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Auch mehr als 50 Jahre nach seinem Geburtstag hat der NSU RO 80 noch eine eingeschworene Fangemeinde. Der kleine Leon (vorn) zeigt, dass theoretisch ein Geldstück auf der Kante des seidenweich laufenden Motors stehen bleiben könnte. (Foto: cm)
Auch mehr als 50 Jahre nach seinem Geburtstag hat der NSU RO 80 noch eine eingeschworene Fangemeinde. Der kleine Leon (vorn) zeigt, dass theoretisch ein Geldstück auf der Kante des seidenweich laufenden Motors stehen bleiben könnte. (Foto: cm)

„Es ist das Fahrgefühl“

Adendorf. Er war eines der fortschrittlichsten Automobile seiner Zeit: Mit der eleganten Karosserie, die so wenig Windwiderstand bot, und dem legendären Wankelmotor mit dem ruhig laufenden Kreiskolben sorgte der NSU RO 80 in seinem Geburtsjahr 1967 für helle Aufregung unter den Automobilfreunden. Doch der RO 80 hatte Pech: Ein Materialfehler sorgte dafür, dass dem damals visionären Fahrzeug ein schlechter Ruf anhaftete.

Zu Unrecht, wie Christoph Kupfermann und Jürgen Schuldt finden. Die beiden sind Mitglieder im Stammtisch Nord des RO-80-Club-international, die sich in Adendorf zur Frühlingsausfahrt getroffen haben. „Meiner hat noch den ersten Motor“, betont Kupfermann nicht ohne Stolz und tätschelt die türkisfarbene Motorhaube seines RO 80. „Der Club liefert uns alle Unterstützung, die wir brauchen“, erklärt Schuldt. Ob Ersatzteile oder technische Unterstützung – der Club ist gut organisiert. Muss er auch, denn: „Die größte Herausforderung als RO-80-Fahrer ist, dass es einfach keine Werkstätten für ihn gibt“, sagt Schuldt.

Einen Jugendtraum erfüllt

Trotzdem sind längst nicht alle Fahrer Hobbyschrauber. „Wir helfen uns gegenseitig“, sagt Schuldt. Er selbst ist gelernter KFZ-Mechaniker und hat sich mit seinem RO 80 einen Jugendtraum erfüllt. „Damals waren sie einfach unerschwinglich“, erinnert sich der 70-jährige aus Betzendorf. „Heute werden sie je nach Zustand relativ erschwinglich gehandelt.“

Was macht den RO 80 so liebenswert, dass er selbst 41 Jahre, nachdem der letzte vom Band gelaufen ist, noch so eine Fan-Gemeinde hat? „Es ist das Fahrgefühl“, sagt Kupfermann. „Ich arbeite für einen Autohersteller und habe jederzeit Zugriff auf die modernsten Modelle, aber ich komme immer wieder auf meinen RO 80 zurück.“ Der Kreiskolben sorgt dafür, dass der alte NSU seidenweich mit ausgesprochen wenig Vibrationen läuft. Es geht das Gerücht, dass bei laufendem Motor auf der Karosserie ein Geldstück auf der Kante stehen bleibt.

Über zehn Fahrzeuge stehen an diesem Tag vor dem Lim’s in Adendorf. Aus allen Teilen Norddeutschlands sind sie gekommen. Ihre Tour führte sie entlang der Elbuferstraße nach Dömitz und Sammatz. „Das ist das Schöne an den Treffen“, freut sich Christoph Kupfermann. „Man fährt dahin, wo man sonst nie hinkommt.“

Von Claudia Misiek

One comment

  1. .. man hat damals staunend vor dem NSU RO 80 gestanden , denn man hörte seinen Motor kaum , man bestaunte dieses tolle neue Auto und beneidete die Besitzer , denn der Grundpreis mit 15.000,00 DM war zu der damaligen Preis verdammt teuer und den konnte sich fast keiner erlauben … also kaufte mein Vater den Ford Taunus 17 m