Donnerstag , 20. September 2018
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Clara testete den Rollstuhlparcours und bekam dabei Anleitungen von Julian Meier. (Foto: t&w)
Clara testete den Rollstuhlparcours und bekam dabei Anleitungen von Julian Meier. (Foto: t&w)

Behinderung kann jeden treffen

Lüneburg. „Behinderung ist nichts für mich“ – dieser Satz war auf einem Banner am Stand des Behindertenbeirates von Stadt und Kreis in der Bäckerstraße zu lesen. Doppeldeutig gemeint, „denn von Behinderung kann man nicht nur von Geburt an betroffen sein, sondern auch in Folge eines Unfalls, durch eine Erkrankung oder auch mit zunehmendem Alter, wenn zum Beispiel die Sehkraft abnimmt oder man auf den Rollator angewiesen ist“, sagt Jörg Kohlstedt, Vorsitzender des Gremiums.

Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung luden der Behindertenbeirat und sozial engagierte Organisationen zu einem Aktionstag in die Bäckerstraße ein, um über das Thema Behinderung und den Umgang damit zu informieren und für ein respektvolles Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu sensibilisieren.

14 Meter im Blindflug

Mit dabei war unter anderem die Lüneburger Polizei, die einmal mehr auf die Folgen von Handy-Nutzung während der Autofahrt aufmerksam machte. Autofahrer, die mit Tempo 50 unterwegs und dabei nur eine Sekunde vom Handy abgelenkt sind, fahren 14 Meter im Blindflug. Das kann böse Unfälle zur Folge haben, die im schlimmsten Fall eine lebenslange Behinderung für Beteiligte bedeuten. Martin Schwanitz, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion, und Kollegin Eleonore Tatge appellierten an Autofahrer sowie Radfahrer einmal mehr: Finger weg vom Handy während der Fahrt. Am Stand der Feuerwehr konnte man erleben, wie nach einem Unfall ein Auto mit der Hydraulikschere aufgeschnitten wird.

Um einen Eindruck zu bekommen, welche Barrieren und Hürden sich für Rollstuhlfahrer in Straßen, Geschäften oder öffentlichen Gebäuden manchmal auftun, konnten Interessierte einen Rollstuhlparcours „erfahren“. Des Weiteren gab es Informationen zu taktilen Leitsystemen für Blinde und Sehbehinderte, Organisationen stellten ihre Projekte zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung vor, damit Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben möglich sind. Zum Abschluss ging es ins Glockenhaus, wo ein Puppentheater für ein gegenseitigen wertschätzenden Umgang warb. as