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Vor Monaten war das Glasdach verschmutzt, jetzt ist es sauber und wirkt gleich freundlicher. (Foto: mh)
Vor Monaten war das Glasdach verschmutzt, jetzt ist es sauber und wirkt gleich freundlicher. (Foto: mh)

Bahnhof auf dem Weg der Besserung

Lüneburg. Berufspendler wie Touristen hatten sich in den vergangenen Monaten vermehrt über den Zustand des Bahnhofs beklagt (LZ berichtete). Auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Eckhard Pols (CDU) war es deshalb Anfang Mai zu einer gemeinsamen Ortsbegehung mit dem Verkehrsdezernenten der Stadt und dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für das Land Niedersachsen gekommen. Bei dem Treffen wurden kritische Punkte in Sachen Sauberkeit und Erhaltungszustand festgehalten, Abhilfe wurde versprochen. Die LZ gibt einen ersten Überblick über den Stand der Sanierungsarbeiten am Bahnhof.

Welche Reparaturen und Reinigungsarbeiten sind erfolgt?

Die Automatiktüren, die von der Bahnhofshalle auf den Vorplatz führen, wurden beide ausgetauscht. Somit kann man den Bahnhof auch wieder durch die rechte Tür verlassen, die zuvor aufgrund eines Defekts abgesperrt gewesen war. Am linken Ausgang war der Austausch notwendig geworden, nachdem die Glasscheibe zersplittert war. Zudem wurde das gläserne Vordach am Eingang gereinigt, das sich witterungsbedingt grünlich verfärbt hatte.

Welche Arbeiten stehen noch an?

Während die Fahrstühle zu den Bahnsteigen in akzeptablem Zustand sind, besteht bei den Treppenaufgängen weiterhin Handlungsbedarf. Putz bröckelt von den Wänden, darunter kommt das Mauerwerk zum Vorschein. Zusammen mit dem verdreckten Weiß der Stellen, von denen der Putz noch nicht abgefallen ist, geben die Risse ein ernüchterndes Bild ab. Zudem sind Boden und Wände des Verbindungsgangs zwischen den Gleisen durch vertrocknete Flüssigkeiten und vom Straßenstaub verschmutzt. Ausbesserungen sind bis zum Sommer angekündigt.

Auch von den Wänden der Spielhalle am Westbahnhof fällt der Putz ab. An vielen Stellen ist das Gebäude, das jedoch in privater Hand liegt, mit Graffiti beschmiert. Auf dieser Seite des Bahnhofsplatzes wird das Erscheinungsbild immerhin vom hellen Ambiente des benachbarten Cafés aufgewertet. Dagegen steht am nördlichen Ende des Bahnhofsvorplatzes der Blumenpavillon weiter leer.

Wo sind weitere Fortschritte erkennbar?

Der Zustand rund um die Sitzbänke, die sich links und rechts vom Ausgang aus der Bahnhofshalle direkt am Gebäude befinden, war ein wesentlicher Kritikpunkt. Hintergrund waren ungeklärte Zuständigkeiten zwischen der Stadt und der Bahn. Heute liegen dort nach wie vor Abfälle, die Situation stellt jedoch keinen Vergleich zur Situation vom Sommer 2017 dar. Die Hygiene auf den Toiletten wurde ebenfalls mehrfach bemängelt, heute sieht es dort durchaus akzeptabel aus. Dafür müssen Kunden allerdings eine Nutzungsgebühr berappen.

Was wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern?

Das kostenlose Fahrrad-Parkhaus der Stadt ist meist überfüllt. Um die Kosten für den zahlungspflichtigen Radspeicher auf der nördlichen Zufahrt zu vermeiden, stellen viele Radfahrer ihre Vehikel an Bäumen, Schildern oder Laternen auf dem Bahnhofsvorplatz ab. Dagegen hat die Stadt nur in Ausnahmefällen eine Handhabe. Ein anderes Ärgernis für Bahnreisende sind die Fahrkartenautomaten, die zum Teil größere Geldscheine nicht akzeptieren. Das hängt laut Bahn allerdings von der Höhe des zu zahlenden Preises ab: 50- oder manchmal auch 20-Euro-Scheine würden bei zu kleinen Beträgen nicht akzeptiert. Dieses Problem wird zusätzlich dadurch erschwert, dass im Café in der Bahnhofshalle und zum Teil auch in der Presse- und Buchhandlung gegenüber Geldscheine nicht oder nur „gegen einen kleinen Einkauf“ gewechselt werden. „Auf Anordnung vom Chef“, heißt es dazu nur. Ohne genügend Kleingeld im Geldbeutel geht es deswegen nach wie vor nicht.

Die Plakette zur Auszeichnung „Bahnhofsteam des Jahres“, die 2002 nach Lüneburg gegangen war, wurde übrigens als erste Maßnahme der Sanierung von der Deutschen Bahn wieder abmontiert.

Von Manuel Heigl

2 Kommentare

  1. Die Aktionäre wird es bestimmt ärgern
    Schon wieder Geld zum Fenster rausgeworfen. Das schmälert die Dividende !!

  2. Zitat: „Um die Kosten für den zahlungspflichtigen Radspeicher auf der nördlichen Zufahrt zu vermeiden, stellen viele Radfahrer ihre Vehikel an Bäumen, Schildern oder Laternen auf dem Bahnhofsvorplatz ab. Dagegen hat die Stadt nur in Ausnahmefällen eine Handhabe.“

    Ich blättere mal im Zeitungsarchiv so ungefähr 40 bis 50 Jahre zurück. Da finden sich dann Texte wie: „Um die Kosten für den zahlungspflichtigen Parkplatz zu vermeiden, stellen viele Autofahrer ihre Vehikel unter Bäumen, Schildern oder Laternen auf dem Bahnhofsvorplatz ab. Dagegen hat die Stadt nur in Ausnahmefällen eine Handhabe.“

    Also das Problem damals wurde zwischenzeitlich (halbwegs) gelöst.
    Mit etwas Willen ließe sich heutiges Problem sicher auch lösen. Einfach mal die Altvorderen fragen, wie die das gemacht haben.