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Die plattdeutsche Komödie „Laat de Sau rut“ spielte die Theatergruppe Radbruch in diesem Jahr während der Plattdeutschen Wochen - rund 800 Besucher kamen zu den Vorstellungen. (Foto: t&w)
Die plattdeutsche Komödie „Laat de Sau rut“ spielte die Theatergruppe Radbruch in diesem Jahr während der Plattdeutschen Wochen - rund 800 Besucher kamen zu den Vorstellungen.

Platt hat Konjunktur

Lüneburg. Mit „Werner Momsen ihm seine Show – op Platt“ ging es im Februar los. „Boowiesen (Baustile) un wat dor achter stün“, eine Führung mit Ekhard Ninnemann durch die Lüneburger St. Johanniskirche, gab es jetzt zum Abschluss der 4. Plattdeutschen Wochen. Insgesamt rund 5500 Besucher waren bei den mehr als 90 Veranstaltungen der zurückliegenden zwölf Wochen dabei.

„Wir freuen und, dass soviele Menschen gekommen sind und sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, erklärte Günther Wagner, Plattdeutschbeauftragter für Hansestadt und Landkreis Lüneburg. Bei ihm liefen die Fäden für die Veranstaltungsreihe zusammen, er selbst war auch „geschätzt bei der Hälfte der Veranstaltungen dabei“.

Die meisten Zuschauer hatten, wie in den Vorjahren, die Aufführungen der vier beteiligten Theatergruppen: Die Lüneburger Niederdeutsche Bühne „Sülfmeister“ (1000), die Heideböcke Amelinghausen (1000), die Theatergruppe Radbruch (800) und die „Bleck‘der Plattsnacker“ (600) lockten allein insgesamt 3400 Zuschauer.

Veranstaltungen gut besucht

„Auch zu den Veranstaltungen mit plattdeutschen ‚Promis‘ gab es hohe Besucherzahlen“, berichtet Wagener. So kamen 120 Zuschauer zu Werner Momsen, jeweils 110 zu den beiden komplett ausverkauften Abenden mit Matthias Stührwoldt, 140 waren beim „Plattdüütsch Abend“ unter anderem mit Lokalgröße Bubi Twesten in Karze dabei. Wagener: „Wenn etwas Besonderes angeboten wird, dann ist das Interesse auch immer besonders groß.“

[aesop_quote type=“block“ background=“#ffffff“ text=“#000000″ align=“left“ size=“1″ quote=“ „Vielleicht war es in diesem Jahr auch schon ein bisschen zuviel an Veranstaltungen?““ cite=“Günther Wagener, Plattdeutschbeauftragter“ parallax=“off“ direction=“left“ revealfx=“off“]

Aber auch andere Veranstaltungen waren gut besucht. Beispiele: Zu den beiden plattdeutschen Gottesdiensten in der Reppenstedter Auferstehungskirche und in der Lüner Klosterkirche kamen 200 Besucher. 40 Gäste waren dabei, als Klaus&Claus in Reppenstedt „Ole un ne‘e Leder op Platt“ sangen, ebenfalls 40 Zuhörer lauschten dem plattdeutschen Vortrag von Thorsten Carstensen über „Michelangelo“ in Amelinghausen. Und 40 Interessierte waren auch dabei, als Herbert Timm in Reppenstedt aus „De ole Mann un de See“ von Ernest Hemingway las.

Neues Konzept für 2020

Immer umfangreicher ist das Programm der Plattdeutschen Wochen in den letzten Jahren geworden, auch in diesem Jahr mit Unterstützung des Landkreises Lüneburg, der Sparkassenstiftung Lüneburg und des Lüneburgischen Landschaftsverbands.

„Vielleicht war es in diesem Jahr auch schon ein bisschen zuviel an Veranstaltungen?“, grübelt Günther Wagener. Er ist sicher: „2020 wird es die nächsten Plattdeutschen Wochen geben.“ Vielleicht dann mit einem veränderten Konzept, zum Beispiel jeweils mehreren Veranstaltungen verteilt auf das Jahr. „Wir werden darüber nachdenken.“

Drei Vorstellungen der Theatergruppe „Sülfmeister“ waren wegen Krankheit ausgefallen. Ebenfalls wegen Krankheit wurde das Konzert von „Muul op“ in der Westergellerser „Lehmschüün“ abgesagt – dafür gibt es mittlerweile einen Nachholtermin, berichtet Günther Wagener: „Voraussichtlich am Sonnabend, 27. Oktober.“

Von Ingo Petersen