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Mit zwei Löschzügen und 50 Einsatzkräften rückte die Feuerwehr Lüneburg am Dienstagmorgen zum Einsatz im Museum Lüneburg an. Foto: be

Werkstattbrand im Museum Lüneburg

Lüneburg. Annegret Guerra-Trotzki und Roswitha Blank waren halb fertig mit dem Saubermachen im Museum, da jaulte der Alarm los. „Das war so Viertel nach sechs“, sagt Roswitha Blank. „Ich war im Fahrstuhl im ersten Stock.“ Die Türen schlossen sich, doch sie habe den Arm dazwischen gehalten: „So bin ich rausgekommen.“ Die beiden Frauen liefen ins Freie, es habe nach Qualm gerochen. Annegret Guerra-Trotzki erzählt: „Da kam auch schon die Feuerwehr.“ Für die ist es am Dienstagmorgen ein Großeinsatz: Mehr als 60 Einsatzkräfte gehen gegen die Flammen im Keller vor. Der Brand ist schnell erstickt. Wie groß der Schaden ausfällt, muss noch geklärt werden. Denn Qualm und damit Ruß haben sich durch weite Teile des Baus ausgedehnt. In dieser Woche bleibt das Museum deshalb zunächst geschlossen.

Um 6.11 Uhr löst die Brandmeldeanlage den Alarm in der Leitstelle der Feuerwehr Auf der Hude aus. Danach beginnt ein langes Konzert der Martinshörner. Einsatzleiter Thomas Raab und seine Leute haben den Brandherd schnell ausgemacht: in einer Werkstatt im Keller. Mutmaßlich ein technischer Defekt, heißt es später. Was Feuerwehrleute und Polizei wundert: Brandschutztüren stehen offen, Keile hindern sie am Zufallen. Fatal, denn so kriecht der Rauch durch die Ausstellungsräume.

Kein Brandschaden an Ausstellungsobjekten

Museumschefin Prof. Heike Düselder trifft ein. Raab setzt sie anhand eines Planes ins Bild. Sie atmet auf: „Es ist kein Brandschaden an den Objekten entstanden. Was es sonst bedeutet, müssen wir sehen. Warum Türen offen standen, muss ich klären.“ Eine gute Nachricht: Das Magazin, in dem die meisten Exponate lagern, sei nicht betroffen: „Das ist schon freigegeben.“ Die Polizei beziffert später den entstandenen Sachschaden auf „mehrere zehntausend Euro“.

Ein erleichtertes Lächeln auch bei Reinigungskraft Roswitha Blank. Vorsichtshalber hat ein Feuerwehrmann sie zu einem Rettungswagen gebracht, denn sie hatte Rauch eingeatmet. „Aber es ist alles in Ordnung.“ Die beiden Frauen müssen nicht mehr in den verqualmten Bau. Ein Mitarbeiter bringt ihnen Jacken und Schuhe. Mit guten Wünschen und einem aufmunterndem Lächeln schickt Heike Düselder die Frauen nach Hause. Ihr ist wohl klar, dass nun ein ganz anderes Saubermachen ansteht.

Von Carlo Eggeling

4 Kommentare

  1. Jörg Kohlstedt

    Wie immer und immer wieder: die wunderlichen Brandschutzkeile, die Rauch- und Brandschutztüren offen halten. Weil Mitarbeiter sich zu fein sind, Türen zu öffnen. Es belastet ja Muskeln und behindert das schnelle Fortkommen.
    Und gefährdet Menschenleben (hier die Reinigungskräfte) und Sachen. Und eben auch die Feuerwehrleute, die mehr löschen müssen, wenn Brandabschnitte übersprungen werden.
    Wer ist eigentlich für die Sicherheit und Unterweisung im Museum zuständig?

  2. Wer ist eigentlich für die Sicherheit und Unterweisung im Museum zuständig?
    der arbeitgeber, wie immer. einmal im jahr ist er zur aufklärung verpflichtet. wer macht es ?

  3. Da werden Millionen in ein Gebäude investiert, was kaum genutzt wird und nun
    funktioniert noch nicht mal die Technik und die Reinigungskräfte müssen um ihr Leben bangen.
    Na ja, das ist wohl nicht so „schlimm“, denn die Leitung und ihre Verwaltungskräfte hatten Feierabend.

  4. Markus Gabelmann

    Unverschämte Kommentare hier – keine Ahnung aber Stimmung machen.
    In solch modernen Gebäuden ist es gar nicht möglich, Brandschutztüren dauerhaft zu verkeilen, da sie ansonsten nicht scharf geschlossen werden können. Wenn unterwiesene Reinigungskräfte das also eigenmächtig, unbeaufsichtigt und temporär machen, damit sie ihre schweren Wagen durchbekommen ist das zwar grob fahrlässig, irgendwie menschlich aber auch nachvollziehbar.

    Wodurch der Brand überhaupt entstanden ist, ist ja der springenden Punkt. Das wird sicherlich in den nächsten Tagen aufgeklärt.

    Schade um das tolle Gebäude – hoffentlich ist der Schaden auch an den Objekten nicht zu groß…