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Radler auf dem Radweg, Autos auf der Straße – das Muster möchten die Grünen durchbrechen. (Foto: t&w)
Radler auf dem Radweg, Autos auf der Straße – das Muster möchten die Grünen durchbrechen. (Foto: t&w)

Grüne möchten die freie Wahl für Radfahrer

Lüneburg. „Fahrrad vor Auto“ – für diese Devise bei der Entwicklung der Verkehrswege in Lüneburg plädiert der Ortsverband der Grünen. Einige Vorschläge der Partei: die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht in der gesamten Innenstadt, Temporeduzierungen für Autos und die öffentliche Diskussion der Radverkehrsstrategie 2025 mit Bürgerbeteiligung.

„Lüneburg war schon mal viel weiter“, werten Jutta Beer und Volker Butenschön vom Ortsvorstand. Im 1990 beschlossenen Verkehrsentwicklungsplan heiße es: „Alle Bemühungen müssen darauf gerichtet sein, eine deutliche Minimierung des Kfz-Verkehrs zu bewirken. Dabei darf das im Plan angestrebte Ziel von ca. 25 Prozent Reduzierung des Individualverkehrs nur als Minimalziel angesehen werden.“

Grundsätzliches Ziel verfehlt

Ein Absatz dieses Plans trage die Überschrift: „Es gilt: Fahrrad vor Auto.“ Seitdem sind 28 Jahre vergangen. Verwaltung und Politik hätten zwar einiges zur Verbesserung der Radinfrastruktur auf den Weg gebracht. Das grundsätzliche Ziel, dem Radverkehr Vorrang vor dem Autoverkehr zu geben, sei aber verfehlt worden.

Jutta Beer: „Wir fordern, die Radwegebenutzungspflicht in einem 5-Kilometer-Radius um die Innenstadt aufzuheben. Davon würden insbesondere E-Bikes und E-Lastenräder profitieren, aber auch sportliche Radfahrer. So können Schnellradfahrer die Straße nutzen, während auf den Radwegen mehr Platz für Kinder und entspannte Radler ist.“

Tempo runter in der Innenstadt

Um die Sicherheit und den Verkehrsfluss zu erhöhen, sollte gleichzeitig die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Innenstadtstraßen gesenkt werden, fordern die Grünen, die sich auch mehr Fahrradstellplätze an Bushaltestellen und Park-&-Ride-Parkplätzen wünschen. Weiterhin sollten nicht nur Fahrradstraßen als Teil der Netzrouten zwischen Innenstadt und Umland etabliert werden, sondern auch ein, wie von den örtlichen Verkehrsverbänden angedacht, Fahrradstraßenring entlang der Salzstraße, Wallstraße, Haagestraße, Kalandstraße, Ilmenaustraße, Auf dem Kauf, Lüner Straße, Bardowicker Straße, Ochsenmarkt und Neue Sülze. Autos dürften dort weiter fahren, müssten sich dem Radverkehr aber unterordnen.

Butenschön formuliert es so: „Unser Ziel ist ein Anteil des Fahrradverkehrs aller im städtischen Bereich zurückgelegten Wege von 40 Prozent, ein Ziel, das auch der ADFC bundesweit verfolgt. Es führt kein Weg an der Umverteilung des zur Verfügung stehenden Straßenraums zugunsten des Radverkehrs vorbei.“ Lüneburg solle sich an Städten wie Münster oder Kopenhagen orientieren. lz

Dialog in der Stadt

Ideen für die Verkehrswende

Der Ortsverband der Grünen informiert am Sonnabend, 26. Mai, in der Zeit von 10 bis 14 Uhr, Passanten in der Bäckerstraße unter dem Motto „Fahrrad und E-Bike gehören auf die Straße“ über die aus seiner Sicht notwendige Verkehrswende in Lüneburg.

13 Kommentare

  1. tempo 30 ist ok, aber radfahrer gehören auf radwege. warum? sie haben keine knautschzone, außer ihrer knochen.viele autos lassen gute rundumsicht vermissen. so mancher radfahrer wird sich vermehrt auf dem friedhof ,oder im krankenhaus wiederfinden, wenn er sich mit autos den platz teilen soll.

    • Yannik Beermann

      Bin mir da unschlüssig, Sicherer wird es eher nicht. Zum einen, weil einem dann an Straßeneinmündungen und Ausfahrten regelmäßig die Vorfahrt genommen wird. Das passiert wenn ich auf der Straße fahre selten. Und weil ich dann nicht mehr im Sichtfeld der Rechtsabbieger bin, sondern 1-2 Meter weiter rechts. Und mit dem Schulterblick tun sich viele sehr schwer, Auto und Fahrradfahrer. Eben diese Abbiegeunfälle machen einen großen Teil der Unfälle aus.

      • wenn man den verkehr der unterschiedlichen fahrzeuge auf einer straße zulässt, müssen die vorgaben stimmen. geschwindigkeit , übersicht müssen dementsprechend sein und die unzulänglichkeit der menschen muss abgeschafft werden. wird nicht klappen. wer bremst raser ohne motor aus? wer bremst raser mit motor aus?

  2. Die Radwegebenutzungspflicht in einem 5-Kilometer-Radius um die Innenstadt aufzuheben würde mehr oder weniger ein Freifahrtschein für die nicht wenigen Rowdys unter den Fahradfahrern bedeuten, die bei Geschwindigkeiten von mehr als 2km/h heutzutage schon drängeln und zu riskanten Überholmanöver auf Fahradwegen ansetzen. Wie wäre es mal wieder Aktionen, wie „Hallo Partner, danke schön“ ins Leben zu rufen, um das Miteinander zu stärken, anstatt alles über Gesetze regeln zu wollen, die bereits heute kaum durchgesetzt werden können, weil man dazu einen Polizeistaat mit entsprechender Personalstärke und drakonischen Strafen benötigt.

    • Yannik Beermann

      Ich denke eher der Verkehr wird deutlich entspannt, eben weil der Tempounterschied nicht mehr auf den Radwegen ausgetragen wird. Das der Fahrstil einiger Auto und Radfahrer nicht ohne ist wurde glaube ich schon oft genug diskutiert. Viele Radfahrer machen es aber auch ähnlich wie Motorradfahrer: Wenn du auffällig fährst wirst du auch gesehen. Und nicht gesehen werden ist für Fahrradfahrer ein alltägliches Problem.

  3. Also ich wünsche mir ja eine fussgängerfreundliche Stadt.
    Auf meiner Liste ist da noch „Friede auf Erden“ und „gutes Wetter“. Aber wie das halt so ist mit Wünschen…

    Wenn man wirklich was tun wollte für Radfahrer (und auch Fussgänger) könnte man ja mal damit anfangen an einer Kreuzung nicht alle Verkehrsteilnehmer (Busse, LKW, PKW, Radfahrer, Fussgänger) gleichzeitig auf einander los zu lassen.
    Das ließe sich mit ein paar Programmierestunden der Ampelschaltungen erledigen.
    (An Bahnübergängen hat man das Prinzip ja auch begriffen.)
    Wäre aber wahrscheinlich zu einfach und zu billig.

    Macht man (teilweise) im europäischen Ausland so. Aber wahrscheinlich machen die das da so, weil sie doof sind. Ganz sicher. Eine andere Erklärung kann es nicht geben.

    • Marcus Schröder

      Das Problem wäre nicht, das es ‚zu billig‘ wäre, sondern das Thema Zeit.

      Schon jetzt läuft in Lüneburg nichts. Wenn dann noch xx Sekunden (>30) dazu kommen, geht erst recht nichts mehr.

      • Yannik Beermann

        Durch so eine Maßnahme wird das Fahrrad aber attraktiver, je mehr das Auto stehen lassen, desto mehr Platz bleibt für die restlichen Autofahrer. Und wir reden hier schon über eine Maßnahme die schwere Unfälle verhindern kann.

        Von der Geschwindigkeit her nehmen sich Auto und Fahrrad im inneren Stadtbereich heute eh schon nichts mehr. Die mangelnde Sicherheit und die zum Teil spannenden Fahrbahnbeläge verhindern ein mehr an Fahrradfahrern

  4. Wann bekommen Radfahrer eigentlich endlich Nummernschilder? Wie oft sehr ich Radfahrer im Dunkeln ohne Licht fahre, auch auf der Straße… Wie oft fahren sie bei Rot über die Ampel und entgegen der Einbahnstrassen! Als ich vor Wochen über einem Zebrastreifen hier in Lüneburg ging und die Ampel für Fußgänger auf grün stand, wurde ich von 2 Radfahrern fast angefahren! Und diese anonymen Verkehrsrowdies mehr Rechte einräumen? Das geht gar! Was für ein idiotischer Vorschlag!

    • Auch für Fußgänger sollte die Kennzeichnungspflicht und das Helmtragen rigoros eingeführt werden!!! Mir sind da schon die rüpelhaftesten, verkehrswidrigsten Verhaltensweisen auf Geh-, Fahrrad- und Kfz-Wegen untergekommen. Besonders in Schummerzeiten nimmt die Rücksichtslosigkeit solcher Profilsohlenträger zu. Als LKW-Faher kann ich ein Lied davon singen!! Vor kaum zwei Monaten war plötzlich ein mysteriöser, drei Zentimeter langer Kratzer an meinem Sattelzug. Dieser üblen Gruppe von potentiellen Gefährdern muss endlich das Handwerk gelegt werden!!!!

      • Andreas Hennig

        Wenn er Matthäus heißt , stimme ich uneingeschränkt zu. Man muss da zwingend mit plötzlich auftretendem Komplettversagen rechnen.

    • Yannik Beermann

      Mehr Kontrollen finde ich als Fahrradfahrer auch gut, sowohl Fahrradfahrer als auch Autofahrer. Ich selbst fahre immer mit Licht weil ich es genauso schätze Fahrradfahrer nicht erst auf 2 Meter Distanz zu erkennen. Allerdings hatte ich Beinaheunfälle bisher vor allem mit Autofahrern. Die haben irgendwie ein Problem mit Schulterblick und Vorfahrt …

  5. Andreas Hennig

    Es wäre sicher auch ganz vergnüglich, die Strassen komplett für den Kraftverkehr innrorts zu sperren.

    Die Rollerfahrer, Skateboarder und Hooverboarder würden sich freuen und man könte das eine oder andere Ecke,chen zum Cornern mit Freuden finden. Der Joghurt, Obst und das Muesli kommen ja eh per Drohne in den Bioshop.