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Künstler, Interessierte und Koordinator Achim Gründel (hinten) bewundern die bunten Wände im Radbrucher Tunnel. Foto: phs

Radbrucher Tunnel soll ein Ort zum Wohlfühlen sein

Radbruch. Wo vorher nur schmucklose Fliesen und immer wieder auch hässliche Schmierereien zu sehen waren, tummeln sich jetzt an den Wänden Giraffen und Tiger, Delfine und Fische, sind Blumen, Landschaften, Äpfel, viele Augen und viele Muster zu sehen. Mit dem Kunstprojekt Radbrucher Tunnel geht es weiter voran: Rund 140 bunte Bilder zieren jetzt die Wände – für 100 weitere ist noch Platz.

6000 Euro für einen angenehmen Ort

Der damalige Bürgermeister Achim Gründel (SPD) hatte die Idee für das Projekt gehabt. Als er nach den Kommunalwahlen 2016 seinen Posten an Rolf Semrok (CDU) abgeben musste, beließ ihm der Gemeinderat die Projektleitung für die Neugestaltung des Tunnels. Aus dem soll „ein angenehmer Ort“ werden, erklärt Gründel.

Im vergangenen Herbst hatten Helfer die ersten 47 bemalten Alu-Platten angebracht. „Beschädigungen hat es seitdem fast keine gegeben“, stellt Gründel fest. Jetzt sind noch einmal etwa 100 dazugekommen. Bei strahlendem Sonnenschein feierten das die Radbrucher mit Musik des Bardowicker Sinfonischen Blasorchesters Flutissima, Kaffee und Kuchen.

Als Untergrund nutzten die vielen kleinen und großen Künstler Druckplatten aus Aluminium im Format 106 mal 80 Zentimeter, die von einem Profi grundiert wurden, sodass sie mit praktisch allen Farben bemalt werden können. Die Gesamtkosten des Projekts beziffert Achim Gründel auf 6000 Euro, von denen die Sparkassenstiftung 2000 Euro beisteuerte.

Ein Fest für den neugestalteten Tunnel

„Das ist auf jeden Fall billiger, als die Tunnelwände immer wieder von Schmierereien zu befreien“, sagt Gründel. Dem Jedermann-Kunstprojekt im Tunnel waren im vergangenen Jahr erste Verschönerungsmaßnahmen im Bahnhofsumfeld vorausgegangen, so hatte ein professioneller Sprayer eine Betonwand am Tunneleingang gestaltet.

Zum Fest am Tunnel waren auch viele Vertreter der Institutionen gekommen, die mit ihren Bildern zum Gelingen beigetragen haben. Etwa Birgit Stelter, Leiterin der Grundschule Radbruch, und Lehrerin Meike Höbermann. „Fünf Kinder einer Kunst-AG der dritten und vierten Klasse haben die Bilder bei uns gestaltet“, berichten sie. Auch die Integrierte Gesamtschule Lüneburg machte mit. Sie habe in ihrer achten Klasse Kinder aus Radbruch, erzählt Lehrerin Gesine Held. „Sie waren natürlich besonders motiviert, bei dem Projekt mitzumachen.“

„Das Tunnelprojekt ist kein endgültiges, es soll auch in Zukunft weiter lebendig bleiben.“ – Achim Gründel, Tunnelprojektinitiator

Auch Lüneburger Kunstschulen nutzten die Gelegenheit, Bilder zu gestalten und dann öffentlich zu präsentieren. Für die Kunstschule Ikarus etwa waren Anne Linhsen und Kerstin Voß gekommen. Ein Teil der Bilder sei beim Lüneburger Theaterfest entstanden, ein anderer Teil während eines Workshops von Dozentin Sandra Hilleckes, erzählen sie.

Platz für mehr Bilder

Zum neuen „Outfit“ des Radbrucher Fußgängertunnels haben aber noch viele Akteure mehr beigetragen. Etwa das „Bernhard Riemann Gymnasium“ Scharnebeck, der Kindergarten Radbruch, der Kindergartenverein Lollipop, der Country Club, die Jugendfeuerwehr, der Jugendclub, die Kunstschule Arte é Vita, das Studio Heike Bader und das Atelier Gudrun Jakubeit. Rund 140 Bilder sind mittlerweile zu bewundern – es ist aber noch Platz für mehr. „Das Projekt ist kein endgültiges, es soll auch in Zukunft weiter lebendig sein“, sagt Achim Gründel. Alu-Platten hat er noch vorrätig. Wer einen Beitrag leisten möchte, meldet sich per E-Mail bei achimgruendel@gmx.de oder im Gemeindebüro unter gemeinde@radbruch.de.

von Ingo Petersen