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Porös und stark rissig ist die Bastionsstraße. (Foto: t&w)

Neuer Schliff für Straßen

Lüneburg. Der Asphalt der vielbefahrenen Willy-Brandt-Straße ist im Teilbereich vom Amselweg bis zur Scharnhorststraße porös und stark rissig, sodass Wasser eindringen kann. „Die Folge wären noch stärkere Schäden“, sagt Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau bei der Stadt. Deshalb soll die Asphaltdecke in diesem Jahr erneuert werden. Es ist eine von zwölf Straßen im Stadtbereich, die auf der sogenannten Prioritätenliste steht. Rund eine Million Euro sind dafür im Haushalt eingestellt. Die Arbeiten sollen nach den Sommerferien beginnen. Ausführlich erläutert und beraten wird die Liste im Bauausschuss, der am Montag, 23. April, 15 Uhr, im Huldigungssaal des Rathauses tagt.

Die Stadt erstellt alljährlich die Prioritätenliste für Straßensanierungen auf Grundlage der Straßendatenbank und aktuellen Begutachtungen der Fahrbahnen. „In der Datenbank sind Spurrinnen, Risse, Flickstellen und sonstige Oberflächenschäden erfasst und werden bereits ins Verhältnis gesetzt, weil Schäden zum Beispiel auf einer Hauptverkehrsstraße mit viel Schwerverkehrsanteil und auch Busverkehr anders ins Gewicht fallen als in einer reinen Anliegerstraße. Die Straßenbegeher vergleichen auf ihren Touren, inwiefern sich der Zustand verändert hat und nehmen auch Rückmeldungen von den Anwohnern auf“, erläutert Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck.

Zwei Verfahren zur Sanierung

Bei der Sanierung der Straßen wendet die Stadt zwei Verfahren an: „Bei der herkömmlichen Asphaltbauweise wird die Deckschicht vier Zentimeter abgefräst, dann wird eine neue Deckschicht aus Asphaltbeton aufgetragen“, erklärt Uta Hesebeck. Diese Bauweise eignet sich für Straßen mit mehr Verkehr und größeren Schäden. Kosten: zirka 40 Euro pro Quadratmeter, Haltbarkeit zirka zehn Jahre. Kosten und Zeitaufwand sowie damit auch verbundene Einschränkungen für den Verkehr sind größer als bei dem zweiten Verfahren, der Kaltbauweise.

Bei der Kaltbauweise, für weniger befahrene Straßen mit nicht zu tiefen Schäden geeignet, wird nicht abgefräst, sondern nur eine dünne, zementgebundene Deckschicht aufgebracht. Der Vorteil sind die niedrigen Kosten: zirka 15 Euro pro Quadratmeter, die Haltbarkeit beläuft sich auf zirka fünf Jahre.

Geplante Erneuerungen in herkömmlicher Asphaltbauweise:

  • Lünertorstraße von Lüner Damm bis Bahnhofstraße, 23 800 Euro
  • Erbstorfer Landstraße von Hölderlinstraße bis Gottfried-Keller-Straße, 165 172 Euro
  • Willy-Brandt-Straße von Amselweg bis Uelzener Straße, 238 357 Euro
  • Alter Hessenweg von Kreisverkehrsplatz bis Häcklinger Weg, 240 023 Euro
  • Bögelstraße von Am Weißen Turm bis Jägerstraße, 168 028 Euro

Kaltbauweise:

  • Rabensteinstraße von Bleckeder Landstraße bis Hügelstraße, 47 000 Euro
  • Bernhard-Riemann-Straße von Wilhelm-Reinecke-Straße bis Christian-Lindemann-Straße, 25 000 Euro
  • Ritterstraße von Lambertiplatz bis Rackerstraße, 25 000 Euro
  • Kolberger Straße gesamter Straßenzug (Fortsetzung), 18 000 Euro
  • Hasenburger Ring gesamter Straßenzug (Fortsetzung), 22 000 Euro
  • Robert-Koch-Straße von Elsenbruch bis Röntgenstraße, 22 000 Euro
  • Claudiusweg von Droste-Hülshoff-Straße bis Gerhard-Hauptmann-Straße, 35 000 Euro

Teil- und Vollsperrungen sind die Folge

Ein dickes Paket hat die Stadt auch bei den Tiefbaumaßnahmen zu stemmen. Dazu werden Teil- sowie Vollsperrungen von Straßen notwendig sein, die laut Uta Hesebeck rechtzeitig bekanntgegeben werden. In der Schießgrabenstraße wird die Fahrspur plus Gosse auf der Baumseite erneuert. Ausgebaut wird die Kreuzung Schifferwall/Reichenbachstraße bis zum Kino. Hierfür warb die Stadt Fördermittel ein wie auch für die Erneuerung des Meisterwegs vom Bahnübergang bis zur Rabensteinstraße. Komplett sperren wird die Stadt die Bastionstraße, wenn diese ausgebaut wird. Lediglich die Zufahrt/Ausfahrt zum Parkhaus bleibt offen.

Im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet Ilmenaugarten wird lärmmindernder Asphalt vom Deutsch-Evern-Weg bis auf einen ersten Teil der Friedrich-Ebert-Brücke eingebaut. Ausgebaut werden auch die Baumstraße und die Salzstraße Am Wasser. Alle Arbeiten sind vom Sommer bis Herbst geplant. Bereits im Mai erfolgt eine Deckensanierung in der Hamburger Straße in Höhe Zeltberg als Restmaßnahme von 2017. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf zirka 3,3 Millionen Euro.

Von Antje Schäfer

7 Kommentare

  1. Und was ist mit der Bögelstrasse(Richtung Grasweg)??
    Da ist Loch an Loch und die Krankenwagen fahren hier lang .
    Auch andere Strassen sehen schlimm aus.

    • „…Die Stadt erstellt alljährlich die Prioritätenliste für Straßensanierungen auf Grundlage der Straßendatenbank und aktuellen Begutachtungen der Fahrbahnen.“

      Es handelt sich hier halt um eine Hauptzufahrt zur Leuphana, die kann und darf halt keine Risse im Asphalt haben. Begutachtet auch von Vertretern der Uni? 😉

    • Der OB sagte vor Jahren zur LZ: Er finanziere lieber das Theater, als Geld für Straßen auszugeben.

      Klare Aussage.

      Als 100%iger Radfahrer kann ich das bestätigen, dass in diesem Fall Wort und Tat übereinstimmen.
      Ist nur im Winter manchmal blöd, wenn ich auf der Anliegerstraße mit löchrigem Asphalt aus den 1960er Jahren dann in zugefrorene Rillen rutsche.

      Aber ich sehe soeben, dass dort jetzt ja 20 TEUR investiert werden. Das reicht für ca. 300m Straßenänge. Und in fünf Jahren, wenn dann alles fertig ist, reißt es hinten wieder auf.

      Lüneburg eben. Keine Wirtschaftsentwicklung, Neuwohnbau dank Hamburg-Pendler, Straßen- und Wege und Schulbau nahe null. Museen, Theater, Kulturräume, Audimax ohne Ausschreibung. PPP-Schulbau. Arena für Konzerte in Planung. Förderschulen teils geschlossen.

      Richtig nachhaltige Politik.

      Hauptsache das Theater geht weiter. Ist doch schön)

    • Bitte alles lesen! Es reicht nicht, nur die ersten drei Zeilen zu lesen, wie es die obigen Kommentare vermuten lassen:
      Bei den geplanten Straßensanierungen steht bei den Erneuerungen in Asphaltbauweise die Bögelstraße von Am Weißen Turm bis Jägerstraße – das ist bis auf ein winziges Stück vom Kreisel vis zum Weißen Turm mit gerade mal 80 Metern Strecke die komplette Straße. Grasweg und Jägerstraße treffen an der gleichen Stelle auf das Nordende der Bögelstraße. Das könnte man wissen, bevor man losmeckert…
      Die Willy-Brandt-Straße ist nicht die Hauptzufahrt zur Leuphana, sondern eine der am stärksten befahrenen Durchgangsstraßen Lüneburgs – und das seit Jahrzehnten. Die rechtzeitig zu sanieren, statt eine Vollsperrung für Monate zu riskieren, ist ausgesprochen sinnvoll.
      3,3 Millionen als nahe Null zu bezeichnen finde ich auch verwegen. Es gibt genug zu kritisieren – beispielsweise die Kaltasphaltbauweise, die im ungünstigsten Fall schon nach einem Jahr wieder kaputt ist. Ein unschönes Beispiel dafür ist die Feldstraße zwischen Barckhausenstraße und Wilschenbrucher Weg.

  2. Wie wäre es denn, wenn ein paar Euro locker gemacht werden würden, um den Einmündungsbereich Venusberg / Dahlenburger Landstraße instandzusetzen? In Nepal habe ich bessere Straßen erlebt!

    • Ein paar Euro locker machen !? Das geht (nicht) mehr … die 800.000€ werden gerade für eine neue Strasse/Ampelanlage beim Audimax verschwendet.

  3. Naja, den schlechte Strassenzustand sollte man jetzt auch mal positiv sehen.
    Die vielen Schlaglöcher auf unseren Dorfstrassen hält auch viele Raser vom rasen ab.
    Kein Nachteil ohne Vorteil. (Allerdings gibt es auch kein Vorteil ohne Nachteil, ne.)

    In der Antike definierte sich ein Staat über drei Dinge: Stassen (Infrastruktur), Wasserversorgung und – das dritte ist mit jetzt gerade entfallen.
    Aber wir sind ja weiter entwickelt als die Antike, ne.
    Wasserversorgung wird (allerort) privatisiert.
    Die Strassen verrotten.
    Und das Dritte findet wahrscheinlich gar nicht mehr statt – weshalb es mir vermutlich auch entfallen ist.