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Stefan Mensch (l.) und Finn Lux treten an bei der Wahl zum Schwulen Heidekönig. (Foto: ca)

Zwei Jungs wollen König werden

Lüneburg. Finn Lux spielt Fußball im Verein. Nicht alle in seiner Mannschaft wissen, dass er Männer liebt. Und er weiß nicht, ob es ein Problem wird, wenn die anderen davon erfahren. Der 26-Jährige sagt: „In der Schule bin ich gemobbt worden, als bekannt wurde, dass ich schwul bin. Irgendwer hat meine Schuhe ins Klo geworfen.“

Das Land soll toleranter geworden sein. Trotzdem klingt schwul für viele immer noch abwertend, gerade auf dem so männlich scheinenden Fußballplatz. Für den Tier-Heilpraktiker Lux ist all das ein Grund, bei der Wahl zum schwulen Heidekönig anzutreten. Am Freitag, 13. April, 21.30 Uhr, bittet der Verein Lunegay zur Party und Abstimmung in den Salon Hansen, Auf der Rübekuhle.

Beide freuen sich auf große Party

Seit 18 Jahren gibt es diese Wahl, sie ist bei allem Klamauk immer ein politisches Bekenntnis für eine offene Gesellschaft, die Menschen nicht nach ihrer sexuellen Orientierung beurteilt. Dirk Ahrens, auch er hatte einmal die Regentschaft inne und ist nun als „Queen Mum“ einer der Motoren des Vereins, zählt zu den Organisatoren der Party. Er sagt, dass das Ehrenamt eine Menge Zeit kostet. Neben dem Besuch der Christopher-Street-Days, schrägen Aufmärschen der Szene, gehe es auch darum, bei eher bürgerlichen Veranstaltungen Präsenz zu zeigen: Heideblütenfesten und Sülfmeistertage. Da wollen die Männer auch wieder mit einer Mannschaft an den Wettkämpfen teilnehmen.

Neben Finn Lux bewirbt sich Stefan Mensch um die Königswürde. Der 22-Jährige war schon 2017 dabei, er hat als Adjutant Erfahrungen gesammelt. Auch der Bäckereifachverkäufer weiß, dass es schwierig ist, in der Pubertät zu merken, dass man anders ist als die anderen Jungen und dazu zu stehen. Wie sein Mitbewerber Finn kann er sich vorstellen, in Schulen oder Vereinen davon zu erzählen ein offenes Ohr für Sorgen zu haben. Egal, wer am Ende die meisten Stimmen des Publikums für sich gewinnt, freuen sich beide auf die Party der Szene. Denn bei allem Ernst, dürfe der Spaß nicht zu kurz kommen. ca

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