Donnerstag , 15. November 2018
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Eine Hinterlassenschaft des letzten Bodenabbaus bei Vierhöfen ist dieser Teich, der unerlaubt auch von Badegästen frequentiert wird. Der nächste Teich jenseits der Waldkante soll ähnlich groß werden. (Foto: t&w)
Eine Hinterlassenschaft des letzten Bodenabbaus bei Vierhöfen ist dieser Teich, der unerlaubt auch von Badegästen frequentiert wird. Der nächste Teich jenseits der Waldkante soll ähnlich groß werden. (Foto: t&w)

Manzke will mehr

Vierhöfen. Für den Baustoffproduzenten Manzke in Volkstorf ist es jetzt der dritte Anlauf, Zugriff auf das vom Land ausgewiesene Vorranggebiet zur Rohstoffsicherung zwischen Vierhöfen und Westergellersen zu bekommen. Die Gesamtfläche des beantragten Abbaugebietes für Sand beträgt zirka 27,9 Hektar. Nach dem späteren Nassabbau soll schließlich eine rund 14,6 Hektar große Teichfläche zurückbleiben. Die Samtgemeinde Salzhausen und die Gemeinde Vierhöfen sehen das Vorhaben weiterhin kritisch. Bereits zwei Mal wurde das Antragsverfahren neu begonnen. Derzeit wertet der Landkreis Harburg die erneuten Stellungnahmen von Kommunen und Behörden aus. Danach entscheidet er über die Durchführung der allgemeinen Öffentlichkeitsbeteiligung. Dann können auch Bürger die Antragsunterlagen einsehen und Stellung dazu nehmen können. Der Zeitpunkt steht noch nicht fest.

„Das überfordert die kleine Gemeinde Vierhöfen.“ Wolfgang Krause, Samtgemeindebürgermeister

„Es hat schon zwei Planfeststellungsverfahren gegeben. Beide mussten wegen unzureichender Unterlagen und Änderungen abgebrochen werden“, sagt Harburgs Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. Der erste Antrag liegt schon rund zwölf Jahre zurück. Unter anderem galten die Kartierungsdaten als veraltet. Dr. Matthias Krause, Geschäftsführer der Manzke KSR (Kies/Sand/Recycling) GmbH, sagt: „Die Daten dürfen nicht älter als fünf Jahre sein. Deshalb haben wir alles, was die EU-Richtlinien hergaben, neu kartieren lassen.“

Die geplante Bodenabbaustätte liegt zirka 500 Meter südöstlich der Ortslage Vierhöfen und umfasst eine Fläche von zirka 27,9 Hektar (rote Schraffierung). (Foto: dth)
Die geplante Bodenabbaustätte liegt
zirka 500 Meter südöstlich der
Ortslage Vierhöfen und umfasst eine
Fläche von zirka 27,9 Hektar (rote
Schraffierung).

Das Grundstück, auf dem der Bodenabbau stattfinden soll, hatte sich im Dezember 2007 die Manzke Besitz GmbH und Co. KG per Kaufvertrag gesichert. Wichtig ist es Manzke, auf einen eigenen Rohstoff in der Region zurückgreifen zu können. Krause sagt: „Wenn man zum Beispiel Füllsand 15 bis 20 Kilometer weit fährt, neigt sich die Wirtschaftlichkeit dem Ende entgegen.“ Mit Blick auf den Standort Vierhöfen sagt er: „Wir reden über Bausand und nicht über die Einrichtung eines neuen Kieswerks.“ Gleichwohl sei mit einem Kies-Anteil von fünf bis acht Prozent zu rechnen, der herausgesiebt werden müsste. Geologisch liege aber der Schwerpunkt auf Füll- und Bausande, beispielsweise für den Haus- und Straßenbau.

Da der Abbau teilweise auch im Nassabbau durchgeführt werden soll, handelt es sich auch um ein wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren. Vor allem bei den Vierhöfenern weckt das böse Erinnerungen. Bereits dem früheren Bodenabbau durch das damalige Kies- und Mörtelwerk Kirchgellersen, das 1999 von der Manzke-Gruppe übernommen wurde, schrieb die Bürgerinitiative Vierhöfen die Vernässung von Kellern in der Siedlung zu. Der Baustoffproduzent hingegen sah den Fehler bei den Hauseigentümern wegen fehlender oder fehlerhafter Drainagen. Krause ist sich sicher, dass auch der neue See zu keinen neuen Kellervernässungen führen werde.

Gemeinde fürchtet Anstieg des Lkw-Verkehrs

In ihrer jüngsten Stellungnahme sorgt sich die Gemeinde Vierhöfen denn auch mehr um die Zuwegung für den Transportverkehr. Der soll über die Kreisstraße 37 laufen. Gemeindebürgermeister Eberhard Leopold sagt: „Dies bedeutet eine erhebliche Steigerung des Lkw-Verkehrs und führt zu einer enormen zusätzlichen Lärmbelästigung.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause: „Auch wir sagen: Diese Erweiterung des Bodenabbaubereiches überfordert die kleine Gemeinde Vierhöfen. Schon der Ist-Zustand war aus unserer Sicht bedenklich.“

Vorhaben für 30 Jahre Laufzeit

Große Bodenbewegung

Die geplante Bodenabbaustätte liegt zirka 500 Meter südöstlich der Ortslage Vierhöfen und umfasst eine Fläche von zirka 27,9 Hektar (rote Schraffierung). Das tatsächliche Bodenabbaugebiet in einem bestehenden Kiefernwald soll sich über rund 21 Hektar erstrecken. Der Abbau soll über 30 Jahre abschnittsweise zunächst im Trocken- und später im Nassabbau erfolgen. Schließlich soll eine zirka 14,6 Hektar große Teichfläche entstehen. Laut der Vorhabensbeschreibung, die noch aus dem Herbst 2016 stammt, sollen „3 185 130 Kubikmeter Boden abgebaut werden, um rund 2 070 335 Kubikmeter der Rohstoffe Sand und Kies zu gewinnen“.

Von Dennis Thomas

3 Kommentare

  1. Manzke wollte schon immer mehr.

  2. Die Fläche dürfte doch Wald sein? Dann wäre doch ein großer Teich eher eine Bereicherung für die Natur. Schäden nimmt der alte Reich doch nur, weil dort Menschen baden und vor allem ihren Müll hinterlassen. Wenn also Mantzke allen Vorgaben entspricht, spricht doch eher etwas dürfen Abbau, als dagegen. Verkehrstechnische Überlastung erscheint mir eine Ausrede zu sein. Richtung Garstedt fahren LKW‘s zum Plastikwerk und an den Verkehr bei den Events auf dem Turniergelände in Luhmühlen darf man gar nicht denken. Das ist teils FFH-Gebiet. Da nimmt keiner Rücksicht. Weder Lautstärke des Events, noch Auto, Zubringer oder Schaustellerverkehr. Rücksicht auf Anwohner wird da auch nicht genommen. Und was heißt“überfordert die kleine Gemeinde Vierhöfen“? Die Samtgemeinde baut und baut und baut…nur der soziale Bereich fällt hinten runter. Das überfordert die Menschen. Die Natur war noch nie Steckenpferd unseres Herrn Krause. Weder so noch so. Ein Hohn.

    • Die Zerstörung der JETZT vorhandenen Natur ist also eine Bereicherung für diese Karamalia? Ohne Worte.

      Grob überschlagen entspricht die angepeilte Menge dann im Übrigen ca. 6.400 großen LKW pro Jahr. Keine Ahnung wie viele da sonst so durch die kleinen Orte fahren, aber das sind zusätzlich 24 pro Tag (Mo-Fr). Für den Profit eines lokalen Unternehmens. Das sollte dann meiner Meinung nach zu Ausgleichsmaßnahmen verpflichtet werden, der Raubbau an der Natur hat schon heute Ausmaße die man wohl kaum als gesund bezeichnen kann.