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Der Entwurf des 1. Preisträgers des Architektenwettbewerbs zeigt, wie der geplante Neubau aussehen könnte, der an das Hauptgebäude angedockt wird. (Grafik: tsj tönies schroeter jansen freie architekten gmbh)
Der Entwurf des 1. Preisträgers des Architektenwettbewerbs zeigt, wie der geplante Neubau aussehen könnte, der an das Hauptgebäude angedockt wird. (Grafik: tsj tönies schroeter jansen freie architekten gmbh)

Das 26-Millionen-Euro-Projekt

Lüneburg. Das Erscheinungsbild der Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL) zum Wienebütteler Weg soll attraktiver werden. Gleichzeitig sollen die zehn Stationen der Erwachsenenpsychiatrie, die derzeit noch verteilt auf dem Gelände untergebracht sind, an einem Standort konzentriert werden. Dazu plant die Klinik einen Neubau, der an das Hauptgebäude andockt, sowie die Sanierung bestehender Stationen. Dr. Angela Schürmann, Ärztliche Direktorin der PKL, sowie Geschäftsführer Rolf Sauer präsentierten jetzt eine Entwurfsplanung, die bei einem Architektenwettbewerb den 1. Platz belegt hat. Die Investitionskosten werden derzeit auf rund 26 Millionen Euro geschätzt.

Bereits im vergangenen Jahr wurde die Organisationsstruktur verändert, indem die Klinik 1, zuständig für die Behandlung psychisch kranker Erwachsener aus Stadt und Landkreis Lüneburg , sowie die Klinik 2, zuständig für Patienten des Kreises Harburg, unter eine Leitung gebracht wurden. In einem nächsten Schritt soll nun eine Zentralisierung der Stationen erfolgen: Derzeit sind vier in Gebäuden im historischen Park untergebracht und sechs im Hauptgebäude. Ziel seien die bessere Versorgung der Patienten, Bettenzimmer auf zeitgemäßem Standard sowie eine Verbesserung der Arbeitsabläufe, sagt Angela Schürmann.

Lübecker überzeugen beim Architektenwettbewerb

Für die Konzentration der Stationen an einem Standort hatte die PKL europaweit einen Wettbewerb ausgeschrieben. „30 Architekten hatten sich beworben, 12 reichten Entwürfe ein“, erläutert Sauer. Eine Jury, der auch Stadtbaurätin Heike Gundermann angehörte, sprach sich schließlich für den Entwurf des Büros tsj tönies ­schroeter jansen freie architekten gmbh aus Lübeck aus. Platz 2 belegte ein Entwurf des Berliner Büros Nickel & Partner.

Überzeugt haben die Lübecker durch die Verbindung des Neubaus, der auf dem hinteren Teil des Parkplatzes entstehen soll, mit dem Hauptgebäude. Ein Brückenschlag im Sinne des Zusammenwachsens. Zudem soll ein großzügiger Eingangsbereich hin zum historischen Parkgelände entstehen, von dem es in beide Gebäude geht. Der Neubau ist überwiegend zweigeschossig geplant – nur auf einem Teil sattelt die Tagesklinik auf – und hat einen Innenhof, den Patienten nutzen können. Entstehen sollen Zweibettzimmer mit Bädern, wie es sie auf den bisherigen Stationen zum Teil noch nicht gibt. Komplett saniert werden auch die sechs Stationen im Hauptgebäude, das mehr als 40 Jahre alt ist, um auch hier den Standard und Komfort zu erhöhen. Pro Station wird es 24 Betten geben.

Sanierung im laufenden Betrieb als Herausforderung

Zum weiteren Vorgehen erläutern Sauer und Schürmann: Die beiden ersten Preisträger sind aufgefordert, ein endgültiges Angebot abzugeben. Dabei sollten unter anderem für die Fassade des Erweiterungsbaus neue Vorschläge gemacht werden. Bis zu den Sommerferien soll über die endgültige Architektenauswahl entschieden werden. „Die Konkretisierung der Planung wird voraussichtlich ein Dreivierteljahr in Anspruch nehmen“, schätzt Sauer. Danach geht es in die weitere Abstimmung mit dem niedersächsischen Sozialministerium und dem Landesamt für Bau- und Liegenschaften, die das Projekt begleiten.

Dabei geht es auch darum, inwieweit und wieviel Fördermittel für das 26-Millionen-Projekt eingeworben werden können. Bewilligen muss die Mittel der Krankenhausplanungsausschuss des Landes. Sauer und Schürmann sind optimistisch, dass mit dem Baustart 2020 begonnen werden kann. „Die Sanierung des Hauptgebäudes im laufenden Betrieb ist dabei eine Herausforderung, da Stationen übergangsweise in andere Häuser verlegt werden müssen“, verdeutlicht die Ärztliche Direktorin.

Von Antje Schäfer