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Die Politiker sind sich einig: So schnell wie möglich sollen die wichtigsten öffentlichen Orte in der Lüneburger Innenstadt mit kostenlosen WLAN-Zugängen ausgestattet sein. (Foto: t&w)
Die Politiker sind sich einig: So schnell wie möglich sollen die wichtigsten öffentlichen Orte in der Lüneburger Innenstadt mit kostenlosen WLAN-Zugängen ausgestattet sein. (Foto: t&w)

Anschub für freies WLAN

Lüneburg. Der Startschuss für ein 120-Millionen-Euro-Programm der EU ist gefallen, mit dem Kommunen dabei unterstützt werden sollen, frei zugängliche WLAN-Zugänge zu ­installieren. Die Hansestadt Lüneburg hat sich wie weitere elf Kommunen des Landkreises Lüneburg registrieren lassen und wird nun an den Verfahren teilnehmen.

Im Rahmen des ersten Förderaufrufs werden Gutscheine in Höhe von je 15 000 Euro für die Geräte- und Installationskosten eines WLAN-Hotspots vergeben. Ob Lüneburg davon profitiert, ist mit Blick auf die vielen Antragsteller in ganz Europa noch ungewiss und die Mittel bewirken laut Stadt auch nicht viel.

„Wir setzen hierbei auch auf Förderung von Bund und Land.“ Suzanne Moenck, Stadt-Pressesprecherin

Wie berichtet, hatte die Jamaika-Gruppe im Rat der Stadt im vergangenen Frühjahr per Antrag gefordert, dass bis Ende 2020 die wichtigsten öffentlichen Orte in der Lüneburger Innenstadt mit kosten- und kabellosen Internetzugängen ausgestattet sein sollen. Dafür sprachen sich im Prinzip alle Politiker aus, doch beim Zeitplan klafften die Meinugen auseinander. Die Verwaltung machte zudem deutlich, dass sie am Thema flächendeckendes freies WLAN längst dran sei. Skeptisch zeigte sich aber schon damals Lüneburgs Kämmerin und Erste Stadträtin Gabriele Lukoschek, wie viel das sogenannte Förderprogramm „WiFi4EU“ den einzelnen Kommunen tatsächlich bringen könnte. Die Jamaikaner hatten sich dafür ausgesprochen, über das Programm Mittel einzuwerben.

15 800 Kommunen haben sich angemeldet

Laut dem Lüneburger Bundestagsabgeordneten Eckhard Pols haben sich in den vergangenen Wochen mehr als 15 800 Kommunen angemeldet, darunter über 2 200 aus Deutschland und mehr als 290 aus Niedersachsen. Im Landkreis Lüneburg stehen folgende Kommunen auf der Liste der registrierten Bewerber: Adendorf, Amelinghausen, der Flecken Bardowick, Betzendorf, Kirchgellersen, die Hansestadt Lüneburg, Oldendorf (Luhe), Rehlingen, Reppenstedt, Soderstorf, Südergellersen und Westergellersen. Kommunen, die Gutscheine in Höhe von je 15 000 Euro für die Geräte- und Installationskosten eines WLAN-Hotspots bewilligt bekommen, müssten im Gegenzug drei Jahre lang die Kosten für Wartung und Betrieb sowie für eine Internetverbindung übernehmen, so Pols. „Weitere Ausschreibungsrunden sollen auch öffentlichen Stellen wie Bibliotheken oder Gesundheitszentren offen stehen.“ Bewerbungsaufrufe sollen bis Ende 2019 möglich sein.

Chance auf einen Gutschein

Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass vermutlich nur 1000 Antragsteller die Chance auf einen Gutschein haben. Pressesprecherin Suzanne Moenck: „Die 15 000 Euro, die wir gegebenenfalls erhalten, können eingesetzt werden, um einen neuen Hotspot zu erwerben oder um einen bestehenden Hotspot aufzuwerten. Allerdings nur dort, wo kein freies WLAN existiert. 15 000 Euro sind auch nicht viel, um wirklich etwas voranzubringen. Zum Vergleich: Wir haben in den Haushaltsplanungen für 2018 und 2019 je 100 000 Euro allein für Planungs- und Installationskosten eingestellt, um eine mittlere WLAN-Lösung für die Innenstadt zu realisieren.“

Um das Thema WLAN für die Innenstadt soll sich konzentriert ein oder eine Digital-Referent(in) kümmern, der Posten soll zum 1. Oktober besetzt werden. Weitere Aufgaben werden dabei die Digitalisierung in den Schulen und in der Verwaltung sowie das Thema Breitband im Stadtgebiet sein, sagt Suzanne Moenck. „Wir setzen hierbei – neben dem aktuellen EU-Baustein – auch auf Förderung von Bund (DigitalPakt) und Land (Masterplan Digitalisierung), daneben erhoffen wir uns auch vom Landkreis Zuschüsse, um letzte Kupferstrecken zu beseitigen.“

Von Antje Schäfer

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