Dienstag , 18. September 2018
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Die Grundschule Melbeck soll zur Ganztagsschule ausgebaut werden. Dafür soll jetzt ein Architektenwettbewerb gestartet werden. (foto: t&w)
Die Grundschule Melbeck soll zur Ganztagsschule ausgebaut werden. Dafür soll jetzt ein Architektenwettbewerb gestartet werden. (foto: t&w)

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Melbeck/Deutsch Evern. Das neue Rathaus der Samtgemeinde Ilmenau steht unmittelbar vor der Fertigstellung. Im Mai noch, so die Planungen, soll die Verwaltung in das neue Gebäude umziehen. Doch auch danach bleiben Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD) und der Politik kaum Zeit zum Verschnaufen: Zwei weitere Großprojekte warten ebenfalls auf ihre Realisierung – der Umbau der Grundschulen in Melbeck und Deutsch Evern zu Ganztagschulen. Ein erstens nicht einfaches und zweites vor allem nicht billiges Vorhaben. Während man für die Schule in Deutsch Evern sogar einen Neubau in Erwägung zieht (LZ berichtete), will man jetzt für den Ausbau der Grundschule in Melbeck einen Architektenwettbewerb ausschreiben, der nach den Worten von Rowohlt von einem renomierten Architekten aus dem Landkreis moderiert wird.

Enscheidungshilfe für die Jury-Mitglieder

Was darunter zu verstehen ist, erklärt Rowohlt so: „Interessierte Architekturbüros reichen ihre Planungsvorschläge bei dem Planer ein. Der sammelt die Vorschläge, anonymisiert diese, bevor sie der Jury zur Entscheidung vorgelegt werden.“ Die setzt sich aus Vertretern der Samtgemeindeverwaltung, der Schule sowie der Politik zusammen. Hartwich selbst versehe die eingegangenen Vorschläge mit einem Plausibilitätsvermerk – als Enscheidungshilfe für die Jury-Mitglieder. Zuvor allerdings müssen Rat und Verwaltung die Eckpunkte festlegen, zwischen denen sich die Planer bewegen können.

„Die größte Herausforderung ist, dass die Um- und Ausbauarbeiten zur Ganztagsschule während des laufenden Schulbetriebs stattfinden müssen“, gibt der Samtgemeindebürgermeister zu bedenken. Eine große Sorge wurde dem Verwaltungschef dafür allerdings bereits genommen: „Die Überprüfung des Brandschutzes hatte zum Glück keine bösen Überraschungen gebracht“, sagt Rowohlt erleichtert, lediglich bei der Nutzung der Schulaula gibt es jetzt Auflagen: „Mehr als 30 Personen dürfen sich dort bei Veranstaltungen nicht mehr aufhalten, wegen fehlender Fluchtwege. Ein Problem, das im Zuge des Ausbaus zur Ganztagsschule nun ebenfalls mit angegangen werden muss.“

„Wir wären alle glücklich, wenn wir mit den Kosten unter zwei Millionen Euro bleiben.“ Peter Rowohlt, Samtgemeindebürgermeister

Bezüglich des Zeitplans zeigt sich Peter Rowohlt durchaus optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass wir zum Ende des Sommers eine gültige Planung vorliegen haben.“ Über die voraussichtlichen Kosten des Umbaus zur Ganztagsschule mag der Bürgermeister allerdings nur ungern reden: „Wir wären alle glücklich, wenn wir mit den Kosten unter zwei Millionen Euro bleiben.“

Ratsbeschluss vom Januar 2017 hinfällig

Deutlich diffuser ist die Situation in Deutsch Evern: Zwar hatte der Samtgemeinderat Anfang des Jahres den Beschluss gefasst, dass die Planungen für den Umbau der Grundschule in Deutsch Evern zur Ganztagsschule nicht weiter verfolgt werden sollen, die Verwaltung stattdessen mit der Prüfung einer Alternative in Form eines bis zu dreizügigen Neubaus der Ganztagschule beauftragt wird. Damit ist der Ratsbeschluss vom Januar 2017 hinfällig, nachdem am bisherigen Schulstandort unter anderem „nur“ eine Mensa mit 60 Plätzen neu errichtet, der Verwaltungstrakt umgebaut und die Schule energetisch saniert werden sollte. 2,5 Millionen wurden hierfür veranschlagt (LZ berichtete).

Doch sich für einen Neubau auszusprechen, ist das eine, für das Gebäude einen geeigneten Standort zu finden, das andere: Wo könnte das neue Schulgebäude errichtet werden? Auf den Tennisplätzen? Zwischen den Fußballfeldern? Auf der verwaisten Weitsprunganlage oder auf dem Fußballfeld selbst? Vier verschiedene Möglichkeiten stehen beim Sportplatz Moorfeld zur engeren Wahl. „Wir haben bei Architektin Bettina Prell angefragt zu prüfen, was aus städtebaulicher Sicht geht und was nicht“, erläutert Peter Rowohlt – dann sehe man weiter.

Von Klaus Reschke