Dienstag , 18. September 2018
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Die Schilder mit der Aufschrift „Gasthaus Rose“ sind längst verschwunden, nun soll auch das alte Gasthaus verschwinden. Ein Investor will auf dem Gelände zwei Mehrparteienhäuser bauen. (Foto: t&w)
Die Schilder mit der Aufschrift „Gasthaus Rose“ sind längst verschwunden, nun soll auch das alte Gasthaus verschwinden. Ein Investor will auf dem Gelände zwei Mehrparteienhäuser bauen. (Foto: t&w)

Gasthaus Rose soll abgerissen werden

Scharnebeck. Über Jahrzehnte gehörte das Gasthaus zu Scharnebeck wie die Kirche und das Schiffshebewerk. Die Menschen kamen und tranken Bier im holzvertäfelten Gastraum, Vereine trafen sich im großen Saal zum Diskutieren und Familien zum Feiern, im ersten Stock gab es Fremdenzimmer. Ende 2013 war dann Schluss – aus dem „Gasthaus Rose“ wurde die „Asylbewerberunterkunft Rose“. Mehr als drei Jahre lebten Flüchtlinge im Haus, dann zogen auch die wieder aus, seit März 2017 steht das Gebäude an der Hauptstraße Ecke Echemer Straße leer. Nun will ein Investor auf dem Gelände unter der Marke „Scharnebecker Höfe“ zwei Mehrparteienhäuser bauen. Und dafür muss das Gasthaus weichen.

Termin für Abriss steht noch nicht fest

Noch steht kein Termin für den Abriss, laufen die Abstimmungen mit der Gemeinde und dem Landkreis. „Der Investor geht davon aus, die Gespräche mit den zuständigen Behörden in Kürze abzuschließen und spätestens im Sommer einen Bauantrag stellen zu können“, erklärt Juri Schweizer von „Immohansa Immobilien GmbH & Co.KG“. Die Firma ist nach eigener Aussage „Vermarkter“ für das Projekt. Wer als Geldgeber und Bauherr dahintersteckt, ist noch geheim. „Der Investor möchte vorerst nicht öffentlich genannt werden“, betont Schweizer.

Wie viele Wohnungen in den beiden Häusern entstehen sollen, lässt Schweizer offen. Doch nach Informationen des Bürgermeisters Hans-Georg Führinger sollen in den beiden Häusern jeweils acht Wohnungen entstehen. Schweizer erklärt, dass alle im Erdgeschoss „barrierefrei und teils behindertengerecht“ werden sollen, die Haupt-Zielgruppe die „Best Ager“, „Menschen im besten Alter, sein wird, die sich etwa von Haus und Garten verkleinern, in eine neue, moderne Wohnung ziehen wollen“.

Der Bedarf ist aus Sicht des Investors da. „Aus vielen Gesprächen im Ort haben wir mitgenommen, dass es sogar Ur-Scharnebecker gibt, die aus dem Ort wegziehen wollen, weil es einfach an geeignetem zentrumsnahem Wohnraum fehlt“, sagt Schweizer. Die Gemeinde begrüßt die Pläne. „Zumindest grundsätzlich“, sagt Bürgermeister Führinger. Einziger Knackpunkt aus Sicht der Kommunalpolitik: die Park- und Verkehrssituation. „Bisher geht man bei der Parkplatzplanung von 1,5 Autos pro Wohnung aus. Viele Haushalte haben aber zwei oder sogar drei Autos.“ Da müsse gegebenenfalls nochmal nachgebessert werden, sagt Führinger. „Denn gerade an der vielbefahrenen Ecke mitten im Ort dürfen wir den Verkehr nicht durch parkende Autos behindern.“

Planer passen derzeit die Details an

Weitere Details passen die Planer derzeit an die „Örtliche Bauvorschrift“ für den Scharnebecker Ortskern an, einige wie die Form des Daches und die Fassadenverkleidung haben sie bereits entsprechend geändert. Noch gilt die Satzung zwar nicht, soll aber in naher Zukunft vom Gemeinderat verabschiedet werden. Und auch wenn das Bauvorhaben laut Schweizer „innerhalb eines gültigen Bebauungsplanes liegt, werden alle relevanten Schritte in Abstimmung mit der Gemeinde koordiniert“.

Gestaltungssatzung

Gemeinde will Ortsbild bewahren

In anderen Kommunen wie Bleckede gibt es sie bereits, nun hat auch die Gemeinde Scharnebeck eine Gestaltungssatzung für den Ortskern auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die für den Ortskern charakteristische Bebauung zu bewahren. Ein Entwurf der Satzung steht und soll nach der Beteiligung der Öffentlichkeit vom Rat beschlossen werden.

Festgelegt ist in dem Satzungsentwurf etwa, wie die Fassade gestaltet werden soll. Vorschriften gibt es auch für die Farbgestaltung von Nebengebäuden, Carports und Garagen oder die Dachformen. Verboten ist darin unter anderem das Anpflanzen von Nadelgehölzen an öffentlichen Verkehrsflächen. Einblick in die „Örtliche Bauvorschrift“ erhalten Bürger bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit. Geplant ist die Auslegung im Rathaus der Gemeinde für vier Wochen ab Mitte Juni.

Von Anna Sprockhoff