, die thematischen und philatelistischen Kenntnisse, die Qualität des Sammelguts sowie die Gestaltung des Exponats bewerten. „Am Sonntag um 11 Uhr werden die Juroren dann einen Preis für das beste Exponat an den Sieger verleihen“, so Poch. Und auch er möchte am Wochenende etwas zur Ausstellung beitragen – „wenn der Platz das zulässt“. Denn neben dem Briefmarkensammeln hat Poch noch ein weiteres, ungewöhnliches Hobby: „Ich sammle seit etwa 20 Jahren Schiffsbriefe“, erklärt Poch.

Tausende Schiffsbriefe

Regelmäßig versendet Poch fertig frankierte Briefumschläge an verschiedene Schiffe, „am liebsten Marineschiffe“, unter anderem amerikanische. „Dann warte ich darauf, dass die Besatzung den Brief mit einem Schiffsstempel und der Angabe des jeweiligen Aufenthaltortes zurückschickt“, erklärt Poch. Tausende Schiffsbriefe besitzt Poch bereits – einen kleinen Teil davon möchte er am Wochenende den Besuchern der Rejubria zeigen.

Die Briefmarken-Ausstellung und die Tauschtage der Jungen Briefmarkenfreunde Reppenstedt finden am Sonnabend, 7. April, von 10 bis 17 Uhr und am Sonntag, 8. April, von 10 bis 14 Uhr in der Gellersenhalle in Reppenstedt statt. Der Eintritt ist frei.

Von Patricia Luft