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Als Ergänzung zu einem Radschnellweg Lüneburg-Winsen-Hamburg setzt sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) für eine Velo-Route auf der ehemaligen Buchholzer Bahn ein.

Studien für neue Radtrassen

Lüneburg. Ein Korridor von Lüneburg über Winsen/Luhe bis Hamburg soll für einen potenziellen Radschnellweg untersucht werden. Insgesamt für acht solch er regionalen Fahrrad-Autobahnen sollen einzelne Machbarkeitsstudien angefertigt werden. Die europaweite Ausschreibung dafür hat jetzt stellvertretend für die Metropolregion Hamburg die Stadt Pinneberg gestartet.

Die acht Machbarkeitsstudien sollen wichtige planerische Grundlagen schaffen für die spätere Umsetzung der Radschnellwege, die auf eine Gesamtlänge von mehr als 270 Kilometern kämen. Mit 57 Kilometern wäre die Trasse von und nach Lüneburg die längste Einzelstrecke. Parallel dazu bemüht sich weiterhin der Harburger und Lüneburger Kreisverband im „Allgemeinen Deutschen Fahrradclub“ (ADFC), die alte Trasse der Buchholzer Bahn für eine Velo-Route von Lüneburg nach Buchholz zu sichern – als mögliche Ergänzung zu einem Radschnellweg Lüneburg-Winsen-Hamburg.

Am Rad führt kein Weg vorbei

Mit knapp einer Million Euro unterstützt die Metropolregion Hamburg die Untersuchung der Umsetzbarkeit der regionalen Radschnellwege. Das geht auf eine Entscheidung der Lenkungsgruppe der Metropolregion zurück, die sie bereits bei ihrer September-Sitzung im vergangenen Jahr in Scharnebeck gefällt hatte. Seinerzeit hatte der Hamburger Staatsrat Andreas Rieckhof, zugleich Vorsitzender des Regionsrats, erklärt: „Wenn wir einen Beitrag zu sauberer Luft und weniger Staus leisten wollen, führt auch am Fahrrad kein Weg vorbei.“ Im Fokus stehen dabei Fahrräder mit elektronischer Trethilfe – Höchstgeschwindigkeit bis zu 45 km/h. Angesichts der fortschreitenden Entwicklung von Pedelecs und E-Bikes könnte das Fahrrad in Zukunft somit auch auf längeren Strecken eine echte Alternative zum Auto sein.

Bei den Radschnellwegen ist die Rede von sechs Meter breiten Trassen. Sie sollen Platz bieten für zwei Fahrtrichtungen sowie einen Weg von 2,5 Metern Breite für langsamere Vehikel und Fußgänger. An den Trassen könnten zudem Servicestationen und Gastronomieangebote zu einer wirtschaftlichen Belebung führen. Auch das soll sich in den Studien niederschlagen.

Bewerbungen bis Mitte April

Büros und Agenturen sind jetzt aufgefordert, sich bis Mitte April zu Erstellung der Machbarkeitsstudien zu bewerben. Danach werden geeignete Bewerber zur Abgabe von Angeboten aufgefordert, sagt Marion Köhler, Pressesprecherin der Metropolregion Hamburg. Das Ausschreibungsverfahren soll voraussichtlich im Spätsommer abgeschlossen werden. Mit ersten Zwischenergebnissen der acht Studien sei in der zweiten Jahreshälfte 2019 zu rechnen.

Indes treibt die Projektgruppe des ADFC Harburg und Lüneburg um Initiator Eckehard Scheibler aus Salzhausen ihre Idee zur Umwandlung der Buchholzer Bahn zur Velo-Route weiter voran. Ziel ist unter anderem, eine touristische Nutzung der Strecke sowie eine Ergänzung zu einem möglichen Radschnellweg als Zubringer zu schaffen.

Vorbild Vögelsen

Als Vorbild gilt der Radrundweg auf dem Bahndamm der Gemeinde Vögelsen. Zudem könnten viele eisenbahnhistorische Brücken und Unterführungen erhalten werden. Auch das wurde kürzlich bei einem Workshop der Rad-Aktivisten thematisiert. Während sich Harburger Kreispolitiker bereits parteiübergreifend für eine eigene Machbarkeitsstudie für die Veloroute Buchholzer Bahn ausgesprochen haben, verwies die Lüneburger Kreisverwaltung jüngst auf die Machbarkeitsstudie für die Radschnellwege.

Eine politische Entscheidung des Lüneburger Stadtrats steht auch noch aus. Dabei drängt die Zeit. Der ADFC will das Projekt beim Bundesförderprogramm „Klimaschutz durch Radfahren“ platzieren, um eben eine Förderung für eine eigene Studie einzuwerben. Um dem Vorhaben etwas Schwung zu verleihen, plant die Projektgruppe die Gründung einer Bürgerinitiative, „zu der wir schon heute viele interessierte Radfahrer einladen wollen“, sagt Harburgs ADFC-Vorsitzende Karin Sager. Kontakt über den ADFC: Infoladen in Brackel unter (04185)80 89 59.

Acht Studien für acht Strecken

Von Lüneburg bis Bad Bramstedt

Die acht möglichen Radschnellweg-Strecken , für die nun Machbarkeitsstudien erstellt werden, sind im Zuge einer Potenzialanalyse aus 33 Verbindungen ausgewählt worden. Und das sind sie: Lüneburg–Winsen–Hamburg (57 Kilometer), Stade–Buxtehude–Hamburg (56 km), Bad Bramstedt–Kaltenkirchen–Henstedt-Ulzburg–Norderstedt–Hamburg (32), Wismar–Schwerin (32), Elmshorn–Pinneberg–Hamburg (32), Geesthacht–Hamburg (30), Bad Schwartau–Lübeck–Groß Grönau (12) und Ahrensburg–Hamburg (8,5). lz

Eine Karte der acht Streckenkorridore der Metropolregion finden Sie hier.

Von Dennis Thomas

2 Kommentare

  1. Bevor man anfängt über Radschnellwege über 50 Km und mehr nach zu denken, sollte doch erstmal die Fahrradinfrastruktur in den Städten vernünftig sein. Was nützt mir ein toller Radweg bis an die Stadtgrenze und dann kommen nur noch kaputte oder nicht vorhandene Radwege.

  2. Ein Radschnellweg Hannover – Hamburg über Celle – Uelzen – Lüneburg wäre eigentlich noch sinnvoller, dann hätte man nämlich direkt einen zwischen diesen verschiedenen Orten und allen dazwischen, so, dass man als Pendler nicht mehr nur die Wahl zwischen Ilmenauradweg und B4 hat, wenn man den Zug mal nicht nehmen möchte.