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Die möglichen Baugebiete für Wohnen und Gewerbe im Westen Lüneburgs. (Grafik: Kleinebrahm)

Ringen um den Grüngürtel

Lüneburg. Einem 3D-Campus, den die Stadt Lüneburg, die Gemeinde Reppenstedt und die Uni um das Hamburger Unternehmen Bionic Production AG am Uni-Standort Volgershall entwickeln möchten, stehen alle Ratsfraktionen positiv gegenüber. Knackpunkte sind aber die von der Verwaltung Lüneburgs in den Ring geworfenen Pläne für Wohnen und Gewerbe im Westen der Stadt, die sowohl auf Stadtgebiet als auch auf Reppenstedter Areal umgesetzt werden sollen.

Start vor vier Jahren

Die Initiative zum Grüngürtel-West hatte 2014 die damalige rot-grüne Mehrheitsgruppe ergriffen. Sie plädierte dafür, dass im Westen der Stadt zugunsten eines Grüngürtels keine neuen Baugebiete mehr erschlossen werden sollen. Der entsprechende Antrag der Gruppe wurde im Oktober beschlossen.

Die jetzigen Planungen würden dem Ratsbeschluss widersprechen, sagt Andreas Meihsies, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Das prägnanteste Zitat aus der damaligen Ratsdebatte lieferte der SPD-Fraktionschef Klaus-Dieter Salewski: „Die Grenzen des Wachstums sind im Westen erreicht.“ Doch nun komme es anders.

Durch die Bebauung werde der Grüngürtel-West eingeengt, machte Ulrich Löb (Grüne) am Montag im Bauausschuss deutlich. Alle Beschlusslagen zu dem Grüngürtel müssten berücksichtigt werden. Deshalb stellte die Jamaika-Gruppe einen Änderungsantrag zur Beschlussvorlage der Verwaltung.

3D-Campus in Volgershall

Oberbürgermeister Ulrich Mädge warb für das innovative 3D-Campus-Projekt, das vom Wirtschaftsministerium unterstützt werde mit dem Hinweis, dass weitere Unternehmen Platz zur Ansiedlung hätten und Wohnen im Umfeld für deren Mitarbeiter möglich sein soll. Deshalb habe man dafür Pläne entwickelt. Interkommunal mit Reppenstedt sollen diese nun umgesetzt werden und gleichzeitig der Grüngürtel-West, der auf Höhe von Jüttkenmoor durch Reppenstedter Gebiet auf einer Breite von 200 Metern unterbrochen wird, gesichert werden.

Auf der insgesamt 20 Hektar großen Fläche sollen drei Baugebiete entstehen. (Grafik: Kleinebrahm)
Stadtbaurätin Heike Gundermann erläuterte, dass entlang des Kalkbruchsees ein Baugebiet entstehen soll, ein weiteres entlang der L216 auf Lüneburger Boden, das von Kreisverkehren erschlossen werden soll. Auf Reppenstedter Seite sei eine neun Hektar große Wohnbaufläche geplant. Die Baugebiete sollen von einem Netz von Grünzügen durchzogen werden, alle weitestgehend autofrei geplant werden. Gundermann stellte auch dar, dass ein Großteil des Grüngürtels-West schon unter anderem durch vorhandene Waldgebiete sowie Landschaftsschutz-, Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Gebiete bereits gesichert sei. Es gebe lediglich eine 200 Meter breite Lücke, die sich auf dem Areal von Reppenstedt befinde. Durch eine Vereinbarung von Lüneburg und Reppenstedt solle dieser Korridor gesichert werden.

Mädge appellierte, dass man an den Startpunkt kommen müsse. Der Standort sei ideal, weil die Uni dort bleiben wolle. Deshalb brauche man nun die Zustimmung von der Politik dazu, dass die Planungen mit Reppenstedt, der Samtgemeinde Gellersen, dem Landkreis und der Uni weiterentwickelt werden. Gemeinsam solle ein Planungsbüro gesucht werden, so die Beschlussvorlage. Die Auswahl dessen sei dann dem Bauausschuss vorzulegen und einen Auftrag müsse der Verwaltungsausschuss beschließen.

Flaschenhals von 200 Metern

Birte Schellmann (FDP) intervenierte: „Wir waren nie begeistert, dass der Grüngürtel in Höhe von Reppenstedt nur 200 Meter breit sein soll. Könnte man nicht über einen Flächenaustausch mit Reppenstedt verhandeln?“ Mädge erläuterte, dass man nach einigem Hin und Her mit Reppenstedt zu dem Ergebnis gekommen sei, Wohngebiete gemeinsam zu entwickeln – inklusive des Kompromisses, dass auch der Grüngürtel auf Reppenstedter Areal über einen Bebauungsplan oder eine vertragliche Vereinbarung gesichert werde.

Appell des Nabu-Chefs

„Machen Sie sich nicht zum Totengräber des Grüngürtels-West, ermöglichen Sie keinen Einstieg in die Bebauung des Westens.“ Diesen Appell richtete Nabu-Vorsitzender Thomas Mitschke an die Ausschussmitglieder. In einem Schreiben erläuterte er, wie wichtig die Flächen für die Kaltluftproduktion und damit fürs Stadtklima seien.

Auch würden die geplanten Baugebiete für mehr Verkehr sorgen. Die Verwaltung gehe mit keinem Wort auf den Landschaftsrahmenplan ein, der den Schutz und die Entwicklung von klimaökologisch bedeutsamen Flächen sowie regionaler Erholungsräume wolle. „Der schließt hier eine Bebauung aus.“

Wolf von Nordheim (Grüne) verwies darauf, dass es laut Beschluss von 2014 zum Grüngürtel-West um 750 Meter gegangen sei. Die 200-Meter-Marke sei 2016 beim Zwischenbericht der Verwaltung zum Stand der Sicherung des Grüngürtels ins Spiel gebracht worden, dafür habe es nie eine Beschlussfassung gegeben. „Wir brauchen mehr Zeit zur Klärung. Deshalb lautet unser Änderungsantrag, dass die Verwaltung intern weiter planen kann, aber keine externen Aufträge vergeben darf.“

Mädge hielt dagegen, dass man akzeptieren müsse, „wenn Reppenstedt nur 200 Meter einräumt“. Aus Sicht von Stefan Minks (SPD) biete sich so immerhin die Chance, die Lücke des Grüngürtels an dieser Stelle zu schließen. 750 Meter seien nie gesetzt gewesen. „Es geht doch hier und jetzt auch nur um die Zustimmung für weitere Planungen.“

Lisa Apking (Linke) kritisierte, dass es um Bebauungspläne gehe, obwohl die Sicherung des Grüngürtels noch nicht abgeschlossen sei. Auch ein Klimagutachten liege noch nicht vor. Und sie verwies auf eine Stellungnahme des Nabu, der die Politik eindringlich gewarnt hatte, nicht einer Bebauung des Westens zuzustimmen, weil der Grüngürtel wichtig sei fürs Stadtklima und als Erholungsraum für die Bürger.

Kombi aus Technik, Wohnen und Arbeit

Klaus-Dieter Salewski (SPD) begrüßte die Kombi aus Zukunftstechnik, Wohnen und Arbeit. Er sehe keinen Zielkonflikt mit dem Grüngürtel. Die Jamaika-Gruppe solle klar sagen, ob sie das Projekt wolle oder nicht. Wolf von Nordheim stellte noch einmal klar: „Wir begrüßen die Initiative 3D-Campus, aber die Beschlüsse zum Grüngürtel müssen berücksichtigt werden.“
Der Ausschussvorsitzende Eberhard Manzke (CDU) wandte sich schließlich an seine Kollegen der Jamaika-Gruppe. Als er den Änderungsantrag mit ihnen diskutiert habe, hätte er die Beschlusslage der Verwaltung gar nicht vor Augen gehabt. Die decke sich eins zu eins mit dem Änderungsantrag, beides habe im Prinzip die gleiche Intension. Und es würden keine externen Aufträge vergeben.

Also solle man doch beides abstimmen, wie ihm Mädge gerade vorgeschlagen habe. Der Ausschuss folgte dem mehrheitlich bei einer Gegenstimme von den Linken.

Von Antje Schäfer

35 Kommentare

  1. Schön, dass Teile der Natur in Form eines „Grüngürtelrings“ gesichert werden sollen.

    Wie will man aber dem Problem des zunehmenden (Auto-) Verkehrs Herr werden, der sich dann durch die Innenstadt Lüneburgs sowie über den Lüneburger Norden (Kreideberg) seinen Weg bahnen wird? Auch die Menschen, die dann dort wohnen werden, werden kaum dort vor Ort arbeiten. Ich denke, dass hier Menschen wohnen werden, die überwiegend aus der immer teurer werden Metropolregion Hamburg kommen und dort aber weiterhin arbeiten werden.

    Wenn schon so etwas geplant und wohl auch umgesetzt wird, sollte man endlich Nägel mit Köpfen machen und eine Westumgehung um Lüneburg nicht nur planen, sondern endlich auch realisieren.

    Es kann nicht sein, dass Menschen in stadtnahe Randgebiete ziehen und ann den Verkehren, die sie produzieren, nicht teilhaben wollen. Leidtragende sind die, die in den Bereichen der Stadt leben, durch die sich diese Verkehre dann wälzen werden.

    • Jürgen
      Wie will man aber dem Problem des zunehmenden (Auto-) Verkehrs Herr werden, der sich dann durch die Innenstadt Lüneburgs sowie über den Lüneburger Norden (Kreideberg) seinen Weg bahnen wird?

      ich hoffe gar nicht.nur dann findet ein umdenken statt. verkehrsvermeidung ist angesagt und nicht noch mehr strassen mit immer mehr verkehr.

  2. Wie soll denn sichergestellt werden, das die Menschen die dort arbeiten auch dort wohnen können? Werden da dann so eine Art Werkswohnungen gebaut oder gibt es einen Mietvertrag oder einen Bauplatz nur wenn man einen lokalen Arbeitsvertrag vorlegen kann? Oder werden dort letztlich doch wieder Hamburg Pendler oder Landflüchtige Rentner einziehen?

    • Klaus
      ihre frage ist berechtigt. gegen verdrängung ist aber leider noch kein kraut gewachsen. wir leben im kapitalismus, da verdrängt der reiche den armen immer dann, wenn es sich für ihn lohnt. ,,echter,, sozialer wohnungsbau könnte mit dementsprechenden mietverträgen zumindest zeitlich verdrängungen verhindern. dazu bedarf es aber den politischen willen und den sehe ich nirgendwo.

      • Welche Kapitalisten haben denn Ihr Haus vorfinanziert und welcher Kapitalist denn Ihren Job bezahlt ,damit Sie leben können und sich Ihr Haus, u. a. , leisten konnten?
        Und von welchem Kapitalisten haben Sie Ihren PC und Ihr Handy?
        Und vor allem, warum sind die so reich und werden noch für die Dienstleistungen und Waren bezahlt? Es werdem doch alle unfreiwllig ausgebeutet von den bösen Kapitalisten.
        Fragen über Fragen.

  3. Ich will nur daran erinnern wie damals (~20 Jahren) das neue Gebäude der FH gebaut wurde. Es hat seinen Grund warum es so aussieht und an diesem Platz steht. Quer durfte es nicht gebaut werden, es musste schmal und lang gebaut werden (und bitte nur 1-2 Stockwerke), damit die Frischluftzufuhr aus dem Westen (in Richtung LG Innenstadt) nicht beeinträchtigt wird. Auch die Idee es näher an den Kalkbruch zu bauen wurde verworfen. Naturschutzgebiet, Bodenbrüter, etc. etc. Das scheint wohl alles nicht mehr zu gelten … alles egal … Nochmal zu meiner oft gestellten Frage: Warum neue Baugebiete aufmachen !? Damit die Nachfrage gedeckt wird ? Die Nachfrage wird nie gedeckt. Nicht bei der derzeitigen Zinspolitik … jeder kann/will/wird ein Haus bauen. Über 40% der Arbeitnehmer pendelt. Wie sollen die Neubewohner zur Arbeit kommen ? Über LG-Nord in Richtung HH !? Mit Bus & Bahn ?! Ich lach mich kaputt. Auf welche Schule sollen die Kinder denn gehen ? Achja … Und zu welche der vielen Ärzte möchten sie gehen ? KEINE ATEMPAUSE, GESCHICHTE WIRD GEMACHT, ES GEHT VORAN (Fehlfarben) oder doch lieber UND IRGENDWANN SCHENKT DER FÜHRER, DEN KLONEN EINE STADT (Extrabreit) !!

    • Herr Bruckert (Planer der FH) kann ja leider keine Auskunft mehr dazu geben. Ich erinnere mich auch daran, dass damals der Erhalt der Landschaft Priorität hatte und die Lage des ex. FH-Gebäudes ein Kompromiss ist. Heute ist offensichtlich die Macht der Investoren größer, als das Gewissen für die Umwelt.

  4. Das was dort passieren soll ist das Gegenteil von gut!
    Man sollte immer an die angebliche Weissagung der Cree-Indianer vor Augen haben:
    „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

    Denn die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen von heute werden von alten Menschen getroffen, die die Auswirkungen ihres Handeln nicht mehr erleben werden.
    Aber meine Kinder und deren mögliche Kinder werden es „ausbaden“(vielleicht sogar wortwörtlich!) müssen.
    Aber so läuft heutzutage wohl, wenn vorausschauendes Handeln und moralische Integrität durch Profitgier und -maximierung ersetzt werden.

    • Eratosthenes
      sie haben hier so was von recht. ich finde: kinder an die macht. wenn tiere reden könnten, würde es bestimmt klügere reden geben. schmunzeln.

    • Besonders interessant wird es, wenn diese „älteren“ Menschen finanziell/wirtschaftlich in diese Projekte verwickelt sind. Eberhard „Kies, Beton und vieles mehr“ Manzke (CDU) … ein Schelm wer Böses dabei denkt.

  5. Andreas Janowitz

    Meinje, wird bitte jemand Lerneffekte demonstiereren? Die Vermüllung des Kalkbruchsee`s hat doch eindeutig aufgezeigt das Grüngebiete definitiv nicht zugänglich sein sollten? Ergo sollte der Grüngürtel dezidiert derart ausgestaltet werden, das ein betreten eher verhindert werden sollte? Demzufolge eher der Landwehr gleichen sollte?
    Würde der NABU bitte in eine solche Kerbe schlagen, anstatt rumzujammern? Ein funktionierender Grüngürtel müsste so angelegt werden? Ja er müsste „konstruiert“ werden? Wie die Landwehr einst Verkehrsflüsse sollte der Grüngürtel Bebauungsoptionen dauerhaft lenken?
    Damit man nicht „plötzlich“ wie in Melbeck von Überflutungen geplagt wird sollten Senken im Vorhinein gemieden werden? Trockengelegte ehem. Sümpfe sollten genutzt werden die Starkniederschläge zu sammenln? Dieser Sommer ist exemplarisch für die künftige Entwicklung? Trocken, aber wenn dann im Übermass Regen?

    Natürlich macht Güterversorgung über CargoCap Sinn. Über diese Trassen kann man auch gleichzeitig Stromleitungen verlegen? Ein Glasfaserkanal ist auch noch drin? Was ist an dieser Sicht auf Kardaschow I Infrastruktur bitteschön abgehoben, nerdig, weltfremd?

  6. Landesentwicklungsgesellschaft LEG Immobilien!

    Du bist mit 130 000 Wohnungen einer der fünf größten Vermieter in Deutschland. Deinen Mietern hast Du zum 1. Mai folgendes vorgeschlagen: Wer ab sofort zehn Euro mehr Miete im Monat zahlt, bekommt in den nächsten zwei Jahren garantiert keine Mieterhöhung.

    Verzicht auf Mieterhöhung durch Mieterhöhung! Das ist mal ein Finanzmodell, von dem andere noch lernen können, sogar ich, der Tim.

  7. Lustige Diskussion!
    Ehrlicherweise sehe ich im Grüngürtel West heute fast ausschließlich Felder. Landwirtschaftliche Flächen.

    Die gehen in die Ökobilanz in der Regel mit der Wertigkeit 0 (in Worten: null) ein.

    Nur mal so…

    Ich würde die ewige Dauerdiskussion in Lüneburg zu Wohngebieten, Verkehrsflächen und den Wachstumsgrenzen gerne anders als bisher begegnen: nicht mehr mit Argumenten des St.-Florians-Prinzips, also im Status der bereits länger hier Wohnenden als Besitzende bei gleichzeitigem Schwingen der Kapitalismuskeule als Kommentator hier. Sondern mit folgendem Vorschlag:

    Klaus Bruns wird sich solange mit Kindern und Tieren in ein städtebauliches Powwow begeben, bis sie die einzig wahre Lösung für alle Fragen der Stadtentwicklung gefunden haben! Ihre Pläne werden dann vom OB übernommen und energisch umgesetzt (Klaus Bruns, die Kinder und die Tiere garantieren ja bereits, dass jegliche Kritik an den Plänen sinnlos ist, da sie zusammen einfach besser wissen, was gut für uns alle ist).

    Um voreilige Kritik von den üblichen reaktionären Betonvertretern bzw. den üblichen grünen Besitzstandswahrern bzw. den üblichen motzenden Bedenkenträgern von vorneherein ebenso zu verhindern, wie sachliche und ergebnisoffene Alternativendiskussionen, wird jetzt im gleichlautenden Doppelbeschluss a la Manzke (da liegen zwei identische Anträge vor, aber keiner merkt es, bevor diskutiert wird!):

    Die öffentliche Bürgerbeteiligung in Bauleitplanverfahren wird erst eingeleitet, wenn die Pläne bereits im Entwurfsstadium feststehen (also die übliche Praxis der SPD in Lüneburg).

    Wir sollten Diskussionen in Online-Foren einfach mal zur Umsetzung bringen. Dann sind alle Probleme weg.

    • Ehrlicherweise sehe ich im Grüngürtel West heute fast ausschließlich Felder.
      so so. frage: warum ist mädge dann so scharf auf diese felder? weil sie schuldenlos sind? schmunzeln. der gute manzke hat schon so manchem das wasser abgegraben. lueneburger, sitzen sie gern auf dem trockenen?

    • luenebuerger
      eine frage: wer soll da denn nun den indianer spielen? da die spd an roter farbe verloren hat, fällt mir kein anderer verein ein. die linke wird im osten auch immer brauner. irgendwann ist rot mangelware. welches bauliches powwow bleibt da übrig? schmunzeln.

  8. Jahrtausendstark

    Das nächste Prestigeprojekt von Herrn Mädge. Das hat ja bereits in der Vergangenheit wunderbar in anderen Bereichen der Stadt funktioniert.
    Man sehe sich das wunderschöne Hanseviertel an… auf Rendite dahin gefuschte Betonklötze… der Ilmenaugarten, der sich ebenfalls wunderbar in das historische Lüneburger Stadtbild integriert. Wäre noch dieses schiefe Millionengrab auf dem Unigelände zu erwähnen das bei ungünstigem Winkel der Sonne zur Blendgefahr für den stadteinwärtigen Verkehr wird.
    Hat jemand Herrn Mädge mal erzählt das die Bienenvölker sterben? Betonieren wir einfach noch mehr ländliche Flächen mit Luxusbetonklötzen zu. Die kleine Balkonbepflanzung wirds schon richten.
    Ich hätte da noch einen Vorschlag Herr Mädge… wie wäre es mit einer Elbe und Ilmenauvertiefung/Verbreiterung bis an den Lüneburger Stint? Wird Zeit das endlich Containerschiffe in Lüneburg anlegen können.

    • Sie haben den äußerst beliebten und stark genutzten Museumsneubau vergessen. Auch so´ne Erfolgsgeschichte !!

      • Jahrtausendstark

        Hallo Ron,

        Der Museumsbau ist zwar von außen nicht besonders hübsch, aber wenigstens bietet er Raum um die „Lüneburger Geschichte“ zu zeigen, von innen ist es auch garnicht so schlimm wie es von außen scheint ;). Solch ein Bau sollte auch in erster Linie funktionell sein meine ich. Ich erfreue mich jedenfalls gerne an diesem kulturellen Angebot. Denn wenn wir mal ehrlich sind ist Lüneburg in dem Aspekt nicht gerade führend. Aber das ist ein anderes Thema.

        • Und was ist mit der Bahlburg-Arena, der millionenteuren Maßanfertigung für den privatwirtschaftlichen Profi-Volleyballzirkus des CDU-Unternehmers vor den Toren Adendorfs? Da sollen Tag für Tag 3.500 Besucher aus ganz Europa die zehn Heimspiele der SVG in Endlosschleife in einem tristen Gewerbegebiet ansehen, wo es schon seit zwanzig Jahren ungefähr 2.000 Parkplätze zu wenig gibt.

          Das ist die kleine hässliche Schwester des monströsen zinkplattenverkleideten Stahlbetonpanzers an der Schaumschlägertwiete.

        • Da haben Sie Recht. Aber rechnen tut sich das alles bestimmt nicht. Ich würde gerne Mal wissen wie viele zahlende (!) Besucher dort pro Tag ein und ausgehen…. Und wie viele es sein müssten.

          • Noch gehen dort überhaupt keine zahlenden Besucher ein und aus, Ron. In der Arena nicht, weil die zum hundertzwanzigsten Mal umgeplant, aber hoffentlich am Ende doch auf einem besser geeigneteren Gelände gebaut wird. Und im Zinkpanzer an der Schaumschlägertwiete nicht, weil dort wegen Desinteresse bisher nicht einmal fünf Prozent der „prognostizierten“ Veranstaltungen stattfinden. Es müssten aber soviele sein, dass jährlich 600.000 Euro zusammenkommen, um einen Eigenanteil an der Baufinanzierung leisten zu können. Schon 2016 sollte es losgehen. Jetzt hofft man auf die Zeit nach Beendigung des Innenausbaus, der bekanntlich im März 2017 fertig gewesen sein sollte.

          • Jahrtausendstark

            Hallo Ron,

            Ich geh mal davon aus die Frage war an mich gerichtet.
            Kulturangebote finanzieren sich selten komplett von alleine. Ich finde es aber wichtig das Kulturangebote bestehen. Ob das von den Mitmenschen genutzt wird liegt ja an jedem selbst. Im Falle des Museums muss man sich natürlich auch für Geschichte interessieren.
            Es gibt aber auch andere Beispiele wo es seit Jahren „Baustellen“ gibt.
            Seien es Proberäume oder Auftrittsmöglichkeiten für lokale Musiker, oder ein Stadion für den LSK usw.
            Aber wie gesagt ist das hier nicht das Thema, sondern wir reden ja über die geplanten Neubaugebiete und die immer schlechter werdende Naherholung verbunden mit unschönen Betonbauten, die auch noch für die meisten Leute unbezahlbar sind. Egal ob zur Miete oder zum Kauf. Gibt es eigentlich noch sozialen Wohnungsbau in Lüneburg? Wohnungen die sich der Otto-Normal-Verdiener leisten kann?

          • Oh, entschuldigung! Das konnte ich ja nicht wissen, dass hier nur die achtmalgescheiten Herren der Schöpfung miteienander in gedankenreichen Austausch treten dürfen.

            Sie fragen: „Gibt es eigentlich noch sozialen Wohnungsbau in Lüneburg? Wohnungen die sich der Otto-Normal-Verdiener leisten kann?“

            Ja!

            Z. B. an der Lübecker Straße im Hanseviertel. Auch Am Wienebütteler Weg werden sehr viele schöne Sozialwohnungen entstehen. Hinzu kommen beispielsweise das Hanseviertel-Ost (Bebauungsplan 153/I) Am Raderbach (111), Am Schützenplatz (163 / ehemaliges Lucia-Gelände), die westliche Sülztorstraße (140), die Saline (30 II 3. Änderung), die Seniorenwohnanlage DRK / Soltauer Straße (148), An den Sandbergen (160), Hagen-Haegfeld (175), usw. Am Bockelsberg ist die Verlängerung der Mietpreisbindung für einen Komplex mit 108 Wohneinheiten geplant, im Stadtteil Hagen Am Schützenplatz könnte ein Objekt mit 18 Wohnungen entstehen. Nach dem Ursulahaus und Schaperdrift war das Bauprojekt am Meisterweg 68-70 im Jahr 2016 bereits das dritte, mit dem die Lüneburger Wohnungsbau GmbH Wohnraum für Menschen mit mittlerem Einkommen schuf. Seit Mai 2016 stehen die Mietwohnungen im nördlichen Hanseviertel weitaus früher als geplant dem freien Wohnungsmarkt zur Verfügung. Davon profitieren Menschen, die über ein mittleres Einkommen sowie einen Wohnberechtigungsschein verfügen.

            Siehe dazu auch die Landeszeitung vom 21. Januar 2017: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/397507-lueneburg-sozialer-wohnungsbau-laeuft-an

            Anlaufstelle bei weiteren Fragen: https://www.luewobau.de/

            Das Wohnungsbauprogramm der Hansestadt Lüneburg zielt darauf ab bis zum Jahr 2021 je 700 geförderte Mietwohnungen, 700 frei finanzierte Wohnungen sowie 700 Einfamilien- und Reihenhäuser zu realisieren. Teil des Programms sind Bausteine zur finanziellen Förderung, so bezuschusst die Hansestadt den Neubau von Mietwohnungen unter bestimmten Bedingungen mit 8000 bis 12.000 Euro pro Wohnung, je nach Größe. Um einen Mix verschiedener Einkommensgruppen zu begünstigen, werden pro Gebäude immer nur maximal 60 Prozent der Wohnungen gefördert. Der städtische Fördertopf dafür ist mit 3 Millionen Euro für die ersten Jahre gefüllt.

            Infos dazu unter: http://www.hansestadtlueneburg.de/wohnungsbau

  9. Liebe Frau Schäfer

    Im vorletzten Absatz schreiben Sie, der Ausschussvorsitzende Eberhard Manzke (CDU) habe sich schließlich an seine Kollegen von der Jamaika-Gruppe gewandt und mitgeteilt, er habe, als er den Änderungsantrag mit ihnen diskutiert habe, „die Beschlusslage der Verwaltung gar nicht vor Augen gehabt. Die decke sich eins zu eins mit dem Änderungsantrag, beides habe im Prinzip die gleiche Intension.“

    Lassen wir die einschränkende Manzkesche Floskel „im Prinzip“ mal beiseite, mit welcher der alte Fuchs über alles hinwegggeht, was in Antrag und Vorlage eben nicht bis ins Detail genau gleich ist. Würden Sie, liebe Frau Schäfer, den Eberhard, der im Sommer 2016 unter satirischen Themenplakaten heftig zu leiden hatte, mal anschreiben und ihn bitten, „dem Bürger“ den Unterschied zwischen den Wörtern „Intension“ und „Intention“ zu erklären?

  10. Bereits 2012 wurde die Flächen hinter der ehemaligen Fachhochschule großräumig gerodet. Alle Bäume gefällt und die Knicks beseitigt. Ein Gebiet, welches aufgrund seiner Unberührtheit viele Tiere beherbergt hat. Damals wollte die NLG dort Wohnhäuser bauen. Bisher ist, bis auf die Zerstörung der Natur, dort nichts weiter passiert.

    Vorher: https://abload.de/img/eehhjfeesio8w.jpg
    Nachher: https://abload.de/img/dedbajah7up3k.jpg

    Da passt die Idee mit dem „innovativen 3D-Campus“ perfekt, um endlich in Beton und Styropor zu investieren. In weniger als 5 Jahren läuft der Mietvertrag mit Bionic Systems aus. Bis dahin müssen Fakten geschaffen werden.

    • Sabine
      es ist immer das gleiche, siehe a39. der schiefe unibau von lüneburg, wo studenten lernen, besonders geradeaus zu denken, ohne dabei in die ecken machen zu können, ist doch auch ein prima beispiel. politiker kann man locker mit kängerus vergleichen. um so leerer die beutel, um so größer die sprünge und um so weniger energie wird verbraucht. schmunzeln.

  11. Jahrtausendstark
    Ob das von den Mitmenschen genutzt wird liegt ja an jedem selbst.
    stimmt leider so nicht. der mittelstand stellt sich die paläste hin, die mittelschicht kann es sich leisten, die millionen verschuldeten haushalte stehen draußen und müssen indirekt dafür bezahlen.

    • Jahrtausendstark

      Das stimmt so nicht Herr Bruns.
      Das Museum bietet auch an diversen Tagen kostenlosen Eintritt an. Genau das selbe gilt für viele Vorträge. Sprich selbst wer es sich nicht leisten kann könnte das Angebot an gewissen Tagen nutzen.

      Das eigentliche Problem liegt doch im Lohnungleichgewicht. Ich höre in den Medien immer von einem Durchschnittseinkommen von 2500 € netto… aber wer verdient schon so viel? Ich arbeite seit jeher Vollzeit und bin froh das ich so einigermaßen über die Runden komme und meine Familie versorgen kann. Ich soll aber auch noch privat für die Rente vorsorgen. Da frag ich mich von was?!

      Regina das klingt auf dem Zettel zwar sehr schön, aber ein Blick auf die Wohnungsinserate dürfte Sie dann auch wieder in die Realität holen. Wenn Sie nicht gerade in Kaltenmoor wohnen möchten oder kilometerweit auf dem Land dann können Sie mit einer Kaltmiete von 600-700 € für eine 60 qm, 2 Zimmerwohnung rechnen. Das dürfte für die meisten die Hälfte oder mehr des Monatsgehalts an Miete sein.

      • Jahrtausendstark
        wer ins museum gehen will, hat aber keine zeit dafür, wenn er sich für 5 euro am tag essen besorgen soll. sarrazin und andere köche für arme haben es so vorgegeben. und die politik war da noch dämlicher unterwegs.

      • Wir wohnen zu dem Preis in einer 98 m²-Wohnung mit vier Zimmern im Roten Feld. Für den, der 2.500 Euro netto im Monat verdient, ist das nicht die Hälte des Gehalts. Rechnen Sie bitte noch einmal genau nach.

        • Jahrtausendstark

          Liebe Regina,
          Lesen Sie doch bitte meinen Kommentar nochmal genau. Ich wohne mit meiner Familie auch im Roten Feld und wir zahlen für 70 qm 3 Zimmer mehr als 700 € Kaltmiete. Es ging in ihrem anfänglichen Kommentar weiter oben um den sozialen Wohnungsbau. Kaltmieten von 700 € sind doch kein sozialer Wohnungsbau. Außer in Kaltenmoor finden sie aber nahezu keine anderen Mietpreise. Im Zuge dessen habe ich das oft erwähnte Durchschnittseinkommen von monatlichen 2500€ netto bezweifelt.
          Fragen sie doch mal einen Handwerker, Paketfahrer, Friseurin oder Verkäufer ob diese Personen 2500€ netto im Monat zur Verfügung haben. Wohl eher nicht. Real dürften es eher 1600 € netto sein. Ergo, hälfte des Lohns geht für die Miete drauf. Darin rechne ich noch nicht mal mit Teilzeitstellen. Dann wäre die Situation noch viel schlimmer.

          • „Kaltmieten von 700 € sind kein sozialer Wohnungsbau“?

            Das kommt doch wohl sehr auf die Wohnungsgröße an, oder? Wer 180 m² oder 200 m² zu diesem Preis bekommt, darf sich nach meinem Dafürhalten nicht beklagen, im Gegenteil, er sollte sich glücklich schätzen.

            Ich weiß ja nicht, woher Sie Ihre Informationen beziehen, aber ich kenne einige Familien, die zwischen vier und sechs Euro pro m² zahlen und sich damit recht wohl fühlen. Allerdings machen die das auch nicht in Zeitungsinseraten bekannt. Wenn einer 1.600 Euro netto verdient und 450 bis 500 Euro Warmmiete zahlt, sind das auch nicht die Hälfte seines Einkommens. Das lässt sich mit einem Rechenschieber sehr leicht verifizieren. Im Übrigen arbeitet meine Tochter seit dem Ende ihres Mutterschutzes in Teilzeit an der Hamburger Augenklinik. Damit hat sie jetzt auch knapp über 2.500 Euro netto zur Verfügung. Aber sie jammert nicht und behauptet auch nicht, ihre Situation sei schlimm.

        • Jahrtausendstark

          Mit 2500 € netto bei einer Teilzeitstelle würde ich mich auch nicht beschweren. Was macht ihre Tochter? Augenärztin in Teilzeit?! Gehen sie mal von einem normal Angestellten in den Berufen die ich genannt habe unter Berücksichtigung der Tarifverträge in Niedersachsen (nicht Hamburger Tarif) aus. Oder nehmen sie die vielen Berufszweige die zum Mindestlohn arbeiten. Fragen Sie doch einfach das nächste mal ihren Paketzusteller was der netto verdient oder die Verkäuferin bei Kik, Rossmann etc. Einfach mal über den Tellerrand schauen. Dazu gab es im übrigen auch gerade erst einen passenden Artikel über eine Friseurin in der Lünepost die keine Wohnung findet seit einem halben Jahr.

          • Jahrtausendstark
            sie haben recht, aber mit dem tellerrand ist das so eine sache. einge haben so hohe tellerränder, da fallen für arme nicht mal mehr krümel daneben.
            Das Verdienstniveau in Niedersachsen liegt tendenziell etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Der in Lüneburg liegt noch tiefer. Wo kein Tarifvertrag greift , liegt er noch tiefer.

  12. Regina
    neunmalkluge politiker sorgen bei uns für immer mehr probleme, anstatt für lösungen. sollten politiker nicht den durchschnitt der bevölkerung repräsentieren? wehe, es ist so. schmunzeln.