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Begleitet von Architekt Jörg Kröger, Harburgs Landrat Rainer Rampe und Wildpark-Eigentümer Norbert Tietz macht sich Umweltminister Olaf Lies (v.r.) ein Bild von der Anlage. Vorneweg marschiert Falkner Lothar Askani mit einem Weißkopfseeadler. (Foto: thomas lx)
Begleitet von Architekt Jörg Kröger, Harburgs Landrat Rainer Rampe und Wildpark-Eigentümer Norbert Tietz macht sich Umweltminister Olaf Lies (v.r.) ein Bild von der Anlage. Vorneweg marschiert Falkner Lothar Askani mit einem Weißkopfseeadler. (Foto: thomas lx)

Geld für Baumwipfelpfad

Nindorf. Auf den Überbringer guter Nachrichten wartet man gerne auch einige Minuten länger. Vor allem dann, wenn der Bote einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 2 ,1 Millionen Euro in der Tasche hat. Denn den brachte gestern Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) mit nach Nindorf in den Wildpark Lüneburger Heide. Für 13 Uhr war der Termin mit dem Minister angesetzt. Um 13.15 Uhr traf er im Park ein. Im blauen Sommeranzug, braun gebrannt und bester Laune. Schließlich bedeutet die finanzielle Unterstützung aus seinem Haus einen großen Schritt hin zur Realisierung des Projekts Baumwipfelpfad. Es ist der erste Förderbescheid für eines der 41 Projekte, die das Land im Rahmen der Richtlinie „Landschaftswerte“ mit insgesamt elf Millionen Euro unterstützt – „und ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Region“, wie Minister Lies, aber auch Harburgs Landrat Rainer Rempe und Hanstedts Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus betonten.

Realisiert werden soll das Projekt Baumwipfelpfad in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wildpark Lüneburger Heide. Dessen Geschäftsführer Norbert und Alexander Tietz haben dazu eigens eine neue Gesellschaft – die Weitblick-Tietz GmbH und Co. KG – gegründet. Und jetzt, mit der finanziellen Unterstützung des Landes, hofft Norbert Tietz, dass der Baumwipfelpfad schon im nächsten Jahr begeh- und erlebbar sein wird. „Das ist eine sportliche Herausforderung, aber kein Hexenwerk“, zeigt sich auch der Winsener Architekt Jörg Kröger zuversichtlich.

Auf dem Reißbrett existiert der Aussichtsturm mit Baumwipfelpfad bereits. Ein Vorhaben, das er, so Kröger, nicht alle Tage als Planungsauftrag bekomme. Der Baumwipfelpfad wird auf einer Höhe von 26 Metern angelegt, „bei gutem Wetter reicht der Blick dann bis Hamburg“, erklärt der Architekt. Und wer sich auf den 39 Meter hohen Aussichtsturm mit Rundumblick und Eventfläche begibt, der kann sogar die Elbphilharmonie sehen. Woher die Planer das wissen? „Wir haben das schon einmal mit einer Drohne getestet“, verrät Kröger.

Auf rund fünf Millionen Euro beziffert Norbert Tietz die Kosten für den Baumwipfelpfad. Für Kiosk, Shop und Parkplätze kalkuliert der Geschäftsführer mit einer weiteren Million Euro.

Ausgaben, die sich aber aus Sicht aller Beteiligten rentieren. „Wildpark und Baumwipfelpfad, das ist in dieser Kombination in Niedersachsen einmalig“, betont Alexander Tietz. Ähnlich sieht das auch der Minister: „Mit dem Baumwipfelpfad Lüneburger Heide fördern wir ein Projekt, das viele Menschen für die Natur und das Thema Naturschutz begeistern wird.“ Neben dem Eventcharakter soll bei diesem Projekt auch über Themen des Naturparks Lüneburger Heide und dessen Kulturlandschaft informiert werden.

Dass das Projekt auch in der Region auf breite Zustimmung stößt, machte Hanstedts Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus deutlich: „Die Resonanz in der Bevölkerung ist durchweg positiv.“

Hintergrund

Landschaftswerte

Gefördert werden sollen mit der Richtlinie „Landschaftswerte“ Projekte im Zusammenhang mit Niedersachsens Natur- und Kulturlandschaftserbe in National- und Naturparks sowie Biosphärenreservaten. Hilfe erhalten auch Vorhaben, die der biologischen Vielfalt in Dörfern und Städten dienen.

Im Kreis Lüneburg werden drei Projekte bezuschusst . Insgesamt rund 186 000 Euro gibt es für die Obstbaum­alleen und Streuobstwiesen im Amt Neuhaus, das Netzwerk der Arche-Region sowie insektenfreundliche Blühstreifen im Gebiet der Stadt Lüneburg.

Von Klaus Reschke