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Einen Probebetrieb lief im vergangenen Jahr bereits. Langfristig könnte es eine Bahnverbindung zwischen Lüneburg und Bleckede geben. (Foto: t&w)
Einen Probebetrieb lief im vergangenen Jahr bereits. Langfristig könnte es eine Bahnverbindung zwischen Lüneburg und Bleckede geben. (Foto: t&w)

Auf die Schiene gesetzt

Lüneburg. Der Probebetrieb lief bereits gut, jetzt könnte die Bleckeder Kleinbahn weitere Schritte nach vorn tun, mit denen eine Personenbeförderung von Lüneburg an die Elbe wahrscheinlicher wird. Hans Dierken, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Verkehrsfreunde (AVL), die hinter der Kleinbahn steht, sieht gute Chancen, die 23 Kilometer lange Strecke auf Vordermann bringen zu lassen. Allerdings braucht der Verein dafür Hilfe. Er umreißt seinen Fahrplan.

Bekanntlich hat die Kleinbahn zweimal Personenzüge jeweils eine Woche lang nach Bleckede rollen lassen. Interesse ist bei Kunden. Politik und Verwaltung vorhanden. Nach Gesprächen mit der Landeseisenbahnaufsicht stehe allerdings auch fest, die Gleise müssten saniert werden. Die AVL hatte bereits ein 300 Meter langes Stück erneuern lassen. Doch das reicht nicht aus. Die Behörde möchte gern einen Kilometer pro Jahr. Dierken sagt, sinnvoll sei es, immer Abschnitte von drei Kilometern zu bilden. Losgehen könnte es 2019, Kostenpunkt: eine Million Euro. Verwenden will Dierken dafür gebrauchte Schienen und Betonschwellen in gutem Zustand.

100 000 Euro fehlen

„Die haben wir nicht“, sagt Dierken, der die Kleinbahn mit Uwe Nittel und Henning Karger leitet. Er geht aber davon aus, Fördermittel über ein Güterverkehrsprogramm von Bund und Land einwerben zu können, 90 Prozent der geschätzten Ausgaben. „Dann bleiben 100 000 Euro offen“, rechnet Dierken vor. 10 000 wolle man selber zuschießen, weitere 90 000 sollten Gemeinden und Kreis geben. Die würden durch die Anbindung profitieren.

„Der Zug würde tagsüber langsam fahren.“ Hans Dierken, Chef der AVL

Um überhaupt in das Förderprogramm zu kommen, müssen die Eisenbahnfans einen Bedarf nachweisen. Da hat Dierken nach eigener Aussage einen Pflock eingeschlagen: Ein lokales Unternehmen habe Interesse signalisiert, alle zwei Wochen drei bis vier Waggons buchen zu wollen. Diesen Betrieb könne man mit Ehrenamtlichen bewerkstelligen. Möglichen Sorgen von Anliegern vorbeugend Dierken betont: „Der Zug würde tagsüber langsam fahren.“ Es gebe keine große Belästigung.

Suche nach Bahnunternehmen 

All das sind Vorüberlegungen, um dann auch einen Personenverkehr auf der ertüchtigten Strecke anbieten zu können. Den will aber nicht die Bleckeder Kleinbahn betreiben: „Das würden wir mit unseren Möglichkeiten gar nicht hinbekommen.“ Dierken setzt darauf, dass die Landesnahverkehrsgesellschaft die Verbindung ausschreibt und dann mithilfe ihrer Subventionen ein Bahnunternehmen findet. Die Chancen stünden gut.

Dierken und seine Mitstreiter engagieren sich deshalb, weil sie selber einen Vorteil haben: Der Museumszug der AVL kann die Schienen ebenfalls nutzen, weil die Gleise dann erneuert sind. Dierken sagt: „Das lässt die Museumsbahn auf Dauer überleben. Denn was hilft es, einen schönen Zug zu haben, aber nicht fahren zu können?“

Von Carlo Eggeling