Aktuell
Home | Lokales | Neue Hoffnung für alte Strecken
Pero Schmidt, Betriebsleiter der Bleckeder Kleinbahn, inspiziert bei Neetz die Strecke von Bleckede und Lüneburg. (Foto: phs)
Pero Schmidt, Betriebsleiter der Bleckeder Kleinbahn, inspiziert bei Neetz die Strecke von Bleckede und Lüneburg. (Foto: phs)

Neue Hoffnung für alte Strecken

Lüneburg. Mit den Bemühungen um eine Reaktivierung der Bahnstrecken Lüneburg-Bleckede sowie Lüneburg-Amelinghausen/Soltau soll es vorangehen. Dafür sprach sich jetzt der Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV aus. Der Ausschuss empfahl dem Kreisausschuss, ein Gutachten für die Reaktivierung der Strecken, für das bereits 100 000 Euro im Kreishaushalt 2018 vorgesehen sind, auszuschreiben.

Während der vergangenen Legislaturperiode des Landtags hatte das Land Niedersachsen bereits verschiedene stillgelegte Strecken daraufhin geprüft, ob eine Reaktivierung wirtschaftlich möglich ist. Die Strecken Lüneburg-Bleckede und Lüneburg-Soltau schieden dabei schon frühzeitig aus. Die Prüfung erfolgte damals nach dem „standardisierten Verfahren“. Das wurde kritisiert, weil „insbesondere Belange des ländlichen Raums nicht hinreichend berücksichtigt wurden“, heißt es in der Sitzungsvorlage der Kreisverwaltung.

Beschränkung auf die Strecke Lüneburg-Amelinghausen?

Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer berichtete aus der jüngsten Sitzung der Arbeitsgruppe Schienenpersonenverkehr. Dort habe ein Vertreter des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums erklärt, dass das Land an den Ergebnissen des standardisierten Verfahrens festhalte. Eine erneute Bewertung nach derselben Methode könne aber anhand neuer „Eingangswerte“ verändert werden. Für die Strecke Lüneburg-Soltau könne das insbesondere eine Beschränkung auf die Strecke Lüneburg-Amelinghausen sein.

Der Vertreter des Ministeriums habe auch erklärt, so Krumböhmer, dass an einer neuen Bewertungsmethode für ländliche Räume gearbeitet werde. Wann diese vorliege, sei ungewiss. Die Arbeitsgruppe Schienenpersonenverkehr habe beschlossen, darauf nicht zu warten.

Das auch vor dem Hintergrund, sagte Erster Kreisrat Krumböhmer, dass die neue SPD-/CDU-Koalition in Niedersachsen erklärt habe, „weitere Mittel in die Reaktivierung von Bahnstrecken zu geben“. Mehrheitlich, bei einer Nein-Stimme, empfahl der Wirtschaftsausschuss dem Kreisausschuss, das Gutachten für die Reaktivierung der Bahnstrecken auszuschreiben. Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) war zufrieden: „Wenn wir damit jetzt nicht anfangen, dann kommen wir nicht weiter.“

Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dem Museumsverein Dahlenburg einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro zukommen zu lassen. Die Geldspritze ist gedacht für die Neuausrichtung des Heimatmuseums St.-Laurentius-Kapelle, soll aus Mitteln des investiven Strukturentwicklungsfonds gespeist werden.

Im Einzelnen soll das Diorama der Göhrdeschlacht von 1813 mit einem multimedialen System ausgestattet werden. Die Schusterstube soll ein neues Konzept erhalten, ein Raum für Veranstaltungen und Gruppen soll hergerichtet werden. Zudem sollen die Ausstellungsebenen neu strukturiert werden.

380 000 Euro für Projekte im Landkreis

Rund 380 000 Euro sollen nach dem einstimmigen Willen des Wirtschaftsausschusses in verschiedene Projekte fließen, für die Mittel nach dem Kommunalen Strukturentwicklungsfonds beantragt worden waren. Dabei sind unter anderem 100 000 Euro für die Stark­regenrückhaltung in Alt Garge. Zudem jeweils 50 000 Euro für die Sanierung von zwei Bahnbrücken in Wendisch Evern und den Ausbau des 2. Obergeschosses des Archezentrums in Neuhaus. Ebenso einstimmig empfahl der Ausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV dem Ausschuss, der Hafen Lüneburg GmbH für den laufenden Betrieb einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro zu gewähren. Einen Zuschuss in gleicher Höhe gewährt die Hansestadt.

Von Ingo Petersen