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Polizei warnt eindringlich vor Trickbetrügern

Lüneburg. Vor falschen Polizeibeamten und anderen Betrügern am Telefon warnt aktuell die Polizei in der Region mit Nachdruck. Bereits Anfang der Woche hatten sich mehrere insbesondere ältere Bürger an die Polizei gewandt und von entsprechenden Anrufen berichtet. In den letzten Tagen wurden zu weiteren Vorfälle bekannt, bei denen die Täter
teilweise fünfstellige Bargeldbeträge ausgehändigt bekamen. Allerdings reagierten einige Bürger auch besonnen und informierten die Polizei.

In diesem Zusammenhang appelliert die hiesige Polizei auch an Kinder, Lebenspartner und Angehörige von älteren Menschen: „Sprechen Sie aktiv über diese Betrugsmaschen und vereinbaren Sie Verhaltensweisen beziehungsweise Gespräche miteinander bei möglichen Anrufen.“ Hier einige Fälle aus dem Polizeibericht der vergangenen Tage:

  • Lüneburg. Als Polizeibeamten aus Holstein gab sich ein Betrüger in den Abendstunden des 16. Mai am Telefon bei einer 89-Jährigen aus. Die Polizei hätte ein Bande von Einbrecher festgenommen und in einem Notizbuch die Daten der Frau gefunden. Die Seniorin wurde nach Wertsachen befragt und dazu bewegt mehreren zehntausend Euro von der Bank abzuheben. Mitarbeiter der Bank wurden misstrauisch und verhinderten die Geldtransaktion.
  • Lüneburg. Mit dem sog. Enkeltrick wurde eine 78 Jahre alte Lüneburger in den Nachmittagsstunden des 16. Mai überrumpelt. Der angebliche Sohn hatte sich bei der Frau gemeldet, weil er sich bei Geschäften verspekuliert hatte. Die Seniorin hob mehrere Tausend Euro Bargeld ab und übergab dieses.
  • Bleckede. Als Tante einer 21-Jährigen gab sich eine Unbekannte am Telefon in den Morgenstunden des 17. Mai aus. Sie hätte sich etwas größeres gekauft und ihr würden noch mehr als 20.000 Euro fehlen, gab die Anruferin an. Die 21-Jährige beendete das Gespräch.
  • Melbeck. Gut reagierte eine 78 Jahre alter Frau aus Melbeck. Auch hier hatte sich telefonisch ein angeblicher Polizeibeamter am 16. Mai gemeldet und angegeben, dass bei einem Einbruch in der Nachbarschaft mehrere Täter festgenommen wurden. Auf einer Liste der Täter soll auch der Name der Seniorin gestanden haben. Als der Betrüger weitere Dinge erfragen wollte, sagte die Seniorin, dass er auch Kollegen mit einem Streifenwagen zur Befragung vorbeischicken könne. Das Gespräch brach dann ab.
  • Uelzen. Auf russisch sprachen zwei Frauen in den Mittagsstunden des 16. Mai eine 57 Jahre alte russischstämmige Uelzenerin in der Uelzener Innenstadt an und suggerierten ihr, dass sie und ihre Familie verhext sei. Im weiteren Verlauf kam es zu weiteren Kontakten, bei denen der Frau dieser Umstand untermauert wurde. Mit einem hohen Geldbetrag könne sich die Uelzenerin von dem Fluch freikaufen. In den Morgenstunden des 17.05. kam es dann zu einem weiteren Kontakt im Bereich Herzogenplatz/Marien-Kirchen, bei dem die 57-Jährige auch einen hohen Bargeldbetrag bei sich hatte. Unter einem Vorwand konnten die Täterinnen an das Bargeld gelangen.
  • Bad Bevensen. Opfer des sog. Enkeltricks wurde eine Seniorin aus Bad Bevensen in den Nachmittagsstunden des 17. Mai. Auch hier erbeuteten die Täter mehrere Tausend Euro.

Aus diesem Anlass warnt die Polizei erneut: Mit diesem Trick  sind Täter seit geraumer Zeit bundesweit aktiv. Sie täuschen unter anderem vor, Polizeibeamte einer örtlichen
Polizeidienststelle, Kriminalbeamte des Landeskriminalamtes, des Bundeskriminalamtes oder auch einer Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei zu sein.

Die perfide Vorgehensweise wird durch einen technischen Trick unterstützt: Im Display des Telefons der Angerufenen wird die örtliche Vorwahlnummer zusammen mit der 110 eingeblendet oder einer örtlichen Polizeidienststelle. Dies soll die Behauptung untermauern, dass es sich bei den Anrufern um Polizeibeamte handelt. Es sind jedoch keine Polizisten am Telefon, sondern Trickbetrüger.

Diese behaupten zum Beispiel, es habe zuletzt vermehrt Einbrüche in der Umgebung gegeben oder dass man bei festgenommenen Dieben einen Zettel mit der Adresse des Angerufenen
gefunden habe. Daher müsse man die Bargeld- oder Schmuckbestände überprüfen. Es gibt aber auch andere Szenarien, die ebenfalls nur ein Ziel haben: Die Betrüger versuchen ihre Opfer auszuspionieren, um an ihr Hab und Gut zu kommen. Danach folgt das Angebot, den Schmuck oder das Bargeld von einem Kriminalbeamten abholen zu lassen. Dieser werde
es an einen sicheren Ort bei der Polizei bringen. Durch diese Vorgehensweise werden die Opfer in Angst versetzt und die Betrüger haben bereits hohe Summen erbeutet, auch weil sie sofort nachsetzen und ihren Opfern kaum Gelegenheit geben, über das Gespräch nachzudenken.lz

Zur Sache

Hier einige Tipps zum Schutz vor diesen Betrügern:

  • Lassen Sie sich den Namen nennen, legen Sie auf, rufen Sie umgehend Ihre örtliche Polizeidienststelle über den Notruf 110 an und schildern Sie den Sachverhalt.
  • Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten.
  • Öffnen Sie unbekannten Personen nicht die Tür.
  • Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen, angebliche Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten.
  • Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige.

3 Kommentare

  1. Die Deutschen lassen sich immer neue Gaunereien einfallen. Wieso gab es das nicht schon früher?