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Weniger Autoverkehr und kürzere Lieferzeiten wünscht sich das LCM für den Platz Am Sande. Foto: t&w

Handel möcht‘s attraktiver

Lüneburg. Malerische Innenstadt, breites Shopping-Angebot, üppige Gastronomie, Rote Rosen – rund vier Millionen Tagestouristen lockt Lüneburg pro Jahr an, 330 0 00 Gäste bleiben über Nacht. Lüneburg ist ein echter Anziehungspunkt. Doch der Einzelhandel stöhnt, die Konkurrenz durch Online-Handel und Outlet-Center lassen die Kundenströme in den Geschäften sinken, wie das Lüneburger Citymanagement (LCM) herausgefunden haben will. Abhilfe erhofft sich die lokale Handelsorganisation von einer Attraktivitätssteigerung der Innenstadt. Der von ihr dazu vorgelegte Maßnahmenkatalog ist jetzt Thema im Verkehrsausschuss.

Es ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen, mit dem das LCM in die Offensive geht: Vom Tempolimit – 10 km/h im Innenstadtbereich – über die Entlastung des Platzes Am Sande von Diesel-Bussen, die Verlagerung von Fahrradstellplätzen und Haltestellen von Reisebussen, die Einschränkung der Durchfahrtzeiten für den Lieferverkehr in Fußgängerzonen oder die Einrichtung kostenloser Wasserstellen für jedermann bis zur Verbesserung der WC-Situation durch das Projekt „Die nette Toilette“ unter Nutzung der WCs in Gastronomiebetrieben reicht die Palette der Möglichkeiten (LZ berichtete). Dass sie nicht als Forderungen gewertet werden, ist LCM-Chef Heiko Meyer wichtig zu betonen: „Das sind Vorschläge, die wir mit allen Betroffenen und Entscheidern gemeinsam diskutieren wollen.“

Ziel ist die Erhöhung der Verweildauer

Wichtigstes Ziel der Maßnahmen aus Händlersicht ist es, „die Verweildauer bei den Innenstadtbesuchern zu erhöhen“, erläutert Meyer, der sich davon eine „Frequenzsteigerung“ in den Geschäften, Kaufhäusern und der Gastronomie erhofft. Dazu sollen auch die zentralen Plätze Sand und Markt begrünt, mehr Sitzmöglichkeiten geschaffen und die Attraktivität etwa durch ein Wasserspiel erhöht werden. Sogar eine „Taskforce“ soll eingerichtet werden, um die Situation durch Falschparker und -fahrer vor allem am Sand in den Griff zu bekommen, „dazu brauchen wir aber Unterstützung aus Hannover durch Anpassung der Gesetzeslage“.
Die Verwaltung zeigt sich für viele Vorschläge offen und verweist auf laufende oder geplante Aktivitäten: die Entwicklung eines Elektromobilitätskonzepts, die Verbesserung und Verlagerung der Abstellplätze für Fahrräder, den Ausbau der öffentlichen Toilettenanlage am Rathaus, neue Sitzbänke oder auch eine Verbesserung der Beleuchtung einzelner Straßenzüge. Besondere Aufmerksamkeit schenkt die Verwaltung der Einschränkung der Innenstadtverkehre. So soll nicht nur der Lieferverkehr auf den Zeitraum 19 bis 10 Uhr statt bisher 18 bis 11 Uhr reduziert werden, auch eine neue Richtlinie über die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen zur Verkehrsberuhigung wird vorgeschlagen. Wie die Innenstadt vom Busverkehr entlastet werden kann, soll durch ein entsprechendes Gutachten erarbeitet werden.

Fehler anderer Städte vermeiden

Dass mit den geplanten LCM-Maßnahmen verlorengegangene Kundenströme nicht wieder zurückgeholt werden können, ist auch Meyer bewusst: „Wir wollen aber das, was wir haben, zumindest halten.“ Dabei gelte es auch, Fehler anderer Städte zu vermeiden, die ihre Innenstädte etwa durch Verlagerung von immer mehr Geschäften auf die grüne Wiese haben veröden lassen.

LCM-Chef Heiko Meyer setzt deshalb auf einen „intensiven Dialog mit allen Institutionen“ und die Nutzung des vorhandenen Netzwerks, um zu schauen, was geht. „Schließlich profitieren alle davon, wenn es dem Handel gut geht.“

von Ulf Stüwe

3 Kommentare

  1. Urbane Naturbeobachtung

    Ich bin gerade fertig mit meinen Besorgungen und verlasse den Supermarkt. Direkt an der Türschwelle kommt mir eine fette Spinne entgegen, die zielstrebig in den Laden krabbelt. Ein Großeinkauf sollte es wohl nicht werden: Sie hatte kein Netz dabei.

    Katharina Greve

  2. Andreas Janowitz

    „Schließlich profitieren alle davon, wenn es dem Handel gut geht.“

    Jesus, Maria..! „Die Leute“ kommen nicht zu kaufen!? Vorallem nicht billig zu kaufen?? Jeder hat das gottverd***te sch**** globale Kaufhaus in der Tasche?

    Wozu also sollte man extra hierher kommen? Richtig, die Stadt zu besichtigen, die als erste Kardaschow I Infrastruktur installiert (und damit aus ihrer ******* Geschichte gelernt hat)? Dafür benötig man evtl ein paar Tage?

  3. Aufs Auto angewiesener

    Gerade wurde in der Straße bei der Nicolai Kirche wieder Parkraum vernichtet.
    Noch ein Argument gegen den stadtbummel nötig?

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