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Die Briefmarkenfreunde Ricarda Meyer und Burkhard Binder suchen auf dem Wühltisch nach versteckten Schätzen. (Foto: t&w)
Die Briefmarkenfreunde Ricarda Meyer und Burkhard Binder suchen auf dem Wühltisch nach versteckten Schätzen. (Foto: t&w)

Kleine Marke, großes Wissen

Reppenstedt. Beim ersten Wettbewerb schon eine Silbermedaille: Dass Ricarda Meyer (10) aus Lüneburg eine so hohe Auszeichnung für ihre Sammlung bekommt, hätte sie nicht erwartet. Bei der fünften „Reppenstedter Jugend Briefmarken-Ausstellung“ (Rejubria) in der Gellersen-Halle haben sich die Juroren 14 Exponate von jungen Briefmarkensammlern genau angeschaut und bewertet. Ganz schön aufregend für sie als jüngste Teilnehmerin. „Man wusste ja nicht, was sie von der Sammlung halten, wenn sie mit ihren Klemmbrettern auf und ab gelaufen sind und sie betrachtet haben.“ Jetzt weiß sie: Sie fanden sie sehr gut. In ihrer preisgekrönten Sammlung „Mein Garten in Lüneburg“ stellte die Grundschülerin Briefmarken und Postkarten mit Motiven zusammen, die sie in ihrem Garten findet: von Sonnenblumen über Margeriten bis hin zu Vögeln und Eichhörnchen. Dafür brauchte sie gut ein halbes Jahr.

Viel Wissen auf wenig Raum

Schon seit zwei Jahren sammelt Ricarda Briefmarken, die Leidenschaft hat sie von ihrer großen Schwester und der Briefmarken-AG an ihrer Schule. Besonders spannend findet sie die verschiedenen Arten von Stempeln: In ihrer Sammlung beispielsweise findet sich auch einer in Blumen-Form.

Die Idee, Briefmarken über den Garten vor ihrer Haustür zu sammeln, bekam Ricarda von ihrem Sammler-Kollegen Burkhard Binder. Er ist regelmäßiger Gast bei den Briefmarken-Tauschtagen in Reppenstedt. Seit 40 Jahren ist der 55-Jährige Leiter der Jungen Briefmarkenfreunde in Hamburg-Hamm. Und damit ein bekanntes Gesicht auf Philatelie-Veranstaltungen. Was ihn an den Briefmarken fasziniert? „Es ist viel Wissen auf wenig Raum“, sagt er. Für jede Sammlung müsse man sich über die Themen schlau machen, Fachwissen aneignen. Jedes erdenkliche Themengebiet habe seine eigene Briefmarken-Reihe. Naja, fast jedes – „es gibt keine Briefmarken über Minigolf“, sagt er.

Sonderstempel der Post

Die Briefmarkenfreunde gehören am Wochenende zu denen, die unter dem sonnigen Wetter zu leiden haben: Nicht allzuviele Besucher kommen am Sonntag in die Gellersen-Halle, um sich an den kleinen Schätzen der Sammler zu erfreuen. Dabei gab es extra für das Event einen eigenen Sonderstempel der Post, als Motiv wurde der wieder heimisch gewordene Wolf gewählt. Auch eine eigene Plus-Karte mit eingedruckter Marke gab es zu erwerben – passend zum 50-jährigen Jubiläum der Auferstehungskirche Reppenstedt mit ebendieser als Bild. So konnten die Besucher entweder vor Ort an der ausstellungseigenen Poststation einen Gruß an ihre Philatelisten-Freunde in ganz Deutschland schicken – oder ein neues Stück Briefmarken-Kultur ihren Sammlungen hinzufügen.

Preisverleihung

Sechs Goldmedaillen vergeben

Die 14 Exponate der jungen Briefmarkensammler wurden wie folgt ausgezeichnet:

Gold:

  • Hannes Hoppe mit der Sammlung „Ich musiziere in einem Sinfonieorchester“
  • Zweimal die Jungen Briefmarkenfreunde (JBF) Bruchsaal mit den Sammlungen „Jump! Faszination Skispringen“ und „Bundesrepublik Deutschland – Rollenmarken der Freimarkenserie Unfallverhütung“
  • Die JBF Hamburg mit der Sammlung „Alles Käse!“
  • Leonhard Pohle mit der Sammlung „Olympische Spiele 1936“
  • Roman Machauer, Sammlung „Die postalische Verwendung der Dauerserie Blumen“

Vermeil:

  • Jonas Jaschik mit der Sammlung „Das Automobil – eine weltbewegenede Erfindung bis zur Massenproduktion“
  • Zweimal die JBF Bruchsaal mit der Sammlung „Dampflokomotiven – Die Grundlagen der modernen Fortbewegung“ und der Sammlung „BRD – Bogenmarken und Markenheftchen der Freimarkenserie Unfallverhütung“
  • Aaron Wannrich mit der Sammlung „Fußball: Made in Germany“
  • Dreimal die JBF Hamburg mit den Sammlungen „Fußball WM 1974 – Deutschlands erfolgreichste Endrunde“, „Pferdesport – Team „Mensch und Pferd“ auf dem Weg zur sportlichen Spitze“, „Das Star Trek-Universum“

Silber:

  • Ricarda Meyer, Sammlung „Mein Garten in Lüneburg“.

Von Robin Williamson

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