Mittwoch , 26. September 2018
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Immer besser läuft es mit dem Eisstockschießen im Adendorfer Eisstadion – Eismeister Melvin Diekjobst zeigt, wie es geht. (Foto: phs)
Immer besser läuft es mit dem Eisstockschießen im Adendorfer Eisstadion – Eismeister Melvin Diekjobst zeigt, wie es geht. (Foto: phs)

Eisiges Vergnügen kostet

Adendorf. Nur noch wenige Wochen sind es bis zum Sommeranfang, Temperaturen von um die 25 Grad Celsius an der Tagesordnung – in der Sitzung des Ratsausschusses für Kultur, Sport, Freizeit und Tourismus der Gemeinde Adendorf standen aber vor allem das Eisstadion am Scharnebecker Weg und auch das Weihnachtsfest im Blickpunkt.

„Erfreuliche Zahlen“ präsentierte Fachbereichsleiter Holger Schölzel in seinem „Rückblick auf die Saison 2017/18“ im Walter-Maack-Eisstadion. So sei die Zahl der Besucher (ohne Eishockeyspiele) gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent auf 74 513 gestiegen, um 21,1 Prozent auf 2458 gingen die Zahlen beim Eisstockschießen nach oben.

Die eingenommenen Benutzergebühren stiegen um 15,3 Prozent auf 357 000 Euro, die Erträge aus Werbung und Verpachtung um 14,4 Prozent auf knapp 30 600 Euro. Als Gründe für die besseren Zahlen nannte Schölzel unter anderem „die bessere Vermarkung und Bewerbung des Eisstadions“ und eine Ausweitung der Angebote, etwa Laufkurse für Erwachsene. Konsequent seien Vorschläge aus einer im Frühjahr 2017 vorgelegten Studie der Leuphana Universität Lüneburg umgesetzt worden.

Minus von 41 600 Euro unter dem Strich

Aus dem Haushaltsjahr 2017 ging das Walter-Maack-Eisstadion heraus mit einem Defizit von rund 41 600 Euro – trotz durchgeführter „intensiver Sanierungsarbeiten“ ein besseres Ergebnis als in den meisten Vorjahren. Allerdings, so Schölzel, stehen dem Eisstadion in den kommenden Jahren weitere erhebliche Unterhaltungsmaßnahmen bevor. So sei in diesem Jahr für rund 55 000 Euro die Heizungsanlage auszutauschen. Für das Haushaltsjahr 2018 hat die Gemeindeverwaltung so auch schon einen Fehlbedarf in Höhe von knapp 116 000 Euro für das Eisstadion ausgerechnet.

Fachbereichsleiter Schölzel mahnte: „Weitere Anstrengungen sind notwendig, um langfristig die freiwillige Aufgabe des Betriebs eines Eisstadions in der Gemeinde Adendorf sicherzustellen.“ Einen Schritt in diese Richtung hatte die Verwaltung in einem Antrag verpackt: die Erhöhung der Eintrittsgelder.

Die seien zuletzt vor fünf Jahren angehoben worden, erklärte Schölzel, der eine Erhöhung etwa der Einzelpreise um jeweils 0,50 Euro vorschlug – ein Erwachsener soll künftig 4,50 Euro statt 4 Euro zahlen, ein Jugendlicher 3 Euro statt 2 Euro.

Familie soll künftig 15 statt 12 Euro zahlen

Eine Familie mit vier Personen, rechnete der Fachbereichsleiter vor, zahlt damit künftig 15 Euro statt 12 Euro. „Es bleibt trotzdem ein familienfreundliches Angebot“, ist Schölzel überzeugt. Jens Hungerecker (SPD) und Peter Bollmann (Grüne) stimmten dem Plan der Verwaltung zu, Daniel Schneider (FDP) schlug vor, noch einmal in den Fraktionen zu beraten – dem stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

Keine Mehrheit fanden dann zwei Anträge aus der Politik: Die Aktiven Bürger Adendorf Erbs­torf (ABAE) hatten beantragt, im Eisstadion einen beheizten Aufenthaltsraum für Besucher zu schaffen. Mehrheitlich empfahl der Ausschuss, darüber erst zu befinden, wenn das geplante Sportentwicklungskonzept der Gemeinde vorliegt. Einstimmig abgelehnt wurde der Antrag von Markus Graff (Linke), der selbst im Ausschuss nicht stimmberechtigt ist, einen „vorweihnachtlichen Lichterglanzwettbewerb“ einzuführen.

Dokumente, Urkunden und viele Bücher

4000 Stunden Arbeit zur Geschichte

„Wir wollen das Gedächtnis der Gemeinde sein. Und auch ein Ort der Begegnung“, das sagte Dr. Ulrich Picht, Leiter des Archivs der Gemeinde Adendorf, in der Sitzung des Ratsausschusses für Kultur, Sport, Freizeit und Tourismus. Ratsherr Markus Graff (Linke) hatte den Bericht beantragt, weil ihm „das Tätigkeitsfeld des Archivars leider nicht bekannt“ sei.

Seit der Einrichtung des Archivs im März 2008 seien dort rund 4000 Stunden Arbeit geleistet worden, berichtete Picht, davon allein 2741 Stunden von ihm. Ob alte Urkunden, Akten, Fotos, Briefe oder Dokumente zu Adendorf – alles werde gesichtet, sortiert und eingeordnet. Mit verschiedenen Veröffentlichungen, Führungen und Vorträgen, so Picht, gehe man auch an die Öffentlichkeit.

Über die Bibliothek berichteten deren Leiterin Gundi Schmidt und Stellvertreterin Dörte Christensen. Höhepunkt der vergangenen Monate sei die von der Büchereizentrale Niedersachsen verliehene Zertifizierung als „Bibliothek mit Qualität und Siegel“ gewesen. Stolz sei man darauf, in diesem Jahr schon 6600 Euro an Spenden eingeworben zu haben. Schmidt und Christensen berichteten über die Kooperationen der Bibliothek, die fast abgeschlossene Umgestaltung der Kinderecke und die für Juli geplante neue Homepage.

Von Ingo Petersen