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Zecken können die Krankheiten Borreliose und FSME übertragen. (Foto: Nabu/Annegret Wiermann)
Zecken können die Krankheiten Borreliose und FSME übertragen. (Foto: Nabu/Annegret Wiermann)

Gefahr auf acht Beinen

Lüneburg. Zecken können bei Mensch und Tier Erreger übertragen, die zum Beispiel eine Hirnhautentzündung, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), auslösen können, oder auch eine durch Bakterien ausgelöste Borreliose. Sobald es draußen wärmer wird, sind Zecken wieder vermehrt unterwegs. Bereits ab acht Grad Celsius werden die Spinnentiere munter. Um den Zecken möglichst wenig Angriffspunkte zu bieten, sollten Regeln beachtet werden.

Sie haben acht Beine, zwei Kieferklauen, einen Saugrüssel, sind gerade mal drei Millimeter groß – Zecken. Die Spinnentiere fallen „anders als man im Volksmund sagt, nicht von Bäumen auf Spaziergänger herab“, sagt Katharina Gonzales-Krückeberg, Vorsitzende des Bezirks Lüneburg beim Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. „Sie krabbeln auf Wiesen und Sträuchern, im Unterholz und sind oft auch an Gewässern zu finden.“ Wenn ein Mensch oder Tier an Pflanzen entlang streift, wo Zecken sitzen, haften sich die Tiere an. „Dabei suchen sie sich besonders dünne und gut durchblutete Hautregionen wie Kniekehlen, Achselhöhlen, die Leistengegend oder den Kopf aus“, sagt Gonzales-Krückeberg. Auch in Stadtparks und Gärten sind Zecken heimisch und werden oft von Spaziergängern sowie deren Vierbeinern nach Hause gebracht. Mit ein paar Regeln könne man den Zecken möglichst wenig Angriffspunkte bieten (siehe Info-Kasten).

Möglichst schnell entfernen

„Erwischt es einen trotz Vorsichtsmaßnahmen, sollte die Zecke schnellstens entfernt werden, damit eine mögliche Übertragung von Krankheiten vermieden werden kann“, empfiehlt Apothekerin Katharina Gonzales-Krückeberg. Der Parasit sollte mit einer Zeckenzange, Pinzette oder Zeckenkarte mit viel Fingerspitzengefühl hautnah, langsam und kontrolliert entfernt werden. „Dabei das Tier bitte nicht quetschen, sonst werden gefährliche Körperflüssigkeiten freigesetzt und es können Krankheitserreger übertragen werden“, warnt Katharina Gonzales-Krückeberg. Wichtig sei zudem, dass die Zecke vollständig entfernt wird.

Ein Arzt sollte spätestens dann aufgesucht werden, wenn ein paar Tage nach der Entfernung der Zecke eine ringförmige Rötung rund um die Stichstelle zu sehen ist. Das könnte ein Zeichen für Borreliose sein. Aber auch Symptome wie Kopfschmerzen und Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Fieber, Lymphknotenschwellungen oder Bindehautentzündung können auf eine Borreliose hindeuten. „Fieber, grippeähnliche Symptome und vor allem Nackensteifigkeit können zudem auf FSME hindeuten“, erklärt Rüdiger Quandt (Seevetal), Sprecher des Bezirksverbands Lüneburg im Deutschen Hausärzteverband. Denn das Virus greift das Zentralnervensystem an, was unter anderem zu bleibenden Lähmungen führen kann.

Beim leisesten Verdacht ins Krankenhaus

Der Allgemeinarzt rät, „beim leisesten Verdacht ins Krankenhaus zu gehen. Sollte sich der Verdacht auf FSME bestätigen, ist eine intensivmedizinische Behandlung notwendig – andernfalls kann FSME lebensbedrohlich werden“.

Vor allem Menschen, die häufig in Risikogebiete wie zum Beispiel nach Süddeutschland fahren, sollten sich gegen FSME impfen lassen. „Dafür bitte gleich mit dem Impfpass zum Arzt gehen“, rät Rüdiger Quandt. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht, die Krankheit lässt sich aber mit Antibiotika behandeln. Hierbei ist es wichtig, zeitnah nach der Infektion mit der Behandlung zu beginnen.

Hintergrund

Das schützt vor Zecken

  • Lange Hosen, geschlossenes Schuhwerk: Den Wiesenspaziergang meiden muss man nicht unbedingt. Entsprechende Kleidung aber ist wichtig – vor allem im Wald, am Waldrand oder auf Wiesen mit hohem Gras.
  • Meiden von Unterholz: Denn dort halten sich Zecken besonders gern auf.
  • Socken hochziehen: Am besten über die Hosenbeine. So gelangen die Zecken nicht so leicht unter die Kleidung.
  • Helle Kleidung: Um die Zecke zu entdecken, bevor sie zusticht, ist helle Kleidung sinnvoll. Auch glatte Kleidung kann einen Zeckenstich verhindern. An ihr rutschen die Parasiten ab.
  • Anti-Zecken-Sprays: Cremes und Sprays gegen Zecken sind in der Apotheke erhältlich. Die Wirkdauer kann unterschiedlich sein.
  • Schnelles Absuchen: Direkt nach dem Ausflug sollte der Körper sehr gründlich abgesucht werden – am besten gegenseitig mit einem Partner, um keine Stelle zu übersehen.
  • Impfen kann vor FSME schützen: Menschen, die in Risikogebieten wohnen oder dort ihren Urlaub planen, können sich gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen. Ein Apotheker oder Hausarzt weiß, ob eine Impfung erforderlich ist.

Von Patricia Luft