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Im Gespräch: Gastgeber Michael Zeinert (l.), Stadtkämmerin Gabriele Lukoschek und Minister Bernd Althusmann. (Foto: be)
Im Gespräch: Gastgeber Michael Zeinert (l.), Stadtkämmerin Gabriele Lukoschek und Minister Bernd Althusmann. (Foto: be)

„Am Geld wird es nicht mangeln“

Lüneburg. Für viele war es ein Wiedersehen – nur dass aus dem langjährigen Lüneburger Landtagsabgeordneten nunmehr der Wirtschaftsminister des Landes geworden ist, den der Verein Lüneburger Kaufleute jetzt zu seinem „Tag der Begegnung“ eingeladen hatte. Mehr als 100 Mitglieder zog Bernd Althusmann an, so dass im Rathaus kurzfristig der Abend vom Huldigungssaal in den größeren Fürstensaal verlegt werden musste.

Als erfahrener Spitzenpolitiker weiß der Christdemokrat, dass man den Gastgebern Komplimente macht. So sprach er vom Nordosten Niedersachsens als „Juwel des Landes“, das die Landesregierung „prioritär im Blick“ habe.

Für die Region hatte der neue Wirtschaftsminister an alter Wirkungsstätte an diesen Abend indes nichts Konkretes mitgebracht. Dabei sorgte ein Satz für besondere Aufmerksamkeit: „Am Geld wird es nicht mangeln“, kündigte Althusmann mit Blick auf den Bau neuer Verkehrsadern wie der A39 an. Bis 2019 stünden hier im Land allein eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Das Dilemma sprach der Minister indirekt an: „Wir müssen die Planungs- und Genehmigungsverfahren verkürzen.“ Diese ziehen sich für die sieben Abschnitte der über 105 Kilometer langen geplanten Verbindung zwischen Lüneburg und Wolfsburg seit mehr als einem Jahrzehnt hin.

Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein

Für die ersten sieben Kilometer von Wolfsburg nach Ehra geht Althusmann nunmehr von einem „Baubeginn spätestens Ende 2018“ aus, für das im vorigen Jahr erneut aufgenommene Verfahren am anderen Ende in Lüneburg hofft er auf eine Planfeststellung in diesem Jahr. Es sind Zeiten, die sich bislang immer nach hinten verschoben haben. Dass angekündigte juristische Auseinandersetzungen für weitere Verzögerungen sorgen könnten, sprach er erst gar nicht an.

Ansonsten surfte Althusmann – mit etlichen Zahlen gespickt – durch die Schwerpunkte seines Ressorts: von Mittelstandsförderung, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung bis zur Digitalisierung. Da wurde der Minister leidenschaftlich: „Die Welt wird sich verändern.“ Konsum, Arbeitswelt, Mobilität – dieser Prozess werde sich durch alle Lebensbereiche ziehen. Engagiert warb der CDU-Politiker dafür, sich darauf einzulassen und an allen Stellen aktiv mitzugestalten. Das Land werde hier seine Hausaufgaben machen, kündigte er massive Investitionen in Innovationen an.

Wie schwer und schnelllebig es dabei zugehen kann, hatte zuvor „Hausherrin“ Gabriele Lukoschek verdeutlicht. Lüneburgs Erste Stadträtin kündigte ein einheitliches WLAN für die Innenstadt an. Die Ernüchterung gab es jedoch beim Fördermittelantrag an die EU: „Mit 20 000 Euro kommen wir nicht weit.“ Lukoschek setzt auch auf Glasfaser. Die letzten Meter der Anschlüsse in der Stadt sind allerdings derzeit noch aus Kupfer. „Da ist die Entwicklung weitergegangen“, räumte sie ein.

Wo NRW Vorbild sein könnte

Auf mehr Bewegung setzt auch Gastgeber Michael Zeinert. Der gab dem Wirtschaftsminister noch eine Initiative aus dem Nachbarland Nordrhein-Westfalen mit auf den Weg. Dort hat die neue Landesregierung in einem sogenannten Entfesselungsgesetz die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage auf acht verdoppelt. Nicht allein bei Festen und Märkten dürften dort die Geschäfte sonntags öffnen, sondern auch aus Gründen des Gemeinwohls – dazu zählt in NRW auch die Belebung der Innenstadt. „Eine gute Gelegenheit, sich als Wirtschaftsminister einzubringen“, unterstrich der Vorsitzende der Lüneburger Kaufleute.

Von Marc Rath

One comment

  1. Ziemlich viele Schreibfehler in diesem kurzen Text über das unsinnige Geschwafel von Berni Doktormann. Hat der neue Chefredakteur keinen Gegenleser, Korrektor und Revisor gefunden?