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Hinten wird das Lehrrohr in den Graben abgerollt, vorne zeigt Bauleiter Lars Gerasch, was drin ist. Über den Baufortschritt freuen sich (v.r.) Uwe Luhmann von der ElbKom, Franz-Peter Sprung von LAN-Consult und Alfred Jungmair von NGN Telecom. (Foto: dth)

Das neue Glasfasernetz wächst

Wittorf/Kirchgellersen/Lüneburg. Während Tausende Anschlussinhaber im Lüneburger Ostkreis noch in der Warteschleife verharren, hat der Breitbandausbau in den Samtgemeinden Bardowick und Gellersen bereits Fahrt aufgenommen, wenn auch mit rund sechs Wochen Verzögerung wegen des langen Winters. Doch jetzt wird gebuddelt: In Wittorf und Kirchgellersen sind die Tiefbauarbeiten im Auftrag der „ElbKom“ voll im Gange, die ersten Hausanschlüsse mit Glasfaserleitungen fürs schnelle Internet wurden bereits hergestellt.

Den Anfang hat die Lüneburger Tiefbaufirma Kuhlmann Leitungsbau in Wittorf im Bereich Moorweg gemacht, in Kirchgellersen laufen die Arbeiten derzeit im Bereich Steinbint. Dabei ziehen die Arbeitskolonnen Gräben entlang der Straßenränder und verlegen zunächst Leerrohre. Um vor den Vorgärten nicht durchgehend die Erde aufreißen zu müssen, nutzen die Tiefbauer auch ein horizontales Bohrverfahren und nehmen dabei eine sogenannte Erdrakete zur Hilfe, beziehungsweise einen Bodenverdrängungshammer, der sich rund einen Meter pro Minute durch das Erdreich bewegt.

Hausanschluss ab 399 Euro

In einem Leerrohr ist jeweils Platz für 24 kleinere bunte Röhrchen, in die später per Druckluft die sechsadrigen Glasfaserleitungen geblasen werden. Ein Röhrchen ist für jeweils einen Hausanschluss vorgesehen. Werkstudenten gehen derweil von Haus zu Haus, um die Termine für die Herstellung der direkten Anschlüsse zu koordinieren, aber nur bei jenen, die sich per Vorvertrag bereits einen kostenfreien Anschluss gesichert haben. Nachzügler können sich auch noch anschließen, sagt Uwe Luhmann von der ElbKom. Solange der Graben noch offen ist, kostet der Hausanschluss nun 399 Euro, wenn der Graben geschlossen ist, werden dafür 1250 Euro aufgerufen.

Bis die Anschlüsse freigeschaltet werden, dürfte es aber etwas dauern. Ende Mai sollen die „PoP“ (Point of Presence) installiert werden, von diesen Hauptverteilern in Wittorf, Kirchgellersen und Radbruch soll das Glasfasernetz sternförmig in die Fläche gehen. Die Arbeiten werden in den verschiedenen Gemeinden teilweise parallel vorangetrieben, in den ersten Ortschaften sollen die Tiefbauarbeiten bereits im September abgeschlossen sein, in den letzten im Sommer 2019. Insgesamt soll das kommunale Glasfasernetz für derzeit rund 3500 Gebäude Ende 2019 fertiggestellt sein.

„Glasfaser gehört die Zukunft!“

Weiter auf der Wunschliste des designierten Netzbetreibers NGN Telecom steht der privatwirtschaftliche Ausbau in den bereits als versorgt geltenden Mitgliedsgemeinden Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt. Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers sagt: „Unser Bestreben ist es, in allen Orten der Samtgemeinden Gellersen und Bardowick den Menschen Glasfaseranschlüsse zu den gleichen Konditionen zu ermöglichen. Dafür steht Interessierten in diesen Gemeinden noch bis Ende Juni die Tür offen, sich per Vorvertrag bei dem weiteren Ausbau miteinzubringen, damit die erforderliche Quote erfüllt wird, um NGN Telecom einen wirtschaftlichen Ausbau zu ermöglichen.“ Röttgers: „Glasfaser gehört die Zukunft!“

Auf Glasfaser setzt auch die Telekom, die im Auftrag des Landkreises Lüneburg rund 14 300 Adressen mit schnellem Internet versorgen soll (LZ berichtete). Zum Stand der Arbeiten sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann: „Der Vertragsentwurf ist ausverhandelt und unterschriftsfähig, darf aber erst nach Genehmigung des Bundesfördermittelgebers ateneKOM GmbH unterzeichnet werden.“ Neben Informationsschreiben sind voraussichtlich ab Mitte Mai Bürgerinformationsveranstaltungen geplant. Holzmann: „Einen Spatenstich-Termin werden wir in Abstimmung mit unseren Partnern sobald wie möglich festlegen.“

Von Dennis Thomas

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One comment

  1. Wie kann sich als Hausbesitzer gegen ein Glasfaserausbau entscheiden? Die Immobilie ist dann mehr oder weniger unverkäuflich.