Dienstag , 25. September 2018
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Mehr als 120 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die glimmende Kohle auseinanderzufahren und zu löschen. (Foto: Behns)
Mehr als 120 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die glimmende Kohle auseinanderzufahren und zu löschen. (Foto: Behns)

Feuerteufel im Hafen?

Lüneburg. Hat im Holzkohlewerk möglicherweise ein Brandstifter gezündelt? Der Frage geht die Polizei nach, die zunächst von einem technischen Defekt im Bereich eines Förderbandes oder einer Selbstentzündung ausgegangen war. Doch nun haben die Ermittler festgestellt, dass der Brand in der Nacht zu Sonntag im Holzkohlewerk im Hafen an mehreren Stellen ausgebrochen ist.

Im Betrieb im Hafen schätzt Geschäftsführer Lars Droese den Schaden auf bis zu 100 000 Euro. „Wir mussten eine Line stillegen, die anderen arbeiten weiter.“ Der Ausfall treffe den Betrieb in der Hochsaison.

Zur Selbstentzündung könne es in Randbereichen kommen, wo feuchter Staub durchzündet, erklärt Droese: „Aber das geht langsam, das Feuer bekommen Sie schnell aus.“ Die Holzkohle der Produktion besitze eine geringe Feuchtigkeit von acht Prozent, die fange nicht an zu brennen. Selbstentzündung ist für Feuerwehrleute ein bekanntes Phänomen, das sie aus der Landwirtschaft kennen: Ist Feuchtigkeit im Stroh, kann es quasi gären, Hitze entsteht, irgendwann zündet die Masse durch.

Rätselhaftes Loch im Zaun

Droese hält nach Gesprächen mit Ermittlern Brandstiftung für wahrscheinlich. „Es hat an mehreren Stellen angefangen zu brennen. Unser Werkschutz war keine halbe Stunde vor Brandausbruch an der Stelle, da war nichts.“ Auch habe man ein Loch im Zaun und niedergetretene Äste gefunden.

Das Unternehmen produziert weiter. 50 bis 60 Mitarbeiter seien in Spitzenzeiten dort beschäftigt, in den kühleren Monaten knapp die Hälfte.

Während es von der Feuerwehr heißt: „Wir waren seit Herbst wohl viermal da“, entgegnet Droese: „Es gab im April einen Brand in einem Silo.“ Selbstverständlich verfüge man über ein Brandschutzkonzept und kon­trolliere regelmäßig.

Gleichwohl wollen Feuerwehr und Brandschutzprüferin sich das Werk ansehen, um zu sehen, wie Vorgaben eingehalten werden. Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft sagt: „Diese Einsätze sind aufwendig.“ Man müsse mithilfe von Mitarbeitern mit Radladern nicht nur die glühende Kohle auseinanderfahren und ablöschen. Es dauere Stunden, Atemschutzgeräte, Schläuche und Fahrzeuge zu reinigen. Das müsse unmittelbar passieren, damit man für die nächste Herausforderung gewappnet sei. ca