Aktuell
Home | Lokales | Nicht streng, aber konsequent
Thomas Wetzel (47) hatte jetzt seinen ersten Arbeitstag als Direktor der Wilhelm-Raabe-Schule. Foto: t&w

Nicht streng, aber konsequent

Lüneburg. An Informationen über seinen neuen Wirkungskreis dürfte es ihm nicht gemangelt haben: Seine Frau ist dort Beratungslehrerin, seine Tochter und sein Sohn gehen dort zum Unterricht. Jetzt wird auch Thomas Wetzel täglich in der Wilhelm-Raabe-Schule anzutreffen sein. Der 47-Jährige ist der neue Direktor, am Freitag hatte er seinen ersten Arbeitstag im Gymnasium an der Feldstraße.

Der Pädagoge ist Nachfolger von Christine Hartmann, die in die Landesschulbehörde gewechselt war. Bei eben jener Behörde hat Wetzel die vergangenen vier Jahre gearbeitet, war Fachberater für Unterrichtsqualität an Gymnasien und Gesamtschulen. Er geht also quasi den umgekehrten Weg seiner Vorgängerin. „Die Zeit war reif. Ich hatte das schon lange vor und habe mich gut vorbereitet, habe mehrere Fortbildungen absolviert“, sagt er durchaus selbstbewusst. Natürlich habe er sich auch mit Christine Hartmann über die Raabe-Schule ausgetauscht. Und auch seine Kinder hätten ihr Okay gegeben, dass der Papa nun ihr Schulleiter wird. „Die haben sich sogar sehr gefreut.“

Seit elf Jahren Lüneburger

Die komplette Familienzusammenführung allerdings ist nur von begrenzter Dauer, seine Frau habe einen Versetzungsantrag zum nächsten Schuljahresbeginn gestellt. Die Konstellation – er Schulleiter, sie Vertrauenslehrerin – womöglich hätte mancher ein Problem damit gehabt.

In Jena geboren, ist Thomas Wetzel inzwischen seit elf Jahren Lüneburger. Der Lehrer für Mathe, Physik, Informatik und Erdkunde hatte vor seiner Tätigkeit bei der Schulbehörde am Johanneum unterrichtet, war dort auch Koordinator. Zuvor war er an einer jüdischen Oberschule in Berlin. „Ich bin vom Herzen gern Lehrer“, sagt er über sich selbst. Nun wird er als Schulleiter auch Managerfunktionen übernehmen. Dass er Schulbauberater war, könnte ihm dabei zugute kommen, denn mit der Umwandlung zur Ganztagsschule und der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren sind auch räumliche Probleme zu lösen. Schließlich muss ab 2020 ein zusätzlicher Jahrgang untergebracht werden. Und anders als zum Beispiel am Johanneum gibt es im Roten Feld keine freie Wiese, auf der angebaut werden könnte.

Knapp 1000 Schüler und etwa 80 Lehrer

Der Neue, der für knapp 1000 Schüler und etwa 80 Lehrer verantwortlich ist, setzt auf die Zusammenarbeit mit der Stadt als Schulträger, die sich „enorm engagiert“, wie er findet. So gibt es mehrere Ideen, vom Ausbau des Dachgeschosses über einen Neubau auf dem Schulhof bis hin zu einer Außenstelle auf dem Postgelände – noch ist das alles nicht ausgereift und Zukunftsmusik.

Zuvor will der 1,93 Meter große ehemalige Volleyballer, der sich in seiner Freizeit gern um den eigenen Garten kümmert, dafür sorgen, sein Motto mit Leben zu füllen und eine gute Lern­atmosphäre in der Raabe-Schule zu schaffen: „An der Schule sollen alle gerne, gut und gesund lernen. Ganz egal, wo der Einzelne herkommt. Das nehme ich sehr ernst.“ Das klingt durchaus nach einem strengen Schulleiter. Wetzel selbst sagt: „Ich würde es vielleicht eher als konsequent bezeichnen.“

Von Alexander Hempelmann

One comment

  1. Ein toller Mensch und eine Klasse Persönlichkeit hat mit Herrn Wetzel die Landesschulbehörde verlassen. Für die Wilhelm-Raabe-Schule, Schüler wie Lehrerkollegen aber natürlich ein Gewinn. Er wird seinen Weg machen und Anhänger finden und Kritiker einfangen und hinter sich versammeln, wobei er immer vorangehen wird.