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Ein Star mit seinem typisch gepunkteten Gefieder. Er wurde nur in jedem zweiten Garten gesichtet. (Foto: Stephan Bratek/pixelio.de)
Ein Star mit seinem typisch gepunkteten Gefieder. Er wurde nur in jedem zweiten Garten gesichtet. (Foto: Stephan Bratek/pixelio.de)

Der Star macht sich rar

Lüneburg. Der Naturschutzbund Niedersachsen hat einen ersten Trend zur Nabu-Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“ gezogen, in deren Rahmen am Muttertags-Wochenende Vogelfreunde auch in Niedersachsen zum 14. Mal aufgerufen waren, alle innerhalb einer Stunde gezählten Gefiederten im Garten, Kleingarten oder Park zu notieren und an den Nabu zu melden.

Bis Montagmorgen haben in Niedersachsen über 3900 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde bei der Stunde der Gartenvögel aus 2580 Gärten und Parks mehr als 90 900 beobachtete Vögel gemeldet. Häufigste Art ist erneut der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star. „Nach aktuellem Zwischenstand waren in diesem Jahr sechs Prozent mehr Vögel zu zählen als im vergangenen Mai, das entspricht dem langjährigen Mittel von 35 Vogelindividuen pro Garten“, bilanziert Ulrich Thüre, Pressesprecher des Nabu Niedersachsen.

Die Amsel in fast allen Gärten

Während die zweitplatzierte Amsel in fast allen gezählten Gärten vorkommt, stellt sich die Situation beim aktuellen Vogel des Jahres anders dar. Der Star wurde nur in etwa 50 Prozent aller Gärten gesichtet.

Da die Ergebniseingabe noch bis zum 21. Mai möglich ist, kann der Nabu Niedersachsen derzeit nur auf erste Trends zurückgreifen. Diese sind aber bereits recht stabil. Ein Gewinner der diesjährigen Zählung kann aktuell noch nicht eindeutig identifiziert werden.

Mit Spannung werden die finalen Ergebnisse von Mehl- und Rauchschwalbe sowie Mauersegler erwartet. Momentan scheinen sie die Verlierer der diesjährigen Zählaktion zu sein. Die Mehlschwalben weisen ein Minus von zwölf Prozent, Rauchschwalben minus 14 Prozent und Mauersegler minus 21 Prozent auf. „Sollte sich der Trend bestätigen, wäre das bedenklich. Dieser negativen Entwicklung kann nur durch Schutzmaßnahmen begegnet werden“, sagt Thüre. Die Ursachen seien vielfältig: Insektenschwund und damit Nahrungsmangel, Versiegelung von Gebäuden und Erdflächen, Bejagung im Mittelmeerraum und weitere Faktoren wirkten sich negativ auf die Bestände aus. Beobachtungen können bis zum 21. Mai gemeldet werden: Per Post an: Nabu, Stunde der Gartenvögel, 10469 Berlin, oder unter http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdg/ und www.stundedergartenvoegel.de. lz