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Der Zutritt zum Gelände ist verboten, hinter den Zäunen stehen seit Jahren die ungenutzten alten Stallanlagen und verfallen. Nun wollen Landkreis und Gemeinde den Schandfleck in eine blühende Wiesenlandschaft verwandeln. (Foto: off)
Der Zutritt zum Gelände ist verboten, hinter den Zäunen stehen seit Jahren die ungenutzten alten Stallanlagen und verfallen. Nun wollen Landkreis und Gemeinde den Schandfleck in eine blühende Wiesenlandschaft verwandeln. (Foto: off)

Schandfleck soll verschwinden

Neuhaus/Gülze. Alte Betonbaracken ohne Fenster und Türen, haufenweise Schutt und das verkohlte Gerippe einer Brandruine: Seit Jahren verfällt am Ortsrand von Gülze an der Bundesstraße 195 zwischen Neuhaus und Niendorf eine alte Stallanlage – ein Schandfleck, der nun endlich verschwinden soll. Gemeinsam wollen der Landkreis Lüneburg und die Gemeinde Amt Neuhaus das Gelände in eine blühende Wiesenlandschaft verwandeln. Kein einfaches Unterfangen, denn das Areal ist stark schadstoffbelastet.

Der Gemeinde sind die alten Stallanlagen schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Als das Gelände nun zur Zwangsversteigerung stand, nutzten Kreis und Kommune ihre Chance und kauften große Teile der Fläche. „Gekostet hat das insgesamt 38 000 Euro“, berichtet Kreissprecherin Katrin Holzmann, „davon übernimmt die Gemeinde 8000 Euro, den Rest zahlt der Kreis.“ Ein weiteres Stück des Geländes hätten Kreis und Gemeinde zusätzlich gerne gekauft, „der Eigentümer war allerdings nicht bereit zu verkaufen“, sagt Holzmann.

Realisieren lässt sich das Gesamtprojekt trotzdem. Der erste Schritt: eine umfassende Schadstoffsanierung. „Eines der Gebäude ist asbestbelastet“, berichtet Holzmann, „dazu kommt ein Areal, auf dem früher die Fäkalien der Tiere ungeklärt abgeflossen sind und das mit Ammoniumphosphat belastet ist.“ Über den Anbau spezieller Pflanzen sollen die Schadstoffe aus dem Boden gezogen, mit der Hilfe von Spezialisten die alten Gebäude fachgerecht abgerissen und entsorgt werden.

Neuhauser Kinderarche könnte Gelände nutzen

Ist das Gelände sauber, soll dort eine Wiese, eventuell sogar mit Obstbäumen, entstehen. Genutzt werden soll sie extensiv, das heißt, auf den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz soll verzichtet werden. „Eine erste Idee von uns ist, dass die Neuhauser Kinderarche von Maximilian Jasker das Gelände in Zukunft nutzen kann“, berichtet Holzmann. Entschieden sei das allerdings noch nicht.

Die Kosten für das gesamte Projekt „Stallanlagen Gülze“ werden sich nach ersten Schätzung der Experten beim Landkreis auf rund 340 000 Euro belaufen. Landkreis und Gemeinde setzen auf Fördermittel, entsprechende Anträge sind laut Holzmann bei der NBank und dem Land Niedersachsen bereits gestellt. „Wir hoffen, dass es uns gelingt, Fördermittel in Höhe von 95 Prozent einzuwerben“, sagt Holzmann. Kosten würde das Projekt Kreis und Kommune dann nur noch rund 17 000 Euro.

Liegen die Förderzusagen vor, soll der Startschuss für die Arbeiten so schnell wie möglich fallen. „Wenn möglich noch in diesem Jahr“, sagt die Kreissprecherin. Während der Abriss- und Räumarbeiten wird das Betreten des Geländes aufgrund der Schadstoffbelastung für alle externen Personen tabu sein.

Ziel des Projektes ist neben der Altlast-Sanierung vor allem die Aufwertung eines Schandfleckes. „Das war immer wieder mal im Gespräch“, sagt Holzmann, „nun wird es angepackt.“

Von Anna Sprockhoff