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Allein zu trommeln ist oftmals langweilig, in der Gemeinschaft hingegen ein besonderes Erlebnis. Diese Erfahrung haben jetzt auch rund 180 Brietlinger Grundschüler gemacht. (Foto: Brinkmann)
Allein zu trommeln ist oftmals langweilig, in der Gemeinschaft hingegen ein besonderes Erlebnis. Diese Erfahrung haben jetzt auch rund 180 Brietlinger Grundschüler gemacht. (Foto: Brinkmann)

Afrika in der Grundschule

Brietlingen. Es war eine Projektwoche der besonderen Art, in der sich in der Grundschule Brietlingen alles um den schwarzen Kontinent Afrika drehte. Am Ende war aus dem Schulhaus eine trommelnde, tanzende und singende Gemeinschaft geworden, die mit einer grandiosen Aufführung in der Turnhalle endete. Unter dem Motto „Trommelzauber in Afrika“ hatte der Hamburger Trommellehrer Leo Omorodion die Schülerinnen und Schüler musikalisch wie thematisch nach Afrika entführt.

„In der ersten Stunden haben wir gemeinsam in der Aula getrommelt und es war nicht einfach, den Rhythmus zu halten“, erinnert sich der Viertklässler Pablo, den übrigens die Filme über Afrika ebenso fesselten wie das Trommeln. Doch bestimmte nicht allein der Spaßfaktor die Schulwoche. Lehrerin Mareike Kessler: „Wir haben uns intensiv mit Afrika befasst, haben Filme angeschaut und Texte über das Land gelesen. Auch haben wir darüber diskutiert, was Armut ist und was es für die Kinder in Afrika bedeutet, eine Schule besuchen zu können.“

Von der ersten bis zur letzten Stunde getrommelt

Darüber hinaus wurde von der ersten bis zur letzten Stunde in der Schule getrommelt und gebastelt – vornehmlich an der Kulisse für die Abschlussfeier und an Tiermasken, die die Schülerinnen und Schüler anlässlich der Feier trugen.

Integriert in das Projekt waren ebenso die Vorschulkinder des benachbarten Kindergartens. Letztlich nahmen rund 180 Kinder an dem fesselnden Projekt teil. Krönender Abschluss der lehrreichen wie unterhaltsamen Projektwoche war die Aufführung in der Turnhalle. Dort präsentierten Schülerinnen und Schüler, was sie in den vergangenen Tagen gelernt hatten. Zahlreich waren Eltern, Verwandte und Freunde gekommen und zeigten sich begeistert von der so ungewöhnlichen wie mitreißenden Veranstaltung.

„Auch haben wir darüber diskutiert, was Armut ist und was es für die Kinder in Afrika bedeutet, eine Schule besuchen zu können.“
Mareike Kessler, Lehrerin

Maßgeblich finanziell unterstützt wurde das ungewöhnliche Projekt von der Samtgemeinde Scharnebeck. Die Leiterin der Grundschule Brietlingen, Anette Best-Müller, bedankte sich mit den Abschlussworten: „Es ist toll, dass unser Schulträger, die Samtgemeinde Scharnebeck, unkompliziert für solche Projekte Gelder zur Verfügung stellt und damit für alle Schüler kostenlos dieses einmalige Erlebnis ermöglicht.“

Es bleibt die Frage, warum Trommeln so attraktiv ist. Dazu Mareike Kessler: „Die Trommel ist ein soziales Instrument, mit dem jeder etwas anfangen kann. Allein mag es vielleicht langweilig sein zu trommeln, doch in der Gemeinschaft zu trommeln, das kann, wie bei uns in Brietlingen, zu einem besonderen Erlebnis werden.“

Von Martina Brinkmann